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Vom Stift bis zu Anekdoten

Festschrift zum Grenzegang ist da Vom Stift bis zu Anekdoten

Sie ist da, in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Und sie wird am Sonntag auf dem Maimarkt für jeweils zehn Euro plus Gutschein erstmals öffentlich angeboten: die Festschrift zum Grenzegang 2015.

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Karl Heinz Kajewski, Vorsitzender des Gesamtausschusses (links), stellte mit Hans-Uffe Boerma, Dr. Martina Kepper, Dr. Hans-Gerhard Lenz, Norbert Diehl und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka die Festschrift zum Grenzegang 2015 vor.

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Dass Festschrift nicht gleich Festschrift ist, beweist die druckfrisch vorliegende Festschrift zum im August anstehenden Grenzegang in Wetter. Denn das Werk nur als Festschrift zu bezeichnen, wird dem Inhalt nicht wirklich gerecht. Vielmehr handelt es sich um ein Geschichtsbuch auf sehr hohem Niveau. Ein Geschichtsbuch, das viele Aspekte der Stadtgeschichte berücksichtigt, mit dem Schwerpunkt Kanonissenstift. Kein Wunder, wäre das von Almudis und Digmudis 1015 gegründete Stift auf dem Klosterberg in diesem Jahr 1000 Jahre alt geworden.

Wer sich also vor den Festspielen, die am kommenden Donnerstag beginnen, noch ein bisschen fundiertes Wissen anlesen möchte, sollte die Chance nutzen, und die Festschrift am Sonntag am Stand des Grenzegangvereins auf dem Maimarkt erwerben. Auf 182 Seiten gibt es allerdings nicht nur wissenschaftlich fundiert Wissenswertes über das Kanonissenstift Sankt Marien zum Himmelreich zu erfahren.

Rückblick ins letzte Jahrhundert

Es geht auch um das Thema „Wetter vor 100 Jahren“ sowie um den aus Wetter stammenden Mediziner und Humanisten Johannes Eichmann, auch Johannes Dryander genannt. Ja, und wer sich die Zeit nimmt, dieses Buch durchzulesen, der wird mitunter als Wetteraner ein neues Selbstbewusstsein erlangen. So gab es eine Zeit, in der Wetter durchaus von größerer Bedeutung als die Stadt Marburg war. Sagen wir mal, bevor Marburg von der heiligen Elisabeth gesegnet wurde. Wetter verdankt seine Bedeutung in der Geschichte dem Kanonissenstift.

Dem Festschriftausschuss, bestehend aus Dr. Katja Battenfeld, Elke Bellersheim, Hans-Uffe Boerma, Georg Brössel, Ulrich Wagner, Bernd Schröder, Dr. Hans-Gerhard Lenz und seiner Vorsitzenden Dr. Martina Kepper, ist es zudem gelungen, in Dr. Ulrich Ritzerfeld, Professor Aumüller und Angela Kappeler M.A. drei Experten von außerhalb als Schreiber zu gewinnen. Und wer Martina Kepper dieser Tage auf die Festschrift anspricht, wird schnell feststellen, dass sie das Werk nicht nur mit Freude, sondern auch mit einem gewissen Stolz anpreist und dabei ein sehr gutes Gefühl hat, etwas wirklich Gelungenes unter die Menschen in Wetter und Umgebung bringen zu können. Darüber hinaus wurde aber auch nicht vergessen, an die vorangegangenen Grenzegänge in Wort und vor allem Bildern zu erinnern.

Schließlich begehen die Wetteraner im August das zehnte Fest seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Und so prächtig die einzelnen Beiträge sind, unter anderem gibt es auch viele Anekdoten zu entdecken, die aus den Stadtarchiven herausgearbeitet wurden, so würdevoll endet das Werk mit einer echten Hommage an den Grenzegang vom Wetteraner Original Otto Schwarz, der da mitteilt: „So sind die Jahre dahin gegangen, als es damals hat angefangen. Nun sind wir alt geworden, Beschwerden gibt es an vielen Orten. Schauen dem Festverlauf nur zu. Grenzegangsfest: Wie schön bist du!“

Die gebundene Festschrift, unter anderem finanziert von der Hans-Gerhard-Lenz-Stiftung, ist zum Preis von zehn Euro käuflich zu erwerben. Dazu gibt es einen Gutschein über fünf Euro, der wiederum beim Kauf einer Dauerkarte für das Festzelt an den Grenzegangstagen eingesetzt werden kann. Dann kostet die Karte nicht wie üblich 30 Euro, sondern nur 25 Euro.

von Götz Schaub

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