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Vom Land der Fjorde zurück an die Lahn

Pfarrer für Sterzhausen und Caldern Vom Land der Fjorde zurück an die Lahn

Es ist mehr als nur ein Tapetenwechsel, nach vier Jahren in Norwegen zurück nach Deutschland zu kommen, seine neue Arbeitsstelle beinhaltet für Pfarrer Ralf Ruckert noch eine ganz besondere Herausforderung.

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Ralf Ruckert öffnet die Sterzhäuser Kirche. Das Gebäude ist für alle täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Für den Pfarrer ist die Kirche immer ein guter Ort für eine innere Einkehr.

Quelle: Götz Schaub

Sterzhausen/Caldern. Oh. Wo spielt diese Geschichte nun? Er wird in der Nikolaikirche in Caldern eingeführt, lässt sich aber an der Kirchentür in Sterzhausen ablichten. Kennt sich der Neue etwa noch nicht so richtig aus? - Nein, er kennt sich aus, und alles hat seinen Grund: Pfarrer Ralf Ruckert ist der erste Pfarrer, der nicht nur für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sterzhausen, sondern auch für die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Caldern, Kernbach und Brungershausen zuständig ist.

Wohnort ist das Pfarrhaus in Sterzhausen. Daran müssen sich die Calderner sicher noch ein bisschen gewöhnen - „So wie sich die Sterzhäuser wohl daran gewöhnen müssen, dass ich öfter nicht greifbar bin, weil ich natürlich auch meinen Aufgaben in Caldern nachkommen werde“, sagt Ralf Ruckert. Er hat jedenfalls wegen dieser neuen Situation für die beiden Kirchengemeinden keine schlaflosen Nächte gehabt. Denn: „Ich habe hier nur nette Menschen kennengelernt, alle sind sehr darum bemüht, das Beste aus der neuen Situation zu machen.“ So habe er es als Pfarrer zwar mit zwei eigenständigen Kirchenvorständen zu tun, aber als beispielsweise der Flohmarkt in Sterzhausen anstand, kamen auch Calderner, um zu helfen, und beim jetzt bevorstehenden Einführungsgottesdienst in Caldern mit anschließendem Empfang helfen natürlich auch Sterzhäuser mit.

7000 Menschen auf 20 Kilometern Fläche

Ruckert ist davon überzeugt, dass aus dieser Grundeinstellung etwas wachsen kann und will seinen Teil gerne dazu beitragen. Er hat dabei den Vorteil, weder dem einen, noch dem anderen Ort schon verbunden zu sein. Für ihn ist einfach klar, er ist der Pfarrer für beide Kirchengemeinden. Und so hat er seinen Auftrag mit dem ersten Arbeitstag auch verstanden. Und wer schon das Vergnügen hatte, mit dem Pfarrer ins Gespräch zu kommen, wird wohl schnell feststellen, dass der „Herr Pfarrer“ ein sehr umgänglicher und netter Mensch ist, der auch viele interessante Geschichten abseits der Bibel zu erzählen weiß.

Er war schließlich die letzten vier Jahre in Norwegen, betreute dort 7000 Menschen auf einer Fläche von 20 Kilometern. So muss ihm der Abstand zwischen den Lahntaler Ortschaften doch schon sehr eng vorkommen. Er war also kein Pfarrer einer kleinen deutschen Gemeinde, sondern Pfarrer einer norwegischen Gemeinde. Immerhin wussten er und seine Frau Claudia, die unter anderem nordische Sprachen studiert hat, auf was sie sich einließen. Ruckert arbeitete dort 2001 schon einmal als Hilfspfarrer, bevor er zehn Jahre im Knüll seinen Dienst versah. Als sich dann die Möglichkeit ergab, noch einmal nach Norwegen zu gehen, als hauptverantwortlicher Pfarrer in seiner „alten“ Gemeinde Skaun bei Trondheim, ergriff er sie. „Mein Norwegisch ist immerhin so gut, dass ich von Außenstehenden für einen Dänen gehalten werde“, sagt er schmunzelnd. Seine drei Söhne Oscar (12), Jeppe (10) und Pelle (7) hingegen sprechen akzentfrei norwegisch. Wie anerkannt und beliebt Ruckert in Norwegen war, kann man an einem sehr persönlichen Abschiedsgeschenk erahnen, das in seinem Büro einen Ehrenplatz erhalten hat. Und dann ist da noch Walter, ein echter Norweger, der mit nach Sterzhausen gekommen ist. Walter ist zwei Jahre alt und ein Labrador-Gordon-Setter-Mischlingshund. So schön das Abenteuer Norwegen war, so sehr passt jetzt die neue Stelle in die Lebensplanung der Familie. Denn Ruckert stammt aus Roda, ist so näher bei der Mutter, und ein Ort bei Marburg war schon immer ein Ziel des Ehepaares Ruckert, schließlich lernten sich die beiden als Studenten dort kennen und lieben.

  • Der Einführungsgottesdienst in der Nikolaikirche in Caldern beginnt am Sonntag, 6. September, um 16 Uhr. Im Anschluss findet ein Empfang der Kirchenvorstände Sterzhausen und Caldern statt.
Zur Person
Ralf Ruckert ist 44 Jahre alt, verheiratet und Vater dreier Söhne. Geboren wurde er in Marburg, wuchs aber in Roda auf. Sein Studium führte ihn auch mal nach Kiel, doch begann er in Marburg, wo er auch seinen Abschluss machte. Das Vikariat absolvierte er in Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis.

von Götz Schaub

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