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Viele Ideen für lebenswerte Dörfer

Kommunalwahl in Cölbe Viele Ideen für lebenswerte Dörfer

Als im März 2011 in Cölbe die Kommunalwahl stattfand, lebten in der Großgemeinde noch 7088 Menschen. Zum Jahresende 2015 waren es nur noch 6725. Das wäre ja ein Einwohnerschwund von fast dreimal Schwarzenborn. Ist dem wirklich so?

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Eine klare Ansage für die Zukunftsgestaltung war in der zurückliegenden Wahlzeit der Bau und die Ausgestaltung des gemeindeeigenen Kindergartens in Cölbe.

Quelle: Manfred Schubert

Cölbe. 6725 Menschen leben in der Großgemeinde Cölbe. So lautet die aktuelle Zahl des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Waren es im März vor fünf Jahren noch mehr als 7000, so kann wenigstens gesagt werden, dass der freie Fall in puncto Einwohnerverluste schon gestoppt wurde. Im Sommer 2014 wurden für Cölbe genau 6666 Einwohner angegeben.

Allerdings gibt es auch andere Quellen. Bei Wikipedia besteht die Gemeinde noch aus 7448 Menschen. Das wäre dann ein Zuzug um, ja genau, dreimal Schwarzenborn in fünf Jahren. Die Gemeinde Cölbe klärt den Wirrwarr auf. 7482 sind es derzeit mit Haupt- und Nebenwohnsitz, 6820 nur mit Hauptwohnsitz. So ist das also.

Nichtsdestoweniger, der demografische Wandel bleibt auch aus Cölbe nicht fern. Cölbe ist dabei nicht eine Gemeinde irgendwo im Nirgendwo. Sie ist unmittelbarer Nachbar einer Uni-Stadt, hat verkehrstechnisch schnelle Anschlüsse über die Bundesstraßen B 62 und B 3. Cölbe und Bürgeln verfügen zudem über Bahnhaltepunkte.

Wir fragen deshalb bei den vier Listensprechern jener Parteien und Gruppierungen, die sich um Sitze im neuen Gemeindeparlament bewerben, konkret nach: Was wollen Sie jungen Menschen aus der Gemeinde, die in der Gemeinde ein neues Zuhause für eine eigene Familie suchen, aber auch Menschen, die im Gürtel rund um Marburg ein Zuhause suchen, in Ihrer Gemeinde anbieten, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, die vorhandene Infrastruktur zu sichern?

Christian Hölting (CDU):

Cölbe ist bereits ein attraktiver Arbeits- und Wohnort mit hoher Lebensqualität. Damit vor allem junge Familien auch in Zukunft in Cölbe ein Zuhause finden, werden wir uns für die Verfügbarkeit günstigen Wohnraums, die ansprechende Gestaltung der Ortskerne sowie die bedarfsgerechte und schrittweise Ausweisung kleinerer Baugebiete einsetzen. Wir werden zudem die Entwicklung neuer Gewerbeflächen anregen, damit mehr Menschen nicht nur in Cölbe wohnen, sondern auch arbeiten können.

Flexiblere Öffnungszeiten bei den Kindertagestätten werden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Wir sehen im Erhalt und im Ausbau der hervorragenden Infrastruktur mit Grundschulen, Betreuungsangeboten, den Anschlüssen an den ÖPNV, verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, Sportstätten, Vereinen und kulturellen Angeboten den Schlüssel für eine starke Gemeinde und Gemeinschaft. Diese Stärke werden wir auch nach außen kommunizieren. Mit der CDU wird Cölbe in Zukunft mehr Werbung für sich machen, damit Menschen auf der Suche nach Wohnraum und Arbeitsplätzen auf unseren Ort aufmerksam werden und hier leben möchten.

Hildegard Otto (SPD):

Wir bieten in der Gemeinde Cölbe eine gute Kinderbetreuung an. Für die unter Dreijährigen stehen Krippenplätze und für die älteren Kinder genügend Kindergartenplätze zur Verfügung. Wir werden uns für bezahlbare Kindergartengebühren einsetzen. Ein weiterer Vorteil von Cölbe ist die Nähe zu Marburg, die gute Autobahn- und Zuganbindung. Zum Stichwort Mobilität: Wir werden uns verstärkt für eine flächendeckende gute Anbindung an den ÖPNV, eine Ausweitung an den Stadtbusbereich der Stadt Marburg, Carsharing und ein Bürgerbusprojekt einsetzen.

Die Schaffung von neuem Wohnraum sowohl für unserer neuen Mitbürger als auch für junge Familien ist eine große Aufgabe, der wir uns in den nächsten Jahren stellen werden. In Bürgeln stehen Bauplätze zur Verfügung, hier wird in naher Zukunft ein kleines Einkaufszentrum entstehen. Wichtig ist uns auch die Erhaltung der ärztlichen Versorgung vor Ort.

Gewerbeflächenmanagement ist für die wirtschaftliche Entwicklung einer Kommune von besonderer Bedeutung. Die Neuansiedlung von Firmen sowie die Erhaltung von vorhanden Betrieben ist für die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen wichtig.

Miriam Peter (Bürgerliste Cölbe):

Eine Kommune, die flexible und zuverlässige Kinderbetreuung mit Essensangebot sowohl für Kindertagesstätten als auch für Grundschulen anbieten kann, gewinnt insbesondere für junge Familien an Attraktivität. Hierzu gehören auch den Mobilitätsansprüchen von jungen Familien angepasste Straßen und barrierefreie Gehwege für sichere Wege zu den unterschiedlichen Kindereinrichtungen. Neben attraktiven Spielplätzen und Spielstraßen spielt die örtliche Infrastruktur, wie eine gute ärztliche Versorgung, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten für die Wohnortwahl junger Familien eine entscheidende Rolle. Sport- und Freizeitmöglichkeiten vor Ort in entsprechend bereitgestellten Räumlichkeiten (Hallen, Gemeinschaftsräume, VHS) erleichtern die Integration neuer Bürger und fördern zudem das Vereinsleben und die dörfliche Gemeinschaft. Da die Kapazitäten an Baumöglichkeiten in der infrastrukturell gut erschlossenen Kerngemeinde nahezu erschöpft sind, sollte die Nutzung von Häusern in den Ortskernen gefördert werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Daneben könnte ein Bürgerbus-Angebot dafür Sorge tragen, auch kleinere Ortsteile an der Infrastruktur teilhaben zu lassen.

Ute Hoppe : (Bündnis 90/Die Grünen):

Cölbe ist ein guter Ort zum Leben! Die Nähe zu Marburg - und viel Natur. Eine gute Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn - und gute Radwege. Eine gute Betreuung für die ganz Kleinen - aber auch für größere Kinder.

Insbesondere für junge Familien hat Cölbe ein sehr gutes Angebot: Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr, warmer Mittagstisch, ausreichend Plätze für Kinder unter drei Jahren und eine Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder. Ein besonderes Sprachförderkonzept soll allen Kindern Bildungschancen eröffnen - Integration durch Sprache. Cölbe wächst. Familien wollen aus der Stadt ins nahe Dorf ziehen, Studierende schätzen die Bahnverbindung und dazu kommen jetzt wie überall im Land Menschen, die auf ihrer Flucht bei uns eine neue Heimat suchen. Um unsere gute Infrastruktur auch langfristig aufrecht zu erhalten, brauchen wir Zuwanderung. Junge Leute, gut ausgebildet und hoch motiviert, kommen zu uns und wollen hier leben und arbeiten. Cölbe bietet auch ihnen eine Chance.

von Götz Schaub

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