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Verein will Förderabsicht mehr hervorheben

Feuerwehr Wollmar Verein will Förderabsicht mehr hervorheben

Die Wollmarer Feuerwehr konnte eine nicht alltägliche Leistung ehren: Heinrich Niebl ist seit 45 Jahren als aktiver Feuerwehrmann für seine Mitmenschen im Einsatz.

Wollmar. Die „Freiwillige Feuerwehr Wollmar“ trägt künftig den Zusatz „Förderverein“ vor der bisherigen Bezeichnung. Die entsprechende Satzungsänderung beschlossen die Mitglieder unter den 36 Teilnehmern der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus.

Der Vorsitzende Hans-Peter Koch erläuterte, dass der Verein künftig die Einsatzabteilung noch stärker mit Mitteln für die Anschaffung gesetzlich nicht vorgesehener Ausrüstung unterstützen wolle. „Die 27 Aktiven, das ist eigentlich die Feuerwehr, nicht der Verein“ betonte er. Es gehe darum, durch die Umbenennung das Einwerben von Spenden zu erleichtern.

Gemeindebrandinspektor Bernd Berghöfer fügte hinzu, dass die Feuerwehr Wollmar zwar schon als gemeinnützig anerkannt sei, man genau das mit der Bezeichnung Förderverein aber nach außen dokumentieren wolle. So könne man leichter an Firmen herantreten oder Bußgeldzahlungen bei Gericht akquirieren. Weitere Feuerwehren der Gemeinde würden auch schon in dieser Richtung Überlegungen anstellen. Bürgermeister Peter Funk begrüßte die „sehr gute Idee“, die mehr Möglichkeiten eröffne, Gelder, auch öffentliche Mittel, zu holen, an die man sonst nicht komme.

Als weitere Satzungsänderung wurde beschlossen, dass künftig eine Aufwandsspendenbescheinigung für erbrachte Tätigkeiten zum Jahresende an Mitglieder ausgestellt werden kann.

„Wir selbst bleiben dabei außen vor, alle Vorstandsmitglieder haben erklärt, weiter rein ehrenamtlich tätig zu sein“, betonte Koch. Ohnehin gehe es nur um eine steuerlich absetzbare Spendenquittung, auch künftig werde kein Geld fließen. Bernd Berghöfer merkte an, dies sei nichts Besonderes, sondern beispielsweise bei Sportvereinen der Standardfall. Wehrführer Jörg Schneider blickte auf ein „ruhiges und lehrreiches“ Jahr 2012 zurück, in dem es fünf Einsätze gab.

Wehr war auch für eigene Kameraden im Einsatz

Der erste im Mai betraf einen Wollmarer Kameraden, der bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen erlitten hatte und im Pkw eingeklemmt war. Man sei dankbar, dass die Wunden fast wieder verheilt seien und er wieder unter den Kameraden weile.

Im Juli halfen die Feuerwehrleute ebenfalls einem Kameraden, bei dem es Sturmschäden gegeben hatte. Zweimal, im Juli und August, brannte es in Niederasphe, zuerst eine Hecke, dann ein Mähdrescher, ebenfalls im August eine Rundballenpresse in Simtshausen. Insgesamt leisteten die Aktiven etwa 120 Stunden bei diesen Einsätzen, dazu kamen 599 Stunden bei Diensten und Lehrgängen sowie Übungen.

Schneider betonte, neue Mitglieder seien jederzeit herzlich willkommen. Auch wenn das Einsatzgebet sich im Wesentlichen auf den ländlichen Bereich beschränke, so würden doch die Anforderungen an die Feuerwehr immer weiter steigen.

Hans-Peter Koch berichtete, dass der Verein nach vier Neueintritten und zwei Sterbefällen nun 114 Mitglieder zähle. Am 19. und 20. Mai veranstaltete die Feuerwehr Wollmar ihren Dämmerschoppen und den Tag der Feuerwehren der Großgemeinde. In diesem Jahr gibt es wegen des Grenzgangfests keine eigene Veranstaltung, dafür steht 2014 das 80-jährige Bestehen an, das die Feuerwehr in Verbindung mit der Großgemeinde-Bratpartie begehen will.

Bei den Ehrungen hob Koch hervor, dass Heinrich Niebl 45 Jahre dem Verein und der Einsatzabteilung angehöre, seit etlichen Jahren auch dem Vorstand. Das schaffe nicht jeder, er wisse gar nicht, ob schon jemand in Wollmar dafür ausgezeichnet worden sei. Heinrich Rees, für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt, klärte ihn aber auf, dass auch er schon die goldene Ehrennadel erhalten habe.

von Manfred Schubert

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