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Vater schlägt seinen Sohn mit dem Gürtel

Aus dem Gericht Vater schlägt seinen Sohn mit dem Gürtel

Mit einer Geldstrafe ist ein 42-Jähriger aus dem Nordkreis davongekommen, der sich vor dem Marburger Amtsgericht verantworten musste, weil er seinen achtjährigen Sohn mit einem Gürtel geschlagen hat.

Marburg. Mit einer Geldstrafe ist ein 42-Jähriger aus dem Nordkreis davongekommen, der sich vor dem Marburger Amtsgericht verantworten musste, weil er seinen achtjährigen Sohn mit einem Gürtel geschlagen hat.

Laut Anklage hat der Mann am 28. Februar dieses Jahres dem Jungen den Gürtel so fest auf den Rücken geschlagen, dass dieser neben erheblicher Schmerzen auch einen Bluterguss erlitt. Der Angeklagte räumte die Tat unumwunden ein. „Das ist ehrlich gesagt schrecklich“, noch nie habe er seine Kinder angefasst. „Ich weiß nicht, was mit mir passiert ist.“ Er habe mit dem Kind wie sonst auch Hausaufgaben gemacht. Dabei habe er festgestellt, dass der Junge wiederholt „Smilys“, die für gute Leistungen ins Heft gemalt würden, gefälscht habe, auch sonst habe er nicht richtig arbeiten wollen, da sei er ausgerastet. Der Gürtel habe zufällig im Wohnzimmer gelegen.

Seine Anwältin berichtete, das Kind sei zunächst in die Obhut des Jugendamtes gekommen, die Eltern hätten sich aber sofort bemüht, ihren Sohn zurückzuholen. „Die Verhältnisse laufen dort nicht aus dem Ruder.“ Und man nehme Familienhilfe an, um zukünftig Überforderungen bei der Erziehung zu vermeiden. „Für den Angeklagten ist seine Familie das A und O.“

Das Gericht ging letztendlich von einem minderschweren Fall aus, da der Angeklagte nicht vorbestraft ist und so etwas zuvor noch nicht vorgekommen war. „Wir gehen davon aus, dass das eine einmalige Sache war“, so Richter Dominik Best.

Er folgte der Ansicht von Staatsanwalt Christian Laubach, der hervorhob, dass der Vater in diesem Fall überfordert gewesen sei. Auch sei die Tat spontan und nicht geplant gewesen. „Das ist keine Entschuldigung, aber ich sehe kein gefestigtes Verhalten.“

Dieser Umstand rechtfertige den minderschweren Fall, die gefährliche Körperverletzung hätte sonst mindestens eine sechsmonatige Freiheitsstrafe bedingt. So verhängte das Gericht 90 Tagessätze von zusammen 3600 Euro.

Der Angeklagte kündigte an, dies durch Arbeitsstunden ableisten zu wollen, damit nicht seine Familie mitleide. Weil alle Beteiligten Rechtsmittelverzicht erklärten, ist der Richterspruch rechtskräftig.

von Heiko Krause

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