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„Unterkünfte in unserer Mitte“

Ortsbeirat Bürgeln „Unterkünfte in unserer Mitte“

Die Gemeinde Cölbe soll im kommenden Jahr weitere 200 Flüchtlinge aufnehmen. Dabei soll auch Bürgeln einen Beitrag leisten und Wohnraum für die Ankömmlinge zur Verfügung stellen.

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Rund 50 Bürger nahmen an der öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates in Bürgeln teil.

Quelle: Elvira Rübeling

Cölbe. Die Flüchtlingsfrage, die sowohl in Cölbe als auch in Bürgeln viele Gemüter bewegt, war der Anlass für viele besorgte Bürger, der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend in Bürgeln beizuwohnen. Der brodelnden Gerüchteküche zum Trotz, wollten sich etwa 50 Bürger selbst ein Bild machen. Aus diesem Grunde wurde die Tagesordnung von Ortsvorsteher Jörg Block auch in der Abfolge geändert.

Bürgermeister Volker Carle berichtete zunächst über die positive Resonanz von vielen Cölber Bürgern, die sich bei ihm spontan nach der Bürgerversammlung in Cölbe (die OP berichtete) gemeldet hatten und Wohnraum anboten. Diese Hilfe, die er sich auch von den Menschen in Bürgeln erhoffe, reiche dennoch voraussichtlich nicht für die Unterbringung der Flüchtlinge aus. Über zusätzliche Baumaßnahmen in Bürgeln werde nachgedacht. Die Aufstockung des Bürgerhauses wurde dabei bereits in Betracht gezogen.

Vorschläge für mögliche Standorte

Dazu gab es an diesem Abend aus der Versammlung viele weitere Vorschläge für mögliche Standorte, die nun geprüft werden. Die Gemeindevertretung Cölbe arbeite zwar schon an einem Konzept, da der Druck hinsichtlich der Flüchtlingsfrage in ganz Europa und in Deutschland wachse, sie möchte aber eine gemeinsame Lösung mit den Menschen vor Ort erarbeiten. Dabei spielen der Standort, bevorzugt auf einer gemeindeeigenen Fläche, und wie viele Menschen dort untergebracht werden können, eine wichtige Rolle. Außerdem muss geklärt  werden, wie viele ehrenamtliche Helfer bereitstehen, um die Flüchtlinge zu betreuen und willkommen zu heißen.

„Keine Ghettobildung und Unterkünfte in unserer Mitte“, dafür sprach sich Dr. Kurt Bunke aus. „Wir dürfen nicht Nein sagen“, appellierte abschließend Friedrich Reichel, der zuvor die Sicht vieler Bürgelner Bürger geschildert hatte. Konkrete Ideen und Vorschläge der Bürger sollen in das Konzept einfließen, erörterte abschließend Kreistagsabgeordneter Heinz Palz, der einen gewissen Handlungsdruck einräumte. Ängste und Befürchtungen beispielsweise hinsichtlich der Integration oder Arbeitsmarktsituation, die einige Stimmen aus dem Publikum zuvor besorgt geäußert hatten, konnten an diesem Abend weitgehend ausgeräumt werden.

Privatinitiative "Stolpersteine"

In diesem Zusammenhang kam auch die Privatinitiative von Hans Junker, „Stolpersteine“ auf öffentlichen Wegen, zur Sprache. Dazu schilderte er sehr ausführlich das Schicksal zweier ehemaligen, jüdischen Familien in Bürgeln, die während der NS-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und schließlich gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Die Ortsbeiratsmitglieder fassten einstimmig den Beschluss für das Vorhaben, das unter anderem aus Spenden und Patenschaften finanziert werden soll. „Menschen kommen zu uns und, wir müssen uns der Herausforderung stellen“, die  Erinnerung an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte stellte die Verbindung zur derzeitigen Flüchtlingssituation her.

Der Ortsbeirat bat nach einstimmigen Beschluss folgendes in den Haushaltsplan der Gemeinde 2016 aufzunehmen: Mittel für ein Geländer an der Treppe zum Haupteingang der Mehrzweckhalle (MZH), Instandsetzung der Mauer am Kindergarten, Instandsetzung der Decken in der MZH, weitere Transportwagen für die Tische in der MZH, Zuweg zur Grillhütte, Verdunkelung des Besprechungsraums, weitere Bestückung der Spielplätze und Mittel für die technische Verbesserung der Heizungsanlage in der MZH.

von Elvira Rübeling

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