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Ungewollter Brückenabriss

Caldern Ungewollter Brückenabriss

Man möchte sich nicht ausmalen, was bei diesem Unfall alles hätte passieren können. Zum zweiten Mal ist die Fußgängerbrücke bei Caldern von einem Lkw abgerissen worden. Wieder war offenbar ein Kran der Auslöser.

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Mächtige Kräfte am Werk: Ein Holztransporter riss gestern mit seinem Kran die Fußgängerbrücke über die L 3092, die das Wohngebiet Im Stetefeld mit dem Lahntaler Ortsteil Caldern verbindet, mit sich.

Quelle: Tobias Hirsch

Caldern. Caldern. Es war ein lauter Schlag, der die Calderner am Montagmorgen gegen 8 Uhr aufschreckte. „Ich habe es in der Küche gehört“, sagt Gisela Müller, eine andere Anwohnerin wusste erst nicht, was das für ein Krach war. „Es klang, als ob ein Lkw einen Glascontainer leert.“

 

Letzteres wird wohl der Moment nach dem Abreißen der Brücke gewesen sein, als das sechs bis acht Tonnen schwere und etwa 15 Meter lange Mittelstück der Brücke auf der einen Seite an der Leitplanke entlanggezogen wurde, während es auf der anderen Seite in die Luft ragte. Als der nur vorne mit Holz beladene Lkw auf der abschüssigen Strecke der L3092 kurz vor dem Ortseingang zum Stehen kam, hatte er mit der ungewollten Fracht noch fast 50 Meter zurückgelegt. Über die Schadenshöhe sind noch keine seriösen Aussagen möglich. Verletzt wurde zum Glück niemand. Doch nur wenige Minuten vorher waren einige Kinder auf dem Weg zum Kindergarten über die Brücke gegangen, die das Wohngebiet Im Stetefeld mit dem Ortskern von Caldern verbindet.

Am Montagmorgen ist zum zweiten Mal die Fußgängerbrücke bei Caldern von einem Lkw abgerissen worden. Wieder war offenbar ein Kran der Auslöser.

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Der Langholztransporter einer Firma aus dem Kreis Olpe hatte zuvor nur wenige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt am Waldrand Holz geladen und war auf dem Weg in Richtung Bundesstraße 62. Nach allem Anschein war der Holzladekran nicht komplett eingefahren, als der Schwerlaster die holzverkleidete Brücke passierte.

Schon einmal, im Oktober 1998, bot sich dort nahezu das gleiche Bild. Auch damals war ein nicht vollständig eingefahrener Kran an einem Laster der Auslöser gewesen. Es sei schon komisch, sagte Lahntals langjähriger Gemeindebrandinspektor Walter Becker, der gestern auch wieder mit den Feuerwehr-Kameraden vor Ort war, gegenüber der OP. „Gerade vor kurzem habe ich den Zeitungsausschnitt von damals noch in der Hand gehabt.“

Nun ist es also wieder passiert, und die zweite Beinahe-Katastrophe an dieser Stelle wird die Diskussion um die ungeliebte Brücke wieder aufleben lassen. Dass es sie überhaupt gibt, geht auf den Bebauungsplan des Wohngebiets Im Stetefeld von früher zurück, die Gemeinde musste die damals dort zugesagte Brücke in den neunziger Jahren bauen, so Bürgermeister Manfred Apell. Vor kurzem war sie erst saniert worden. Eine andere Lösung, etwa eine Ampel oder ein Überweg, war bisher bei der Straßenbaubehörde nicht durchsetzbar, sagte Ortsvorsteher Kurt Vogt. Für ihn ist es jetzt aber Zeit, „endlich“ eine andere Lösung zu suchen, um sicher über die Straße zu kommen. „Wir haben zweimal Glück gehabt, dass niemand zu Schaden kam. Aber wir können doch nicht warten, bis es Opfer gibt, damit sich etwas tut.“ Denn eins steht fest: Wären im Moment des Aufpralls Menschen auf der Brücke gewesen oder auf dem Bürgersteig neben der Straße, wären möglicherweise Tote zu beklagen gewesen. Fürs Erste könnte eine provisorische Fußgängerampel Abhilfe schaffen. Das werde mit den anderen Beteiligten, Gemeinde und Hessen Mobil erörtert, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, sagte Kreissprecher Stephan Schienbein auf OP-Anfrage.

von Michael Agricola

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Unfall
Ein Lkw riss die Fußgängerbrücke in Caldern ein. Foto: Tobias Hirsch

Die Landesstraße 3092 ist zwischen der Klosterbergstraße und Mühlenstraße in Caldern wegen Bergungsarbeiten voll gesperrt.

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