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Und wieder in die Warteschleife

Kita Unterrosphe Und wieder in die Warteschleife

Der Startschuss für die Planung des Kita-Neubaus in Unterrosphe fiel nicht. Die Mehrheit der Stadtverordneten beschloss, die Entscheidung zu verschieben, um sich zunächst mit vorgelegten Zahlen über Kinder und Betreuungsplätze zu beschäftigen.

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Erwartungsvoll saßen die Zuhörer zu Beginn der Sitzung hinten im Saal. Drei Viertel verließen den Saal jedoch sofort, nachdem die Entscheidung zum Kita-Neubau in Unterrosphe von der Tagesordnung genommen wurde.Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Unterrosphe. Volker Drothler (CDU) hatte bereits zur später abgesagten Juli-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nach der Entwicklung von Kindern und Betreuungsplätzen in Wetter seit 2003 gefragt. Zur Sitzung, die am Dienstagabend im DGH in Unterrosphe stattfand, lag nun die Antwort in Form einer Tabelle vor.

Drothler beantragte zu Beginn, den Beschluss über den Kita-Neubau von der Tagesordnung zu nehmen, weil nun Zahlen vorlägen, mit denen sich die Stadtverordneten zunächst beschäftigen müssten. Klaus Gerber (Bündnis 90/Die Grünen) stimmte zu. Dies seien die Zahlen, die er schon früher verlangt hätte. Sie belegten einen Rückgang der Kinderzahlen um 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka wandte ein, es seien statistische Zahlen, die jedes Jahr vorgelegt würden, und dass diese nichts mit dem Projekt in Unterrosphe zu tun hätten. „Es geht nicht darum, mehr Plätze einzurichten, sondern die Qualität der Betreuung zu erhöhen. Es geht um Eltern, die jetzt schon ihre Kinder zur Betreuung nach Wetter geben und dort Plätze besetzen“, sagte er.

Nicklas Zielen (CDU) entgegnete, es gehe aber darum, bedarfsgerecht zu planen.

18 Stadtverordnete stimmten dafür, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, fünf waren dagegen, einer enthielt sich. Daraufhin erhoben sich drei Viertel der 20 Zuhörer, Eltern und Erzieherinnen und verließen missmutig den Saal. Bürgermeister Spanka beantwortete noch eingegangene Einwohnerfragen und trug den Bericht des Magistrats vor, bevor er sichtbar und am lautstarken Schließen der Tür auch hörbar verstimmt ebenfalls für gut zehn Minuten den Raum verließ.

Draußen vor dem Dorfgemeinschaftshaus diskutierte man noch mehr als eine halbe Stunde. Svenja Sauerwald, Mutter zweier Kinder aus Oberrosphe und ehemaliges Mitglied in der Kindergarten-Kommission, meldete sich gestern telefonisch in der Redaktion, und nahm selbst Stellung zu der Entwicklung. „Wir sind frohen Mutes hingegangen, dass es jetzt endlich losgehen kann. Bei den Müttern herrschte Fassungslosigkeit, dass dieses leidige Thema wieder aufgeschoben wurde. Und dies mit Begründung von Beleg- und Kinderentwicklungszahlen, die lange bekannt sind, die die Fraktionsvorsitzenden jedes Jahr von der Stadt bekommen. Da fragt man sich, was die Entscheidungsträger vorhaben und ob das je gebaut werden soll“, sagte sie.

Die Kindergärten in Mellnau und Oberrosphe hätten nur noch bedingte Betriebserlaubnisse durch den Verweis auf das Neubauvorhaben. Die Stadtverordneten hätten diese vor zwei Jahren besichtigt, seien entsetzt über die Zustände gewesen und die Situation werde nicht besser. „Es ist alles durchdiskutiert worden, die Kinder sind die Leidtragenden“, findet Svenja Sauerwald.

von Manfred Schubert

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