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Umfangreiche Umbauarbeiten starten

Soziales Miteinander in Cölbe Umfangreiche Umbauarbeiten starten

Seit 2001 wurden in der Gemeinde Cölbe 174 Wohnhäuser errichtet. Jetzt richtet sich der Fokus immer mehr auf eine Innenentwicklung. Im Cölber Ortskern hat dazu mit „WABL“ ein zukunftweisendes Projekt begonnen.

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Hans-Werner Künkel und Volker Carle stehen in den WABL-Hallen, in denen Veranstaltungen stattfinden.

Quelle: Götz Schaub

Cölbe. Wohnen, Arbeiten, Beschäftigen Leben – kurz WABL – das sind die Zutaten für ein ehrgeiziges Pilot-Projekt des St. Elisabeth-Vereins auf dem Gelände des ehemaligen Berufsbildungswerks in der Lahnstraße in Cölbe. Bürgermeister Volker Carle ist schon sehr gespannt und verspricht sich über dieses Projekt eine spürbare Belebung und positive Impulse für den Kernort seiner Gemeinde. Punktuell erwachen die sogenannten WABL-Hallen schon zum Leben, so auch an diesem Wochenende, wenn dort die „WABLage“ steigt, ein von Kunstschaffenden und vom St. Elisabeth-Verein betreuten Jugendlichen arrangiertes Event mit Musik und Lesungen.

Aber wer genau hinhört und hinsieht, nimmt schon erste Veränderungen wahr. Hans-Werner Künkel vom St-. Elisabeth-Verein führt Carle durch den baulichen Altbestand. Dort gibt es aktuell eigentlich nur entkernte Räume zu sehen. Künkel sieht aber dort vor dem geistigen Auge mehr und lässt Carle daran teilhaben. Er sieht dort unter anderem eine Medienwerkstatt, Schulungsräume, eine IT-Werkstatt, neue Verwaltungsräume und schicke Teeküchen. Und er sieht noch mehr, nämlich ein zusätzliches Stockwerk, das Wohnungen mit integrierten Arbeitsraum bieten soll, für Menschen, die das WABL-Projekt mit Leben füllen sollen.

Dieser Altbaubestand wird modernisiert und erhält ein weiteres Geschoss. Foto: Götz Schaub

„Die Planungen sind zum Teil noch sehr offen gehalten“, verrät Künkel. Unter anderem will man sich dort ausführlich dem Thema Erneuerbare Energien widmen. Deshalb möchte man vor dem Umbau noch eruieren, ob sich in der Nachbarschaft Bürger finden lassen, die Interesse daran haben, ihre Wärme beispielsweise über ein gemeinsames Blockheizkraftwerk zu beziehen. Es geht um eine offene und nachhaltige Gestaltung des Geländes. „Das Thema Bürgerbeteiligung wird hier professionell betreut durch Moderatoren“, sagt Carle. Er glaubt, dass dieses Pilotprojekt auch ein Mosaikstein in einem generellen Umdenkprozess ist. Es geht darum, Ressourcen zu schonen, etwa mit der Bereitstellung von Wohnungen direkt am Arbeitsplatz.

Carle, der selbst im Kernort wohnt, hat natürlich auch seinen Arbeitsplatz im Ort – im Rathaus. Um dort hinzugelangen benötigt er keinen eigenen Dienstwagen. Deshalb hält er einen solchen auch nicht dauerhaft vor. „Wenn ich mal einen brauche, dann miete ich mir einen. Um von A nach B zu kommen, muss man nicht immer ein eigenes Auto besitzen.“ So freut er sich auch darüber, dass im Zuge der WABL-Umsetzung darüber nachgedacht wird, ein Carsharing-Angebot einzurichten. Am besten mit Elektroautos inklusive einer „Zapfsäule“, also einer Ladestation. Carle und Künkel sind sich sicher: Die Generation, die jetzt heranwächst „tickt anders“, hat andere Wert- und Lebensvorstellungen.

Nachhaltigkeit, soziales Zusammenleben, Wohnen und Arbeiten am selben Ort sind da mitentscheidende Bausteine. Carle fände es toll, wenn auf dem Areal, etwa da, wo jetzt nur ein großer Parkplatz ist, Wohnraum für Familien mit mehreren Kindern angeboten werden könnte. „So hätten die Familien Platz, wenn sie ihn brauchen und die Eltern können sich später wieder räumlich verkleinern, wenn die Kinder groß sind. Die Wohnung wäre dann wieder für eine neue Familie frei.

Während der Umbau- und Neubauzeit – ein Teil der alten Bebauung soll auch komplett abgerissen werden –wird die Halle weiterhin für unterschiedliche Veranstaltungen nutzbar sein. „Wir wollen, dass sich hier jetzt schon Menschen treffen können und gemeinsam etwas erleben“, sagt Künkel.

PS: Wer in der Großgemeinde in den Ortskernen bauen möchte kann sicher eines von insgesamt 116 Grundstücken dafür erwerben, sagt Carle.

  • Weitergehende Informationen über das Projekt und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Homepage www.wabl-coelbe.de

von Götz Schaub

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