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Theaterstück weckt die Vergangenheit

1200 Jahre Caldern Theaterstück weckt die Vergangenheit

Ein toller Auftakt für das Jubiläumsjahr: Am Ende standen die Zuschauer, um das unterhaltsame Stück „Woas ess da en Calern luhs?“ aus der Feder von Hartmut Kamm und dessen Darsteller mit begeistertem Applaus zu feiern.

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Der Präzeptor (Carsten Kamm) prüfte im Klassenzimmer der 1920er-Jahre zuerst die Sauberkeit der Hände der Schüler (Inge Sprenger, Christel Groß, Matthias Felgenhauer, Silke Felgenhauer und Bernd Felgenhauer).

Quelle: Manfred Schubert

Caldern. Der erste Streich ist gelungen: die Auftaktveranstaltung zur 1200-Jahr-Feier in Caldern war ein voller Erfolg. Trotz eisglatter Straßen waren am Samstagabend etwa 250 Menschen ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um das Theaterstück „Woas ess da en Calern luhs?“ zu sehen.

Calderns bewährtem Theatermacher Hartmut Kamm ist es in seinem neuesten Stück anlässlich des Jubiläums gelungen, geschichtliche Daten und Fakten auf unterhaltsame Weise zu vermitteln und zugleich einen spaßigen Blick auf das Leben im Dorf in älterer und jüngerer Vergangenheit zu werfen. Dabei konnte der Autor und Regisseur auf sechs bereits erfahrene Schauspieler aus Männergesangverein und freiwilliger Feuerwehr zurückgreifen, aber auch vier ganz neue weibliche Talente gaben am Samstagabend ihr Debüt auf der Bühne.

Mit einem kleinen Kniff verknüpfte Kamm Vergangenheit und Gegenwart auf der Bühne miteinander. Ein Fremder namens Freddi (Timo Felgenhauer) kam auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu Hannes (Reiner Felgenhauer) und fragte bei der Gelegenheit, was es mit dem Dorffest auf sich habe.

Aus „Calantras“ wird später Caldern

Damit war er genau beim Richtigen gelandet, denn Hannes hatte nicht nur die Dorfchronik parat, die über die urkundliche Ersterwähnung „Calantras“ im Jahre 817 berichtet. Vor allem hatte er ein Fenster mit besonderen Eigenschaften geerbt. Wer an dessen Kraft glaube sowie ein spezielles „Elixier“ zu sich nehme, könne durch das Fenster in die Vergangenheit schauen, erklärte Hannes.

Und praktischerweise sahen auch die Besucher im Saal, was die beiden nach etlichen Gläschen wahrnahmen: Den Burgherrn Wichelm und dessen Frau im 9. Jahrhundert, durch dessen Übertritt zum Christentum und Schenkung seiner Güter und Ländereien ans Kloster Fulda genannte Ersterwähnung zustande kam. Eine Szene aus dem 13. Jahrhundert, die im bis 1527 bestehenden ­Zisterzienserinnenkloster spielte, wo sich die Nonnen über den dicken und gefräßigen Bischof lustig machten, der just zum Überraschungsbesuch eintraf. Eine Szene zu Dorfleben, Vereinen und Handwerk nach 1920, in der es nach einer Probe des Männergesangvereins zur Alarmierung der Feuerwehr kam, da jemand dem Schmied einen Streich gespielt und dessen Schornstein mit einer Glasplatte abgedeckt hatte. Sowie eine Szene aus der Dorfschule, die es bis 1973 in Caldern gab, in der der Präzeptor zur Freude der Zuschauer seine Mühe mit der mundartlich geprägten Rechtschreibung und anderen Eigenarten der Schüler hatte.

Gelungener Auftakt mit Theaterstück

Nach 90 sehr unterhaltsamen Minuten, in denen es viel zu lachen gab, wollte Hannes Frau Agathe ihrem Mann das Versprechen abnehmen, das Fenster für immer wegzupacken. Genau da kam ein weiterer Fremder herein und fragte „Woas ess da hie en Calern luhs?“.

Viele der begeisterten Zuschauer erhoben sich und bedachten das Stück und dessen Darsteller (neben den bereits Erwähnten, Walter Becker, Bernd Felgenhauer, Matthias Felgenhauer, Silke Felgenhauer, Annika Giese, Christel Groß, Carsten Kamm und Inge Sprenger), die seit Oktober geprobt hatten, mit begeistertem Applaus.

Auch Ortsvorsteher Hans Jung freute sich über den gelungenen Auftakt und dankte dem Arbeitskreis Auftaktveranstaltung. Als Geschenk überreichte er einen Feuerkorb mit dem Wappen Calderns an Vertreter des Fördervereins Caldern 2017 und der Ortsvereine. Danach übernahm Alleinunterhalter Matthias Heuser aus Niederwalgern die Regie und die Tanzfläche füllte sich rasch.

  • Außer mit der eigenen Homepage caldern2017.de ist Caldern auch auf Facebook präsent. ­Unter www.facebook.com/caldern2017 sind neben neuen Informationen auch historische sowie aktuelle Fotos aus Caldern zu finden.
 
Termine
Der Zeitplan für die weiteren Veranstaltungen: Am 11. Februar folgt die erste Grenzbegehung, am 30. April die zweite Grenzbegehung. Am 3. Juni steht die Dorfbegehung zur Historie Calderns auf dem Programm. Am 18. August ist der Festkommers, am 20. August der stehende Festzug vorgesehen, am 22. Oktober die dritte Grenzbegehung.

von Manfred Schubert

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