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„Tauben - besser als jeder Urlaub“

"Einigkeit" Bürgeln „Tauben - besser als jeder Urlaub“

Die Sieger des Brieftaubenvereins „Einigkeit“ in Bürgeln verraten, was an ihrem Hobby dran ist. Zugleich bangen sie um den Fortbestand des Vereins.

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Der neue Vorstand und die Sieger des Reisejahres 2013: (Hinten von links) 1. Beisitzer Wiegand Göttig, 2. Beisitzer Norbert Preisz, (Mitte von links) 1. Vorsitzender Reinhard Kappel, Thorsten Welk, Schriftführerin Tanja Seibel, 2. Vorsitzender Wilhelm Damm, (vorne von links) Nele Welk und Alina Welk. Foto: Elisabeth Beikel

Bürgeln. Tauben oder Fußball? Dieser Entscheidung musste sich Reinhard Kappel, 1. Vorsitzender des Brieftaubenvereins „Einigkeit“ Bürgeln, in seiner Jugend stellen und so wählte er das entspannendere Hobby, die Brieftauben. Seit 40 Jahren ist er nun dabei und von Reue ist keine Spur.

Während eines Rehaaufenthalts war Kappel sogar beim autogenen Training in Gedanken schnell wieder bei seinen Tauben. Er erinnerte sich: „Jeder sollte an etwas Schönes denken. Andere dachten an Urlaub, Sonne, Strand und Meer, aber ich dachte an meine Tauben. Denn das ist es, was mich am meisten entspannt.“

Leider gibt es nicht mehr viele Menschen, die so empfinden. Der Verein besteht mittlerweile aus 23 Mitgliedern, darunter 2 Aktive und 3 Jugendliche. Aufgrund der niedrigen Beteiligung sieht der Verein sich gezwungen, sich im Oktober aufzulösen.

Kappel erklärt: „Die Jugendlichen heutzutage haben einfach ganz andere Interessen als damals.“ Die Taubenzucht erfordere eine gewisse Hingabe: Zwei Stunden pro Tag müssen zum Säubern und Füttern eingeplant werden. Außerdem fallen Kosten für das Futter und elektronische Chipringe an, die für die Zeitmessung benötigt werden.

Davon lassen sich die achtjährige Nele Welk und die elfjährige Alina Welk nicht abschrecken. Seitdem Papa Thorsten Mitglied ist, interessieren sich die beiden Schwestern auch für die Taubenflüge. Ihr Vater musste die beiden noch nicht einmal dazu überreden, denn Nele war von vornherein begeistert: „Ich hab‘ immer geholfen zu misten.“

„Wir machen weiter,egal was passiert“

Den Tauben die Ringe anziehen, müsse aber der Papa, denn da traue sich Nele noch nicht ran. Besonders fasziniert sind die Mädchen davon, wie schön die Tauben fliegen und dass man viel an der frischen Luft sei, während andere Jugendliche in ihrem Alter die Zeit an der Spielekonsole verbringen.

Dass der „Kampfgeist“ im Verein noch lange nicht erloschen ist, merkt man an den Erfolgen. Besonders Elisabeth und Wilhelm Damm aus Bracht ließen sich kaum einen ersten Platz entgehen. Insgesamt verschickte der Verein 1718 Tauben im Jahr 2013, knapp 1000 weniger als im Vorjahr. Dabei legten diese Strecken von Kaiserslautern bis Toul in Frankreich und von Weibersbrunn bis Hemau zurück.

Falls es zur Auflösung des Vereins kommen sollte, werden sich die Züchter einem anderen der fünf Vereine aus dem Regionalverband Lahn-Eder anschließen müssen. Denn für die Taubenliebhaber steht fest: „Wir machen weiter, egal was passiert!“

Neue Mitglieder sind willkommen. Kontakt unter Telefon 0173/6555570 (Reinhard Kappel)

von Elisabeth Beikel

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