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Synoden bitten gemeinsam um Mittel

Kirchenkreis besetzt Stelle für Flüchtlingsseelsorge Synoden bitten gemeinsam um Mittel

Die 76 Teilnehmer der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kirchhain hatten ein umfangreiches Programm zu bewältigen – von Haushalt über Flüchtlingsarbeit bis hin zu Wahlen.

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Als Landessynodalen des Kirchenkreises Kirchhain und deren Stellvertreter gewählt wurden Pfarrer Wilhelm Hammann (von links), die Vorsitzende der Kreissynode, Emmi Katharina Frenzl, Henning Kaiser, Heinrich Trier, Gunther Martin und Pfarrer Dr. Georg Kuhaupt.

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Die Sitzung im Gemeindezentrum begann mit einer von Pfarrer Dr. Matthias Franz gehaltenen Andacht in der Stiftskirche. Propst Helmut Wöllenstein ging in seinem Grußwort auf die Flüchtlingsproblematik ein. „Was bei der Aufnahme von Flüchtlingen im Kirchenkreis Kirchhain geleistet wird, ist aller Ehren wert. Das gibt es nicht allerorten, von der Seelsorge für christliche Flüchtlinge bis zu Kirchenasyl. Bald werden wir gefragt werden, was unsere Gebäude als Unterkünfte und unsere Kindergärten bei der Betreuung angeht“, sagte er.

Außerdem wies er auf den Beschluss des Landeskirchenrates  hin, eine Million Euro für die soziale Arbeit mit Flüchtlingen bereitzustellen sowie zwei Ferienheime als Wohnheime zur Verfügung zu stellen. Er appellierte: „Am Arbeitsplatz oder im Verein muss klar werden, was unsere Haltung ist. Unsere Pflicht als Christen kann nur sein, Menschen in Not zu helfen.“ Kirche könne integrieren und versöhnen.

Synode bittet um Mittel für zwei Vollzeitstellen

Auch Dekan Hermann Köhler nahm in seinem Bericht zu dem Thema Stellung: „Uns als Christen ist geboten, über alle Grenzen hinweg für Menschen einzutreten und sie anzunehmen.“ Die Gesellschaft und die Kirche stünden vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. „Wir wissen, Willkommenskultur ist nicht alles. Ängste werden wach. Wird die Stimmung kippen, wenn Ressourcen knapper werden und wir teilen müssen?“, fragte er. Seit dem 1. Oktober gebe es im Kirchenkreis eine Viertelstelle für Flüchtlingsseelsorge, die mit Pfarrerin Petra Zimmer aus Schweinsberg besetzt wurde.

Der Kirchenkreis werde Mittel für Gemeinden vorsehen, die aktive Flüchtlingsarbeit betreiben. Die Synode beschloss einstimmig, gemeinsam mit der Kreissynode Marburg die Landessynode zu bitten, die Mittel für zwei Vollzeitstellen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Cappel und Neustadt bereitzustellen. Diese sollen zunächst drei Jahre durch die Asylverfahrensberatung des Diakonischen Werkes Oberhessen besetzt werden. Falls diese Stellen unter das von der Landeskirche beschlossene Sofortprogramm fallen, soll der Kreisvorstand einen entsprechenden Antrag stellen.

Gemeindehäuser werden nicht ausreichend genutzt

Ebenfalls einstimmig beschlossen die Synodalen den Haushaltsplan für die Jahre 2016 und 2017. Er weist Erträge von je etwa 1,83 Millionen Euro aus bei Aufwendungen von 1,92 Millionen Euro für 2016 und 1,90 Millionen Euro für 2017. Die Fehlbeträge von 87.662 Euro für 2016 und 68.242 Euro für 2017 sollen aus den Rücklagen gedeckt werden, erläuterte Pfarrer Friedhelm Wagner. Ende 2013 gehörten dem Kirchenkreis 42.024 Gemeindeglieder an, Ende 2014 waren es 41 536.

Wesentlich kritischer als vor zwei Jahren, als es nur eine Gegenstimme und vier Enthaltungen gab, sahen die Synodalen den sogenannten Gebäudebedarfsplan. Dessen Fortschreibung lag für zwei weitere Jahre zum Beschluss vor. Die Landessynode hatte einen Schlüssel für die Zuweisung von Mitteln zur Bewirtschaftung und Unterhaltung von Gemeindehäusern und -räumen beschlossen. Dieser Schlüssel geht von 200 Quadratmetern pro 1.700 Gemeindeglieder aus. Damals gab es im Kirchenkreis Kirchhain mit 7.189 Quadratmetern einen Überschuss von 2.191 Quadratmetern, mittlerweile sind es mit 6.552 Quadratmetern immer noch 1 656 Quadratmeter zu viel.

Einige Synodalen merkten an, dass die angeblich überschüssigen Flächen für die Gemeindearbeit gebraucht würden. Kirchenkreisamtsleiter Gerhard Rödiger sagte hierauf, die Sorge der Landeskirche sei, dass die Gebäudeunterhaltung irgendwann zu teuer werde und sich auf lange Sicht an der Reduzierung der Quadratmeterzahlen nichts ändern werde. Zwar habe der Kirchenkreis im Moment noch kein Druckmittel, eine Gemeinde zu zwingen, Gebäude abzugeben. Wenn aber plötzlich der Zustand eines Gebäudes zur Verkehrssicherungspflicht führe, sei man im Dilemma. Propst Wöllenstein sagte, im Landesdurchschnitt würden die Gebäude zu 16 Prozent genutzt, daher sei eine Reduktion unabdingbar. Schließlich stimmten 33 Synodalen für die Fortschreibung, 9 dagegen, 32 enthielten sich.

Das Ergebnis zur Wahl der Vetreter in der Landessynode:

Die Synode des Kirchenkreises Kirchhain bestimmte ihre Vertreter in der Landessynode für die kommenden sechs Jahre.

Laien : Heinrich Trier (Erksdorf), Stellvertreterin Emmi Katharina Frenzl (Amöneburg), die Vorsitzende der Kreissynode; Henning Kaiser (Rauschenberg-Ernsthausen), Stellvertreter Gunther Martin (Kirchhain).

Geistliche Vertreter: Pfarrer Wilhelm Hammann (Goßfelden-Sarnau), Stellvertreter Pfarrer Dr. Georg Kuhaupt (Kirchhain).

von Manfred Schubert

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