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Sicherheit rangiert auch vor der Routine

Kurhessischer Verein für Luftfahrt Sicherheit rangiert auch vor der Routine

Vor dem Spaß am Fliegen muss immer erst die Sicherheit stehen. Der Kurhessische Verein für Luftfahrt Marburg bietet für seine Mitglieder weiterführende Seminare an

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Bei jedem Flug gilt: Sicherheit zuerst.

Quelle: Archiv

Schönstadt. Der tragische Tod zweier Vereinsmitglieder durch einen Flugzeugabsturz im vergangenen Jahr (wir berichteten gestern über den Abschlussbericht der Unfalluntersuchung) bedingte eine Neuaufstellung der Führungsmannschaft.

Für den verstorbenen Vereinsvorsitzenden Hans-Jörg Schwarz übernahm zunächst Martin Krebs aus Kirchhain Verantwortung. Doch konnte er sein Engagement an der Spitze des Vereins aufgrund beruflicher Herausforderungen im Ausland nicht aufrecht erhalten. Aber er konnte seine Verantwortung sorgenfrei zurückgeben, denn die Nachfolge wurde intern bereits diskutiert und wird als gesichert angesehen.

Die Faszination Fliegen zieht immer wieder neue Menschen in ihren Bann, so dass der Verein sich immer wieder über Zulauf freuen darf. Starken Zuwachs verzeichnete der Verein 2012 beim Segelflug. Zwölf Schüler galt es in die Regeln und Kunst des Segelfliegens einzuweisen. Das Besondere daran ist, dass bereits Jugendliche ab 14 Jahren den Segelflugschein ablegen können. „Die Arbeit mit Jugendlichen macht uns sehr viel Spaß“, sagen Martin Krebs und Werner Hoffarth, der die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins inne hat, unisono. Zudem wurden zwei Motorflugschüler ausgebildet. Intern standen verschiedene Weiterbildungen auf dem Programm. Gleich drei Piloten ließen sich zum Motorfluglehrer ausbilden, einer von ihnen ist übrigens Martin Krebs.

Um der damit einhergehenden Verantwortung gerecht zu werden, widmete sich der Verein auch sehr intensiv dem Thema Sicherheit. „Das ist jetzt nichts Neues, natürlich gehört dieses Thema immer mit dazu, aber es muss auch immer in den Köpfen bleiben“, sagt Werner Hoffarth. Routine sei sehr wertvoll, dürfe aber nie den Sicherheitsgedanken schwächen.

„Wir haben deshalb einen Arbeitskreis eingerichtet und wollen die Sicherheitsphilosopie fest verankern“, sagt Krebs. Niemand zweifelt am fliegerischen Können der einzelnen Piloten. Dafür gibt es von je her so viele Vorgaben, die erfüllt sein müssen. Doch müsse sich jeder, der abhebt, stets und bei jedem Flug bewusst sein, in welcher Maschine er sitzt und was man mit dieser machen kann und was nicht. Erst recht, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Vor jedem Flug wird Maschine durchgecheckt

Um Materialfehler so gut wie auszuschließen, kontrollieren die Piloten die Flugzeuge am Morgen eines jeden Flugtages und verpflichtend nach einer allgemein gültigen Checkliste noch einmal vor jedem Flug.

„Zudem dürfen in keinster Weise persönliche Einflüsse eine Rolle während des Fluges spielen, wie etwa aufkommender Zeitdruck durch einen anstehenden Termin. In der Luft ist nur die Sicherheit wichtig“, so Krebs.

In verschiedenen Seminaren die von renommierten externen Experten angeboten werden, soll das Thema Sicherheit im laufenden Winterhalbjahr eingehend behandelt werden.

Zusammen mit einigen Jugendlichen wurde bereits ein Segelflugsimulator gebaut, der sich großer Beliebtheit erfreut und natürlich auch dazu beiträgt, ein Gefühl für ein gutes Risikomanagement zu erwerben.

Der Segelflugnachwuchs darf sich auch auf ein neues Flugzeug freuen, das im Laufe des Jahres in Schönstadt eintreffen wird. In der kalten Jahreszeit liegt die Vereinsarbeit keineswegs brach. In der Regel werden in dieser Zeit die Flugzeuge eingehend gewartet, lackiert und in den bestmöglichen Zustand versetzt. „Da können die Jugendlichen Mitglieder noch allerhand handwerkliche Fertigkeiten erwerben“, sagt Werner Hoffarth. Er selbst gehört zu den Ballonfahrern im Verein und freute sich zuletzt sehr über den neuen Ballon „Marburg“, der 2012 eigens von Oberbürgermeister Egon Vaupel getauft wurde. „Wir haben einen Piloten hinzu gewonnen, ein weiterer befindet sich in der Ausbildung“, informiert Hoffarth.

Auch sonst gibt es immer was zu tun. Die Hallendacherneuerung auf dem Flugplatz in Schönstadt soll beispielsweise auch mit der Installierung einer Solaranlage einhergehen. „Wir sind da mit der Energieinitiative Nordkreis im Gespräch“ sagt Krebs, der mittlerweile sein Amt als Vorsitzender aus genannten Gründen zur Verfügung gestellt hat. Für ihn führt derzeit Gerd Staub als Interimsvorsitzender den Verein. Über die Nachfolge soll während der Jahreshauptversammlung am 22. Februar entschieden werden. Staub hat sich bereiterklärt zu kandidieren.

von Götz Schaub

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