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Schuss aus Gaspistole verletzt 22-Jährigen

Aus dem Gericht Schuss aus Gaspistole verletzt 22-Jährigen

Eine Schreckschusspistole, ein wenig Marihuana, Alkohol und ein physisch und psychisch unterlegener Hausmitbewohner waren die Voraussetzungen für zwei Männer, um sich erneut strafbar zu machen.

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Ein 31-Jähriger Mann schoss mit einer Schreckschusspistole auf den 22-jährigen Mitbewohner seines Freundes und verletzte diesen am Kopf.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Im Juli 2015 besuchte der 31-jährige Busfahrer, dem gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt wurde, den 28-jährigen Hartz-IV-Empfänger, der sich wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Verstößen ­gegen das Waffengesetz verantworten musste. Letzterer wohnte in einem Mietshaus in Wetter, das er zum damaligen Zeitpunkt mit zwei weiteren Männern bewohnte. Einer davon war der 22-jährige Geschädigte.

Enthemmt durch die gemeinsam konsumierten Drogen kamen die beiden Männer auf eine Idee. „Ich hatte diese Gaspistole schon länger, und wir haben dann auf einen Eimer in meinem Zimmer geschossen“, meinte der 28-Jährige. Die Waffe war für CO2-Munition gedacht, Kaliber: 4,5 Millimeter. Die Polizei fand im Zuge einer Hausdurchsuchung noch eine weitere Schreckschusspistole sowie einen Schlagring.

Die zwei Männer schikanierten den Geschädigten

Laut dem Geschädigten habe sich sein Mitbewohner häufig einen Spaß aus Neckereien und Schikanen gemacht. „Mein Mitbewohner wollte, dass ich für ihn einkaufen gehe und hat mich in sein Zimmer gerufen“, meinte der 22-Jährige. Kurz nach Betreten des Zimmers eröffnete der 31-Jährige das Feuer.

Vier Schüsse gab er auf den Mitbewohner seines Freundes ab. Zwei trafen ihn am Bein, ein anderer am Gesäß. „Das hat nicht wirklich weh getan“, versicherte der 22-Jährige. Doch es war der letzte Schuss, der „das Fass zum Überlaufen brachte“, wie es der Geschädigte ausdrückte.

Nachdem der Mann das Haus verlassen hatte, schoss der 31-Jährige aus dem Fenster des dritten Stocks. Das Projektil traf den Geschädigten am Hinterkopf, der kurz darauf in sein Zimmer zurückkehrte und für zehn Minuten das Bewusstsein verlor. Bleibende Schäden gab es keine.

Richterin schätzte den Schuss als Absicht ein

Während sich der Schütze nur begrenzt zum Tatbestand äußerte, machte der 28-Jährige umfassende Angaben und stellte den Vorfall als Unfall dar. „Mein Freund hat einfach aus dem Fenster geschossen und wollte­ meinem Mitbewohner Angst machen. Aber er wollte ihn niemals treffen“, beteuerte er.

Doch das kaufte ihm weder Stefan Houbé, Vertreter der Anklage, noch Richterin Barbara Steinmann ab. „Wenn man aus dem dritten Stock schießt und jemanden am Hinterkopf trifft, dann ist das kein Unfall“, richtete sich Steinmann an den 31-Jährigen. Die Verwicklung des 28-Jährigen stufte die Richterin auf Beihilfe zurück.

Die zwei Männer müssen in den kommenden sechs Monaten 120 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Die beiden mehrmals Vorbestraften bekamen eine Bewährungsstrafen auferlegt: zehn Monate für den 31-Jährige, sieben Monate für den 28-Jährigen.

von Benjamin Kaiser

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