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Schulstandorte sind nicht gefährdet

Korrektur Schulstandorte sind nicht gefährdet

Am 13. Mai stellte der Landkreis auf der Internetplattform der Hessischen Ausschreibungsdatenbank eine Wettbewerbsbekanntmachung online: Dabei geht es um eine Erweiterung der Burgwaldschule Wetter.

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Die Grundschule in Mellnau ist eine Außenstelle der Burgwaldschule Wetter. Und so soll es bis auf Weiteres auch bleiben.

Quelle: Thorsten Richter

Mellnau. „Jetzt ist es amtlich: Schulstandorte Mellnau und Oberrosphe sollen geschlossen werden“. Mit dieser Schlagzeile beginnt der frisch verschickte Newsletter von Mellnau im Internet. Und ja, es gab einen guten Grund, das zu glauben. Andreas Ditze, Mitglied des Mellnauer Ortsbeirats und Verfasser des Newsletters, hatte es selbst gelesen. Und zwar im Internet bei der Hessischen Ausschreibungsdatenbank (siehe Hintergrund). Dort geht es eigentlich um die Erweiterung der Grundschule Burgwaldschule Wetter. Der „Hammer“, der Ditze traf, befand sich dann in dem Begründungstext für die Erweiterung.

Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hatte bereits vor gut zwei Wochen Kenntnis über die Wettbewerbsbekanntmachung erlangt und reagierte auch sofort. Er schrieb eine E-Mail ins Kreishaus mit der Bitte, ihm zu erläutern, wie denn der Kreis darauf komme, die Schulstandorte Mellnau und Oberrosphe schließen zu wollen.  

Versehen entstand aus einer Unstimmigkeit

Spanka gestern gegenüber der OP: „Ich habe mich gefragt, warum so etwas in den Raum gestellt wird, ohne auch nur einmal mit uns als Kommune darüber gesprochen zu haben. Weder über eine Schließung der Außenstellen, noch über die Erweiterungspläne. Die Burgwaldschule liegt mitten in der Stadt, da sollten wir schon mit eingebunden werden.

Spanka erhielt aus dem Kreishaus die Antwort, es habe sich bei der Begründung für die Erweiterung der Burgwaldschule um ein Versehen gehandelt, das aus einer Unstimmigkeit zwischen dem zuständigen Fachbereich und dem Ausschreibungsbüro entstanden sei. Der Fehler werde umgehend korrigiert.

Doch wer wie Ditze auf der Seite landete, las weiterhin von einer geplanten Schließung.  Wie konnte das sein? Das hängt in der Tat mit der Präsentation im Internet zusammen. Es gibt sehr wohl eine aktualisierte Version, doch wird diese erst durch das Anklicken der Sparte Korrekturen sichtbar. Der Ursprungstext bleibt davon unberührt.

Korrektur ist vorhanden, aber nur extra einzusehen

„Das Planungsbüro hat aufgrund einer Formulierung aus einem früheren Schulentwicklungsplan fälschlicherweise die Information mit einer möglichen Schließung aufgenommen. Das wurde zwar umgehend korrigiert, war in der Ausschreibung aber dann präsent“, sagt denn auch der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow als zuständiger Schuldezernent auf Anfrage der OP.

Und als Schuldezernent versichert er auch: „Aus Sicht des Landkreises gibt es aufgrund der statistischen Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes (SEP) – anders als noch im SEP aus dem Jahr 2012 angenommen – derzeit keine Notwendigkeit zu einer Diskussion über eine Standortaufgabe.“ So, diese Aussage steht jetzt auch geschrieben, und zwar hier an dieser Stelle in der OP. Und Zachow steht voll und ganz dazu.

Zachow: „Erfreuliche Steigerung der Schülerzahlen“

Der SEP ging seinerzeit noch davon aus, dass zeitweise an beiden Standorten „Einklassigkeit“ zu erwarten war, erläutert er weiter. In diesem Fall wäre laut Schulentwicklungsplan über die Außenstellen eine Entscheidung zu treffen. Zachow dazu: „Hingegen verzeichnet die Fortschreibung eine erfreuliche Steigerung der Schülerzahlen. Sofern es keine wesentlichen Abweichungen von dieser aufgrund von Geburtenzahlen erstellten Prognose gibt, wären hinreichend Schüler für die Bildung von zwei Klassen vorhanden.“

Laut Burgwaldschule Wetter werden in Oberrosphe 39 und in Mellnau 33 Schülerinnen und Schüler beschult. Darunter sind auch Kinder aus Unterrosphe, wo derzeit der neue Kindergarten für die drei Orte entsteht. In Oberrosphe sind die Klassen ein und zwei, in Mellnau die Klassen drei und vier untergebracht.

Der Hauptstandort in Wetter mit 180 Schülern benötigt auch ganz ohne die Hinzunahme der Schüler aus den Außenstellen dringend mehr Platz. „Die Kapazitäten sind ausgereizt“, sagt denn auch Schulleiterin Petra Steuber.
Die Verwaltung beschränke sich schon auf ein Minimum an Platz. Derzeit werden an der Schule zusätzlich zwei Intensiv-Klassen unterrichtet, die sich aus Kindern von Asylbewerbern zusammensetzen. Sie kommen aus dem Schulverbund Wetter, also auch aus Orten wie Cölbe, Amönau, Sterzhausen und Caldern. Die Erweiterung des Hauptstandorts in Wetter ist sehr gewünscht und notwendig, macht Steuber deutlich.

 
Hintergrund
Das ist die Original-Passage in der Wettbewerbsbekanntmachung, auf die sich der Wirbel um die vermeintliche Schließung der Grundschulen in Mellnau und Oberrosphe bezieht: „In der 3. Statistischen Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes des Landkreises Marburg-Biedenkopf für die Schuljahre 2014/15 bis 2020/21 sind die prognostizierten Schülerzahlen für die Burgwaldschule Wetter sowie deren Außenstellen Mellnau und Oberrosphe ausgewertet worden. Es ist geplant, die beiden Außenstellen zu schließen und die dortigen Schüler am Hauptstandort Wetter zu unterrichten. Die Burgwaldschule als Grundschule besuchen dann rund 250 Schüler, die Räumlichkeiten müssen der erhöhten Schülerzahl, den gestiegenen Anforderungen an die pädagogischen Konzepte sowie der Inklusion und der Integration Rechnung tragen und angepasst und erweitert werden. Insgesamt wird für die geplante Erweiterung eine Fläche von rd. 900 m² (Nutzflächen) bzw. ca. 1.100m² BGF benötigt. Die Restflächen dienen als Außenspielbereich und sollen einer sinnvollen pädagogischen Nutzung zugeführt werden.“

von Götz Schaub

 
Auch die Grundschule in Oberrosphe soll erhalten bleiben. Foto: Thorsten Richter
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