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Schüler finden Handgranate

Schreck beim Klassenausflug Schüler finden Handgranate

Nichts ahnend entdeckte eine Gruppe Schüler der Grundschule Amönau während ihres Wandertags ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg.

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Es war eine amerikanische Handgranate, ähnlich diesem Modell, das die Kinder im Feld zwischen Warzenbach und Treisbach entdeckten.

Quelle: J.-L. Dubois

Warzenbach. Es war in der vergangenen Woche, kurz vor den Sommerferien, als eine Gruppe von Schülern mit ihrer Lehrerin Petra Jäger und einigen Eltern auf einem Feldweg von Warzenbach nach Treisbach unterwegs waren. Dort fanden sie in einem Graben am Wegesrand eine amerikanische Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Einige der Kinder hoben die Handgranate auf und zeigten sie ihrer Klassenlehrerin. Ein Vater blieb zurück, um auf die alarmierte Polizei zu warten. Da die Schüler nicht auf diesen Fund vorbereitet waren, soll der Umgang mit Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg nach den Ferien in der Schule thematisiert und der Vorfall aufgearbeitet werden. „Die Eltern werden mittels eines Elternbriefes darüber informiert, dass ein solcher Fund jederzeit vorkommen kann“, erläutert Helke Bender, Schulleiterin der Grundschule Amönau. „Eltern sollten mit ihren Kindern über solche Funde sprechen und sie für das Verhalten in einer solchen Situation sensibilisieren.“

Dies scheint jedoch nur einer von vielen Funden zu sein. Einige Schüler erzählten, dass bereits zuvor solche Altlasten auf den Feldern der Landwirte aus der Umgebung gefunden worden seien, berichtete die Schulleiterin.

Gerhard Gossens, Sprecher des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidiums Darmstadt, betonte: „Die Auffinder haben sich vorbildlich verhalten, indem sie die Polizei riefen.“ Da jederzeit die Gefahr einer Auslösung des noch vorhanden Zünders besteht, kann dies unter Umständen tödliche Folgen haben. Sobald die Beamten vor Ort eintrafen, verständigten diese den Kampfmittelräumdienst.

Der Kampfmittelräumdienst identifizierte die Granate als amerikanische Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. „Die Zündsysteme der Handgranate sind noch vorhanden gewesen, waren aber korrodiert“, erklärt Gossens. Höchstwahrscheinlich hätte die Handgranate nicht mehr gezündet. Laien können dies jedoch nicht erkennen, betonte der Experte.

Die Beamten des Räumdienstes nahmen den Fund mit, um die Handgranate vorschriftsgemäß zu vernichten. Jährlich wird der Kampfmittelräumdienst 350 bis 400 Mal gerufen. Eine Zahl, der noch in hessischen Böden zu findenden Kampfmittel, gibt es nicht. „Zufallsfunde werden in den nächsten zehn Jahren immer wieder auftreten“, sagt Gossens.

von Verena Pophanken

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