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Schriftzüge, die die Welt nicht braucht

Graffiti-Schmierereien Schriftzüge, die die Welt nicht braucht

Irgendwann im Dezember sprühte ein Unbekannter seine „Zeichen“ auf verschiedene Flächen in Wetter, unter anderem auch auf eine Mauer an der Weinstraße.

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Diese Graffiti in der Weinstraße machen Wetter ganz bestimmt nicht schöner.

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Es gibt Dinge, die ohne Sinn und Verstand geschehen und sich dafür hartnäckig halten bei Hitze, Regen, Eis und Schnee und deshalb auch leicht hohe Reinigungskosten nach sich ziehen: Graffiti-Schmierereien. Im Dezember war eine Person offenbar mehrfach in Wetter aktiv und verunstaltete private wie auch öffentliche Flächen mit seinem offenbar individuellen Schriftzug.

Die Polizei nahm die Taten auf und bat auch über Medien um Hinweise. „Bisher hat sich da leider nichts ergeben“, sagt Polizeisprecher Martin Ahlich auf Anfrage der OP. Dabei kann das Vorgehen des unbekannten Sprayers durchaus als ungewöhnlich angesehen werden. Die Person sprayte nämlich auch in Gegenden, wo auch zur Nachtzeit ein hohes Entdeckungsrisiko herrscht.

Motivation des Sprayers unklar

Die Weinstraße beispielsweise ist eine Ortseinfahrtsstraße aus Richtung Lahntal. Dort sprühte er mehrfach dasselbe Muster, wohl sein Erkennungszeichen in der Szene von wilden Sprayern, an eine Mauer eines Privatgrundstücks. In der Amönauer Straße wurden zwei Scheunen mit schwarzer, roter und blauer Farbe beschmiert. Gelbe Farbe kam schließlich im Brentanoweg zum Einsatz. An der Ecke Justus-Vultejus-Straße/Schillerstraße wurde ein Verteilerkasten besprüht. Auch dort hätte der Sprayer leicht entdeckt werden können.

Mit welcher Motivation der Sprayer im Dezember in Wetter unterwegs war, steht in den Sternen. Fest steht hingegen, dass seither keine neuen Graffiti entdeckt und zur Anzeige gebracht wurden. Die Polizei geht trotz der verschiedenen Farben, die genutzt wurden, von einem Einzeltäter aus. Und noch immer gilt, wer sachdienliche Hinweise liefern kann, meldet sich bei der Polizei Marburg unter Telefon 06421/4060.

Hintergrund
Nicht genehmigtes Graffiti-Sprühen stellt in jedem Fall eine Straftat dar. Und so lange das Graffiti „hält“, so lange haften Sprayer auch für den Schaden. Will heißen, wer zur Tatzeit 16 Jahre alt ist und innerhalb der nächsten 30 Jahre ermittelt wird, haftet im vollen Umfang. Kinder bis zum 14. Lebensjahr sind zwar strafunmündig, können aber ab dem siebenten Lebensjahr zivilrechtlich schadenersatzpflichtig gemacht werden. Täter zwischen 14 und 21 Jahre haben da schon mehr zu befürchten, je nach Sachlage kann man auch bis zu fünf Jahre in der Jugendstrafanstalt landen. Übrigens: auch wenn es mehrere Täter waren und nur einer von ihnen erwischt wird, muss dieser für den Gesamtschaden haften.

von Götz Schaub

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