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Schnellere Hilfe für alle Lahntaler

Neue Rettungswache Schnellere Hilfe für alle Lahntaler

Seit dem 15. September ist die neue Malteser-­Rettungswache in Betrieb. Am Freitag fand die offizielle Einweihung statt.

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Rettungswachenleiter Reiner Fillinger (von links), Malteser-Bezirksgeschäftsführer Markus Schips, die Landtagsabgeordnete Angelika Löber, Bürgermeister Manfred Apell und Landrätin Kirsten Fründt (alle SPD), Ulf Reermann, Geschäftsführer für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland und Rettungsdienst-Bereichsleiter Hans-Christian Sudek vor der am Freitag eingeweihten neuen Malteser-­Rettungswache in Caldern.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Caldern. Bei der Realisierung waltete gesunder Menschenverstand vor Ort, weniger bei etlichen Behörden, fand Lahntals Bürgermeister Manfred Apell.

Die Mitarbeiter fühlen sich wohl, man wurde gut von der Nachbarschaft aufgenommen, berichtete Reiner Fillinger, Leiter der neuen Malteser-Rettungswache, während der offiziellen Einweihungsfeier mit ­etwa 50 Gästen am Freitag. Sicht- und schmeckbares Zeichen: Nachbarin Hildegard Munz hatte einen selbstgebackenen Kuchen zur Einweihungsfeier mitgebracht.

Bereits seit dem 15. September ist die Wache in Betrieb. Sie ist rund um die Uhr im Zwei-Schicht-System besetzt, in der Regel von zwei Mitarbeitern, manchmal auch drei, wenn zum Beispiel ein Praktikant da ist.

Denn das von der Firma Apraxon aus Hofbieber in enger Abstimmung mit den Maltesern errichtete und an diese vermietete Gebäude bietet perfekte Bedingungen für den Rettungsdienst und wird auch als Lehrrettungswache genutzt. „Dafür bedarf es der Genehmigung durch das Regierungspräsidium, und die erhält bei weitem nicht jede Rettungswache“, erläuterte Fillinger.

Insgesamt haben die Malteser inklusive Auszubildenden 34 Mitarbeiter, die in Caldern sowie der zweiten Rettungswache in Rauschenberg-Albshausen abwechselnd Dienst tun, damit sich alle im gesamten Einsatzgebiet auskennen.

Baubeginn war vor fast genau einem Jahr gewesen, am 3. Dezember 2013 wurde die Bodenplatte gegossen und Ende 2013 Richtfest gefeiert. Knapp 200 Quadratmeter wurden umbaut, inklusive der beiden Garagenstellplätze. Von diesen aus können die Mitarbeiter direkt den Desinfektionsraum erreichen, was zum Beispiel nach dem Transport hochinfektiöser Patienten wichtig ist.

Bisher waren die Malteser von Dautphetal-Buchenau aus zu ihren Einsätzen gefahren. Die dortige Rettungswache in der 2004/2005 umgebauten ehemaligen Poststelle hatten sie Mitte 2012 vom DRK übernommen, nachdem dieses im Zuge der Erweiterung des Rettungsdienstes im Landkreis eine neue Rettungswache in Breidenbach gebaut hatte.

Kreis entschied über Standort

Den Auftrag, nach Caldern umzuziehen, erteilte der Landkreis, da die Lage dort taktisch günstiger sei, sagte Malteser-Pressereferentin Nina Geske. Man orientiere sich nun mehr nach Osten, die Einsatzzahlen seien gleich wie in Buchenau, berichtete Fillinger. Durchschnittlich 180 seien es im Monat, davon 40 Prozent Notfälle, bei denen es darauf ankomme, möglichst schnell Hilfe zu leisten.

Landrätin Kirsten Fründt freute sich, dass alles gut und schnell geklappt habe, denn der Landkreis wolle die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung gewährleisten.

Lahntals Bürgermeister Manfred Apell zeigte sich froh über den großen Gewinn an Sicherheit, da der Rettungswagen nun einen deutlich kürzeren Weg zu jedem Lahntaler habe. Bei der Realisierung der Rettungswache habe es allerdings eine „Vielzahl kleinerer und mittlerer Probleme gegeben“, und zwar seitens vieler Behörden, die mitreden wollten.

In seinem jüngsten „Bericht aus dem Rathaus“, im Mitteilungsblatt und auf der Gemeinde-Homepage nachlesbar, schreibt er, dass ihm sogar Zweifel an der Existenz von gesundem Verstand kamen - angesichts der Bedenken, die gegen die Rettungswache vorgetragen wurden. Um jeden Zentimeter Abstand der Wache zur Straße musste gefeilscht und noch Land dazugekauft werden. Dieser Verstand war glücklicherweise vor Ort vorhanden. Ausdrücklich, auch im Namen aller Menschen, denen die Wache vielleicht die Gesundheit oder gar das Leben rettet, dankte Apell Elisabeth Schunck, der das Grundstück vorher gehört hatte.

Von Anfang an habe sie es ohne Auflagen und Verhandeln für das Projekt zur Verfügung gestellt und sich auch durch viele Behördenbriefe nicht aus der Ruhe bringen lassen, so Apell.

von Manfred Schubert

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