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Schlemmen, staunen und schauen

Fleckenbühler Weihnachtsmarkt Schlemmen, staunen und schauen

Wer sich vergangenen Sonntag auf den Weg zum Weihnachtsmarkt auf Hof Fleckenbühl in Schönstadt gemacht hat, konnte sein Ziel kaum verfehlen.

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Hans-Peter Petri aus Steffenberg schneidet einen Weihnachtsstern aus und beschenkt Kinder mit seinen Holzfiguren.

Quelle: Freya Altmüller

Schönstadt. Jede Menge Autos auf der Kreisstraße und den gegenüberliegenden Feldwegen verrieten den Weg. Der führt zu Fuß vorbei an Kühen, Gänsen und Schafen und endet auf einem großen gepflasterten Innenhof mit einigen Fachwerkhäusern.

Hof Fleckenbühl ist groß genug, um den knapp 3000 Menschen, die heute zu Besuch kommen, Platz zu bieten. Die Gäste verteilen sich auf die Stände, einige sitzen zum Essen in der Jurte auf viereckigen Strohballen oder drinnen im Haus. Von allen Seiten hört man Lob für die Verköstigung und die Atmos-phäre auf Fleckenbühl.

Der fünfjährigen Karla gefällt auf dem Weihnachtsmarkt am besten, dass sie beschenkt wird. Sie hat schon einen Schokoladenlutscher und einen ausgesägten Weihnachtsstern bekommen.

Der Stern ist von Hans-Peter Petri. Mit einer Stichsäge schneidet er Motive aus, die auf ein Stück dünne Holzplatte aufgemalt sind. „Ich habe schon 100 Schneemänner ausgesägt und an Kinder verschenkt“, erzählt er. „Es sind ja Unmengen Kinder hier. Die haben regelrecht Schlange gestanden, als wenn sich das draußen rumgesprochen hätte“, freut er sich über seinen Erfolg. Früher hat er auf Fleckenbühl Krippen verkauft. Er hat sie aus Naturmaterialien gefertigt, zwei bis drei Wochen hat er für eine gebraucht. „Da muss man schon 100 bis 150 Euro für nehmen, aber das geben die Leute heute nicht mehr aus. Solche Sachen, so bis 10 Euro, das wird gekauft“, sagt Petri und zeigt auf einen Kerzenständer aus Birkenholz.

Detlef Menzner aus Melsungen ist enttäuscht. Er hat sich von dem Weihnachtsmarkt mehr Interesse an seinem Holzschmuck erwartet. Fasziniert von einem Anhänger aus Kokosnussschale hat er vor mehr als 30 Jahren mit der Schmuckherstellung angefangen. Sein Hobby hat sich in seinem Bekanntenkreis herumgesprochen. „Das Holz wird zum großen Teil bei mir abgegeben“, erzählt Menzner. Pinienzapfen findet er zur Zeit am schönsten. Seit Wochen arbeitet er schon an einem, der immer noch nicht fertig ist. „Ich liebe das Holz, aber das Holz mich nicht“, scherzt der Kunsthandwerker und meint damit die Widerspenstigkeit des Materials.

Beim Schleifen stauben die Hölzer sehr, bei einigen ist der Holzstaub sogar stark reizend. Ohne Maske würde er da Nasenbluten bekommen, sagt er.

Besondere Stücke von einem besonderen Markt

„Im Gegensatz zu einigen grausigen Weihnachtsmärkten gibt es hier noch einigermaßen seriöses Kunsthandwerk“, findet Frauke Sambale aus Kassel, die auf Hof Fleckenbühl Keramik verkauft. Aber auch Handarbeiten wie Schals und Mützen werden angeboten.

Eine Besucherin aus Marburg schätzt die Vielfalt auf diesem Weihnachtsmarkt. Vor einigen Jahren hat sie sich hier eine Ledertasche gekauft. „Auf die wurde ich schon angesprochen, wo ich denn wohl diese schöne Tasche her habe“, erzählt sie. Sie hat das Gefühl, dass sich das Angebot der Fleckenbühler jedes Jahr erweitert. „Dieses Jahr haben wir mehr Stände als sonst, ich glaube so um die 45“, berichtet Jürgen Tatgenhorst vom Hof Fleckenbühl.

von Freya Altmüller

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