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Schlafplatz im Bunker

Fledermäuse Schlafplatz im Bunker

Auf skeptische Blicke des Experten folgt die positive Überraschung: fünf Fledermäuse zählten die Naturschützer im von Menschenhand angelegten Winterquartier in Oberasphe.

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Fledermausexperte Matthias Simon sucht in den Ritzen nach Fledermäusen.

Quelle: Thorsten Richter

Oberasphe. Es war ein Erfolgserlebnis, das nicht von vornherein zu erwarten war: Im Sommer 2006 schufteten Freiwillige im Rahmen eines Internationalen Jugendworkcamps. Gemeinsam mit dem Bauhof der Gemeinde Münchhausen mauerten die Teilnehmer eine Wand im Bunker so auf, dass geeignete Ritzen für Fledermausquartiere entstanden. Hohlraumsteine wurden so eingebaut, dass sich die Tiere dort heimisch fühlen konnten. Außerdem wurde jede Menge Erde auf dem Boden verteilt, um das Klima im Bunker fledermausfreundlich zu gestalten. Der Eingang wurde bis auf ein Einstiegsloch zugemauert und vergittert.

Und dann hieß es warten. Bis zum Mittwoch. So lange blieb der Bunker unangetastet. Nach fast acht Jahren kontrollierten Fledermausexperte Matthias Simon, der das Projekt schon damals begleitet hatte sowie Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde Münchhausen erstmals, ob sich dort Fledermäuse eingefunden haben.

Und nachdem Simon zunächst wegen der doch recht großen Maueröffnung am Eingang zweifelte, ob das den Fledermäusen überhaupt behagen könnte (möglicherweise zu hell und zu zugig), ließ er sich im Inneren dann gern eines Besseren belehren. Insgesamt fünf Braune Langohren schliefen da dem Frühjahr entgegen.

Begünstigt werde das sicher durch die Waldlage, in der das ehemalige Depot liegt, denn das Langohr ist eine Waldfledermaus, die auch nur kurze Strecken zu ihren Winterquartieren zieht, wo sie gut fünf Monate bleibt. Außerdem gehöre diese Fledermausart zu den neugierigsten, demnach ist sie auch oft die erste, die einen neues Quartier bezieht.

Für die kommenden Jahre rechnet Simon nun auch mit weiteren Wintergästen, auch andere Arten könnten dazu kommen. Insgesamt wäre eine Zahl von maximal 20 Tieren für ein solches Quartier zu erwarten. Um den Bunker noch etwas zu verbessern, soll nun noch der Eingang etwas verkleinert werden, damit die Höhle dunkler ist und auch strengere Winter den Tieren nichts anhaben können.

von Michael Agricola

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