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„Run for Help“: Für jede Runde gibt es Bares

Spendenlauf der Grundschule Amönau „Run for Help“: Für jede Runde gibt es Bares

56 Schüler der ersten bis zur vierten Klasse drehen ihre Runden auf dem Sportplatz. Ihr Ziel: Spenden für den Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zu sammeln.

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Neben den Schülern lief auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka beim Spendenlauf mit.

Quelle: Freya Altmüller

Amönau. Zwei Mädchen nähern sich im Hopserlauf, die eine hat den Arm um die Schultern der anderen gelegt. „Wir haben schon sechs Runden“, ruft sie den Lehrern zu, die vor einem der Tore auf dem Sportplatz stehen. Zum Beweis hält sie den Arm hoch, um das Handgelenk trägt sie grüne Gummibänder.

56 Grundschüler liefen vergangenen Freitag in Amönau für den guten Zweck. Unter dem Motto „Gesunde Füße laufen für kranke Füße“ unterstützten sie den Landesverband Hessen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Vorab hatten sich die Kinder bis zu zehn Sponsoren gesucht, die für jede gelaufene Runde einen bestimmten Betrag zahlen.

„Ich finde toll, was wir hier machen“, sagt Finn Freiling. Der Zehnjährige hat 20 Runden durchgehalten, „für kranke Menschen“, erklärt er. Mehr sollen die Teilnehmer nicht laufen, weil sich manche sonst übernehmen würden, erläutert Schulleiterin Helke Bender.

Mitglieder des Landesverbandes und der Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf haben die Kinder vorab in den Klassen über die Multiple Sklerose informiert. Mit Gewichten an den Gliedern, einer Brille, die das Sehvermögen beeinträchtigt, und im Rollstuhl konnten die Kinder ein Verständnis für die Folgen der Krankheit entwickeln. „Das war schon traurig“, meint Finn. Eine Betroffene hat ihm erzählt, dass Medikamente zwar helfen, aber die Krankheit nicht heilen.

„Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems“, erklärt Bernd Gökeler, der Leiter der Selbsthilfegruppe. Sie betrifft alle Körperfunktionen, das Sehen, die Beweglichkeit, den Tastsinn und die inneren Organe. „Es ist eine Erkrankung der tausend Gesichter, weil sie bei jedem Patienten anders ausfällt“, so Gökeler.

„Was in den Kindern an Energie steckt, das ist Wahnsinn“, sagt eine Frau aus der Selbsthilfegruppe, die auf ihrem Rollator am Rande des Platzes sitzt. Auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka, der unter den Mitarbeitern der Verwaltung Sponsoren gefunden hat, läuft mit. Erst- und Zweitklässler machen halbe Runden, Dritt- und Viertklässler laufen ganze Runden um den Sportplatz. Die meisten Kinder schaffen 20 Runden.

Die gesammelten Spenden werden vom Landesverband in Beratung und Fahrdienste investiert. Die Selbsthilfegruppe finanziert damit ebenfalls Fahrdienste zu den Gruppentreffen, außerdem einen Therapiekurs Motologie, der in Kooperation mit der Philipps-Universität stattfindet.

von Freya Altmüller

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