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Rotes Wasser erhält altes Bett zurück

Rückverlegung Rotes Wasser erhält altes Bett zurück

„Wir haben hier etwas Gutes für die Natur, Tierwelt und auch für den Hochwasserschutz getan“, freut sich Cölbes Bürgermeister Volker Carle während einer Besichtigung des neuen Bachbetts des Roten Wassers bei Schönstadt.

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Hermann Schleicher (von links), Volker Carle, Martina Meß von der Gemeinde Cölbe, Ronald Polivka, Uwe Weimar und Jürgen Könnemann überzeugten sich vom Baufortschritt des Bachbettes für das Rote Wasser am ursprünglichen Platz.

Quelle: Götz Schaub

Schönstadt. Die erfolgreiche Umsetzung eines Projekts hängt auch immer von der Art der Zusammenarbeit der involvierten Behörden, Institutionen, Firmen und Personen ab. Bei einem Ortstermin am neuen Bachbett für das Rote Wasser beantwortet sich die Frage nach dem Erfolg mit einem Blick in lauter zufriedene Gesichter.

Das Rote Wasser wurde in früheren Zeiten als die Rondehäuser Mühle ihren Dienst als Wassermühle aufnahm, aus dem natürlichen Bett in der Talzone herausgenommen und künstlich auf höheren Niveau angelegt, um an der Mühle das nötige Gefälle für den Antrieb des Mühlrades zu erhalten. In der Wiese verblieb nur ein kleiner Graben. Und der gab nun die Richtung vor für das neue Bett, das in den vergangenen Wochen ausgehoben und grob modelliert wurde. „Durch die Rückverlegung des Roten Wassers in die Taltiefzone beziehungsweise in den dort vorhandenen Graben wird eine ökologische Durchgängigkeit gewährleistet und das Ganze sieht auch noch sehr gut aus“, findet Cölbes Bürgermeister Volker Carle. Dass das Projekt unkompliziert umgesetzt werden konnte, lag nicht zuletzt an der Mitarbeit der Fleckenbühler, die Besitzer der notwendigen Flächen waren. Sie stimmten einem freiwilligen Landtausch mit der Gemeinde
zu.

Länger Bachstrecke und Stillgewässerzone

Uwe Weimar, Betriebsleiter Feldwirtschaft auf Hof Fleckenbühl, sowie Geschäftsführer Hermann Schleicher zeigten sich sehr angetan vom Projekt. „Wir haben zwischen Hof Fleckenbühl und der Rondehäuser Mühle nicht nur 1,4 Kilometer Bachstrecke neu angelegt, sondern auch noch im Mittelteil eine Stillgewässerzone geschaffen“, informiert Diplom-Biologe Ronald Polivka vom Büro für Ökologie und Umweltplanung Bioplan Marburg. Der Erdaushub fand überdies Verwendung auf den Äckern der Fleckenbühler.

Jürgen Könnemann von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises freut sich, dass Fische nun ungehindert das Gewässer hochwandern können, der Bau einer Fischtreppe nicht mehr notwendig ist. Der Mühlgraben soll aus ökologischen Gründen erhalten bleiben. Gespeist werden die beiden Bachläufe über ein Abschlagsbauwerk beim Hofgut. Insbesondere bei drohendem Hochwasser kann der  neue Bachlauf viel Wasser binden. Die Modellierungsarbeiten mit Steinen und Totholz werden in dieser Woche abgeschlossen.

 
Hintergrund

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie legt einen europaweiten Gemeinschaftsrahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung des Wasser fest.

Ein zentrales Ziel ist das Erreichen beziehungsweise der Erhalt eines guten Zustandes des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer. Die Umsetzung der Richtlinie in Hessen ist im hessischen Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenkatalog festgelegt. Die Gesamtverantwortung liegt beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Für die Arbeiten am „Roten Wasser“ hat die Gemeinde Cölbe die Projektträgerschaft übernommen, finanziert werden sie zu hundert Prozent durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Kosten belaufen sich auf rund 110.000 Euro.

von Götz Schaub

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