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Ritter im Tanz und im Kampf

Theaterprobe Ritter im Tanz und im Kampf

Seit einigen Wochen sind gelegentlich ungewohnte Geräusche am Klosterberg zu vernehmen. Manchmal ertönt Musik, dann wieder metallisches Klirren.

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Einige Hauptrollen sind mit jungen Schauspielern besetzt (von links): Celine Weisenfeld als Stiftsdame Lutgard von Leimbach, Benjamin Schmidt spielt Gottfried von Goßfelden und Landgraf Hermann, Daniela Fruth als Äbtissin Lutrudis, Paula Vogel als Wirtstochter Hedwig, Patrick Konnerth als Tammo von Beltershausen und Jana Drescher als Stiftsdame Gertrud von Leimbach. In einer Szene des Stücks geht es hart zur Sache.

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Man darf es ruhig wagen, sich dem Ort zu nähern - denn es werden zwar Schwerter geschwungen, doch nur unter den bis zu zehn Schauspielern, die bei dem historischen Stück „Lutrudis - oder: Das Weistum von Wetter“, das der Theaterverein Wetter ab dem 15. Juli auf der Freilichtbühne präsentieren wird, die Kampfszene bestreiten werden.

Jedoch geht es nicht nur um die Kämpfe hessischer landgräflicher Ritter gegen päpstliche Mainzer Ritter, die vor knapp 800 Jahren die Erlangung der Stadtrechte begleiteten, sondern auch um die Liebe junger Menschen. So kommen auch Tanzszenen vor, daher die Musik.

Im Jahre 1239, vor genau 777 Jahren, fand auf dem Kirchplatz in Wetter die feierliche Beurkundung der Stadtrechte von Wetter durch Landgraf Hermann, den Sohn der heiligen Elisabeth, statt. Daher legt der Theaterverein das Stück in diesem Sommer neu auf. Dr. Joachim Hintze schrieb das Stück 1989 als Auftragsarbeit für das 750-Jahr-Jubiläum. Es wurde damit die zweite Produktion des jungen Theatervereins. Das Stück belebt die Jahre 1230 bis 1240, in denen die Beurkundung der Stadtrechte neben anderen Höhepunkten fast untergeht.

Stück wird keine Kopie der Aufführung aus den 80ern

Der Marburger Regisseur Dr. Ernst Engelbert, der schon mehrere große historische Freilichtproduktionen, Musicals und Fernsehproduktionen vorweisen kann, war sofort von dem Stück begeistert. „Dr. Joachim Hintze hat ein großes Stück geschrieben. Dramaturgisch hochspannend, bietet es Extreme, die das schwere Leben im Mittelalter fesselnd widerspiegeln. Die Aufopferung der heiligen Elisabeth trifft auf die brutale Hand ihres Beichtvaters Konrad von Marburg, die Liebe junger Menschen wird durch einen Ketzerprozess jäh ausgeblutet, eine Schlacht Hessischer landgräflicher Ritter gegen päpstliche Mainzer Ritter bringt letztendlich Frieden nach Wetter. Das Weistum ist da fast Nebensache, so spannend ist das Stück, so begeistert und mitfühlend ist man von den Einzelrollen.“

Das empfanden die Mitglieder des Theatervereins ebenso, zumal einige der Mitspieler von vor 27 Jahren sogar ihren Text noch konnten. Das Stück 2016 wird keine bloße Kopie des Stücks im Jahr 1989 werden - man wird merken, dass Schauspieler, Technik und Musik aus dem 21. Jahrhundert kommen.

40 Darsteller spielen 100 Rollen, darunter sieben Jungschauspieler in großen Rollen; es gibt Live-Gesang von Ulla Keller, Pferde und die Ziege Meckes. Die großen Theaterproduktionen im Grenzegangjahr 2015, „Die Kanonissen“ und „Das Vogelbärbchen“ bescherten dem Theaterverein junges, talentiertes Blut. Beim „Vogelbärbchen“ noch wortlos, fielen die drei jungen Damen Celine Weisenfeld (19), Paula Vogel (19) und Jana Drescher (17) durch Leidenschaft und Ausdrucksstärke auf, und unübersehbar hatte sie das Theatervirus befallen. Zusammen mit den bewährten Jungschauspielern Patrick Konnerth (23), Daniela Fruth (24) und Benny Schmidt (31) besetzen sie einige großen Rollen in der kommenden Sommerproduktion „Lutrudis - oder: Das Weistum von Wetter“.

von Manfred Schubert

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