Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Retro-Charme auf dem Kuckucksweg

Burgwaldtag Retro-Charme auf dem Kuckucksweg

Zum fünften Mal lud die Vereinsgemeinschaft Mellnau zum Burgwaldtag ein. Die Wanderlust war bei den Mellnauern durch einen Todesfall getrübt.

Voriger Artikel
Kreisstraße soll Gemeindestraße werden
Nächster Artikel
Vorgeschmack auf den Wiederaufbau

Beim Burgwaldtag folgten 70 Wanderer dem Kuckucksweg mit neuen Info-Boxen über die 70er-Jahre.

Quelle: Mareike Bader

Mellnau. „Hier oben ist es immer schön. Deswegen sind wir auch jedes Jahr hier“, sagt die Mellnauerin Angela Sauer am Himmelfahrtstag. Nach einer kleinen Wandertour ab der Höhe Försterweg entlang des neuen Kuckuckswegs genießt sie mit ihrem Mann sowie dem Ehepaar Krumm aus Battenberg die Aussicht und das Wetter auf der Burg Mellnau. „Schade, dass ich mein Handy nicht mit dabei habe“, ärgert sich Angela Sauers Ehemann. Denn die zwölf Info-Boxen des Kuckuckswegs lassen sich mittels QR-Code auch über das Handy abhören.

Das muss aber nicht sein, denn jede Station verfügt über Lautsprecher. „Die Hälfte der Stationen sind futschneu“, freut sich Armin Völk vom Organisationsteam. Die kleinen Lautsprecher sind anfällig, etwa zwei pro Jahr fallen laut Völk allein wegen Vandalismus aus. Wie jedes Jahr gibt es für die Info-Boxen ein neues Thema - und so geht es auf dem sechseinhalb Kilometer langen Kuckucksweg zurück in die 70er-Jahre. Mit kleinen Dialekt-Beiträgen zur WM 1974, der Fernsehsendung „7. Sinn“ oder der damaligen Musik versprühen die Boxen richtigen Retro-Charme.

Beim Burgwaldtag gibt es diesmal insgesamt sieben Sternwanderungen, die die Burg zum Ziel haben. Bevor etwa 70 Wanderer auf dem Kuckucksweg mit ihrer Tour starten, geht es ins Dorfgemeinschaftshaus. Dort wird die Naturfotoausstellung von Lothar Feisel eröffnet. Die Besucher gratulieren dem Naturschützer zu seinen gelungenen Makro-Aufnahmen. „Man merkt, dass du mit offenen Augen durch den Wald gehst“, sagt eine Besucherin. Die Ausstellung umfasst 62 Aufnahmen, die in den vergangenen drei Jahren entstanden sind - alle im Burgwald. „Dafür muss man eine gewisse Routine haben und Ruhe mitbringen“, weiß Feisel, der bis zu zwei Stunden verbringt, um ein perfektes Foto hinzubekommen.

Überschattet wird der Burgwaldtag vom Tode des Mellnauers Kurt Busch, der am 22. Mai im Alter von 52 Jahren verstorben war. Viele seiner engsten Freunde gehörten zum Organisationsteam, kurzfristig stand der Burgwaldtag auf der Kippe. „Ich verstehe das voll und ganz und finde es toll, dass andere, die sonst nicht dabei sind, eingesprungen sind“, sagt Ortsvorsteherin Margot Diehl im Gespräch mit der OP. „Wir konnten das nicht absagen, das ging einfach nicht.“ Denn es hätten sich schon zu viele Gruppen, auch aus Gießen, im Vorfeld angemeldet - und die Mellnauer hatten bereits vieles vorbereitet. Mit einem abgespeckten Angebot auf der Burg sei aber ein guter Kompromiss gefunden worden: „Das ist toll und gehört zu einer Gemeinschaft dazu“, sagt Diehl.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr