Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Reformation früher, heute und morgen

Kirchenkreis feiert Jubiläumsjahr Reformation früher, heute und morgen

Die Veranstaltungen zum 500. Reformationsjubiläum waren einer der Hauptpunkte der Herbstsynode des Kirchenkreises Kirchhain. Außerdem standen Nachwahlen und Berichte auf dem Programm.

Voriger Artikel
Sonnenblumen für die Imker
Nächster Artikel
1812 hätte alles vorbei sein können

Pfarrer Rainer Wilhelm präsentierte das Heft mit 29 Veranstaltungen, mit denen sich der Kirchenkreis ab dem 31. Oktober zum Reformationsjahr präsentieren wird. In der Mitte ist eine Karte mit den Veranstaltungsorten abgedruckt.

Quelle: Manfred Schubert

Wetter. Größerer Diskussionsbedarf und eine Gegenposition zur Landeskirche zeigte sich nach dem Bericht von Dr. Claudia Kuhnhen über das Langzeit-Hilfsprojekt „Straßenkinder in Addis Abeba“ unter den mehr als 70 Teilnehmern der Herbstsynode des Kirchenkreises Kirchhain im Gemeindezentrum. Die aufgrund der schweren Hungersnot in Äthiopien 1973 im damaligen Kirchenkreis Marburg-Land 1974 gestartete Hilfsaktion, 1986 offiziell als Partnerschaftsprojekt anerkannt, fördert mittlerweile mehr als 900 Kinder und Jugendliche über die Dauer ihrer Schulzeit. Das Ziel ist, dass diese eben nicht zu einem der laut Unicef mindestens 100 000 Kinder Äthiopiens werden, die auf den Straßen betteln oder arbeiten statt zu lernen.

Die Zahlen, die Dr. Kuhnhen zu dem Erfolg des Projekts nannte, klingen beeindruckend. Von den in 42 Jahren geförderten Kindern seien mehr als 1000 Ärzte geworden, etwa 1500 Krankenpfleger und mehr. Dafür bedarf es vieler Spenden. Laut Partnerschaftsvertrag von 2014 bis 2018 140.000 bis 160.000 Euro pro Jahr. Einen großen Teil, etwa 50.000 Euro, trugen bisher jeweils die im Kirchenkreis für diesen Zweck vorgesehenen Kollekten an Erntedank und Heiligabend bei, der Rest kam aus Gemeindekollekten, Einzelspenden, Sonderaktionen und Zuweisungen der Landeskirche.

Thema Kollekte spaltet die Meinungen

Für die Kollekte des Erntedankfestes lag bisher eine Ausnahmegenehmigung der Landeskirche vor, ab kommendem Jahr soll diese jedoch wieder dem jeweiligen Kollektenzweck der Landeskirche zugeführt werden. Folglich brauche man künftig mehr Sonderaktionen sowie Einzelkollekten aus den Gemeinden, erklärte Kuhnhen.

Pfarrer Hardy Rheineck (Wohratal) erwiderte, er betreue drei kleine Gemeinden, würde gerne Kollekten abgeben, aber man brauche alles zur Deckung des Haushalts. Er kritisierte: „Mittlerweile wird von der Landeskirche für die Hälfte der Kollekten der Zweck vorgegeben. Eigentlich ist es ein Skandal, dass sie den Gemeinden nicht zutraut, selbst den Zweck zu bestimmen.“

Propst Helmut Wöllenstein wies darauf hin, dass die Landeskirche Kollekten für renommierte Dinge wie „Brot für die Welt“ nutze. Mit der Fusion der Kirchenkreise seien Kollekten dafür weggefallen. Die Landeskirche wolle Ausnahmen zurückfahren, um größere Projekte zu unterstützen.

29 Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum

Kuhnhen bat die Synodalen, für das Straßenkinderprojekt zu werben und Vertreter in die Gemeinden einzuladen. Zumindest bis 2018 habe man genügend Rücklagen, um den Partnerschaftsvertrag zu erfüllen. Dekan Hermann Köhler (Foto:
Schubert) kündigte an, dass man die Frage, wie man das Projekt weiter finanzieren will, bei der Synode am 9. März aufgreifen werde.

Pfarrer Rainer Wilhelm gab einen Überblick darüber, wie das Reformationsjubiläum 2017 im Kirchenkreis Kirchhain in der Aktion „Bibel bewegt“ seinen Niederschlag findet. „Das Jubiläum soll den Kirchenkreis verbinden, einander näherbringen, kontinuierlich über das ganze Jahr, nicht nur bei ein paar Highlights“, erläuterte er. Dabei solle in 29 Veranstaltungen ab dem 31. Oktober 2016 bis zum 31. Oktober 2017 der Frage nachgegangen werden, was die Reformation mit den Menschen unserer Zeit zu tun habe, was sie heute bewege. Darunter sind einige Veranstaltungen, die jedes Jahr stattfinden, nun aber in den größeren Rahmen eingebunden werden.

Einige Programmpunkte sind aber auch nur für das Reformationsjahr erfunden worden, zum Beispiel der musikalische Gottesdienst mit Liedern aus dem Joseph-Musical von Andrew Lloyd Webber am 6. November in Wetter. Mundarttheater, Wanderungen, Märkte, Podiumsdiskussionen, interreligiöser Dialog, viele besondere Gottesdienste und Konzerte – alles beschrieben in einem 44-seitigen Programmheft, das es außer in gedruckter Form auch bald zum Download gibt.

Kirchenkreis präsentiert sich jetzt auch online

Denn pünktlich zum Reformationstag in diesem Jahr soll die Homepage www.kirchenkreis-kirchhain.de online gehen. Pfarrer Dr. Alexander Warnemann stellte sie bei der Herbstsynode bereits vor. Die Pläne bestanden schon länger: Andere Kirchenkreise waren weit voraus, denn Informationsbeschaffung und Kontaktaufnahme findet heute oft auch auf elektronischem Weg statt. Von Anfang an habe man die Seite professionell aufziehen wollen, leicht administrierbar, auch in mobiler Version, so Warnemann. Sie soll einen Überblick bieten, Plattform und Informationsverteiler sein, über die Gemeinden und aktuelle Veranstaltungen informieren und Service bieten.

In seinem Bericht über die Arbeit im Kirchenkreis nannte Dekan Köhler als ersten Schwerpunkt die Bildung eines Zweckverbandes evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder. Von Dezember bis März wurden Aufbau und Arbeitsweise des Verbandes erarbeitet, im Sommer das Konzept. Angesichts der höheren Anforderungen des Landes Hessen an die Kitas geht es darum, die Qualität der Kinderbetreuung für die Zukunft zu sichern. Zehn Gemeinden stimmten dem Beitritt zu, drei wollen ihre Kitas noch in eigener Regie weiterführen. Am ersten Oktober haben zwei Geschäftsführer die Arbeit aufgenommen, den Übergang in den Zweckverband zum 1. Januar 2017 vorzubereiten. Weitere Schwerpunkte waren die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis, das Programm zum Reformationsjubiläum und der Aufbau der Homepage.

Weitere Berichte lieferten Thomas Wöhl vom Regionalteam Gemeindeentwicklung, Bezirks­kantorin Christiane Kessler zur Kirchenmusik und Jugendreferent Samuel Müller mit weiteren Teammitgliedern zur Jugendarbeit. Insbesondere wiesen sie auf das Jugendfestival am 20. Mai 2017 im CVJM-Camp Münchhausen hin.

 
Wahlen

Nachwahl im Kirchenkreisvorstand: Für den im Sommer verstorbenen Helmut Orthwein wurde Annmarie Maue (Schwarzenborn) zum neuen Mitglied gewählt.

Kirchenmusikalischer Ausschuss: Philipp Schütz (Stadtallendorf) und Joachim Muth (Caldern)

Jugendausschuss : Frederieke Wagner (Kirchhain) und David Mengel (Sterzhausen)

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr