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Rattenjagd wird fast zur Todesfalle

Uhu gerettet Rattenjagd wird fast zur Todesfalle

Ein Uhu brachte sich wahrscheinlich beim ­Jagen unfreiwillig in eine für ihn lebensgefährliche Situation. Landwirt Hans Schäfer fand das Tier noch rechtzeitig und rief professionelle Hilfe.

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Der Augenblick, in dem der Uhu wieder freigelassen wird. Dr. Moira Behn lockert den Griff, das Tier richtet sich aus und schwopp, hebt sich der Uhu in die Luft.

Quelle: Götz Schaub

Reddehausen. Es gibt nichts, was es nicht doch geben kann. Landwirt Hans Schäfer aus Reddehausen staunte jedenfalls nicht schlecht, als er dieser Tage den Wassertrog seines Viehs überprüfen wollte. Da hatte sich doch tatsächlich ein großer Raubvogel verkeilt. Kein Habicht, kein Milan, sondern ein Uhu.

Schäfer reagierte und setzte sich mit Vogelexperten in Verbindung und so gelangte der stattliche Vogel schnell in die Obhut von Moira Behn, die sich um das schon sehr entkräftete Tier kümmerte. „Ich kann leider nicht sagen, wie lange der Uhu da schon gefangen war“, sagt Hans Schäfer. Jedenfalls wird er den Deckel des Wassergefäßes nicht mehr offen lassen. Er geht davon aus, dass der Uhu eine Ratte gefangen hatte oder fangen wollte. Die befand sich nämlich im Wasser. „Wahrscheinlich wollte er danach greifen und rutschte so in sein Gefängnis.“

Vogel aus Darmstadt lässt sich in Oberhessen nieder

Dr. Moira Behn ist Diplom-Biologin und aufmerksamen OP-Lesern sicher schon ein Begriff, wenn es um Uhus geht. Sie kann nicht nur Jungtiere aufpäppeln wie den 2013 am Marburger Schloss aufgefundenen „Philipp“, sie weiß auch mit einem sechsjährigen „Herrn“ umzugehen. Nach nur wenigen Tagen Ruhe und bei ordentlicher „Vollverpflegung“ bringt Moira Behn den Uhu wieder zurück nach Reddehausen. Von dort aus kennt der Uhu selbst den Weg zurück zu seiner Familie. Ganz still liegt er im linken Arm von Moira Behn. Man könnte meinen, der Uhu sei eine Bauchrednerpuppe. Das sieht alles einfach und friedlich aus. Doch nur eine falsche Bewegung und der Uhu greift mit seinem Schnabel an und würde dann mit seinem Krallen versuchen, die Augen zu attackieren. - Nein, man kann es sich nicht vorstellen bei dem Anblick, den die beiden bieten. Das sind bestimmt beste Freunde, kennen sich schon seit Ewigkeiten.

Hm, wohl doch nicht. Denn nachdem Moira Behn noch für ein letztes Foto mit dem Uhu posiert hat, gibt sie ihn auf einer Wiese frei. Der Uhu ist in Nullkommanichts über die Wiese geflogen und landet zunächst auf dem Giebel einer Scheune. Doch da erwartet ihn sofort Ungemach. Sechs Krähen attackieren den Vogel, der sich sodann auf den Heimweg macht. Wie er wohl dort empfangen wurde?

Für die beiden Vogelfreunde Karl-Heinz Prisille und Karl-Heinz Rex aus Reddehausen sowie Frank Steckbauer und Sohn Bennet aus Schönstadt, die Moira Behn begleiteten, war es ein schönes Erlebnis, den Uhu wieder in die Freiheit fliegen zu sehen. Von der Beringung des Vogels wissen sie, dass er eigentlich aus Darmstadt stammt. Er ist wohl gut rumgekommen und hat schließlich in Oberhessen sein Revier gefunden.

von Götz Schaub

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