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Priska Hinz hat viele Pläne

Ministerin in Wetter Priska Hinz hat viele Pläne

Auf Einladung des Rotary Clubs Wetter stellte die neue hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) die Ziele der Landesregierung für ihr Ministerium vor.

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Priska Hinz.Foto: Heiko Krause

Wetter. Rotarier-Präsident Friedhelm Fett freute sich, dass die Chefin des „Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ gekommen war, die Ziele der schwarz-grünen Koalition in einem Flächenbundesland vorzustellen. Schließlich sei ihr Ressort dafür zuständig, „den Schutz der Lebensgrundlage der Menschen und der Natur“ zu sichern.

Die Ministerin nahm den Ball dankbar auf, und verwies gleich zu Beginn darauf, dass die „Biodiversitätsstrategie“ noch im März auf den Weg gebracht werden solle. Dabei gehe es genauer gesagt um den Erhalt der Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt, „denn nur dann lebt die Natur und das brauchen auch die Menschen.“ Hinz rief die Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Beteiligung auf, und das gehe schon im Kleinen, wenn beispielsweise im Garten oder auf dem Balkon Wildkräuter angepflanzt würden. Das helfe den Bienen genauso - wie dies die Wetteraner Rotarier bereits bewiesen hätten, als sie im vergangenen Jahr eine Schulklasse beim Anlegen einer Wiese unterstützt hätten.

Die Landesregierung wolle Artenschutzkonzepte entwickeln, das Grundwasser schützen, die Gewässergüte verbessern, hier nannte sie vor allem die Versalzung an Werra und Weser, sowie den Bodenschutz und die Reinhaltung von Luft erreichen.

Ein ganz wichtiges Thema sei für sie die Landwirtschaft. Dabei gehe es um den Erhalt der Bodenbewirtschaftung und vor allem darum, eine gesunde Ernährung zu gewährleisten. „Wir haben uns vorgenommen, die ökologische Landwirtschaft besser zu fördern.“ Mit 10 Prozent stehe Hessen bei den Ländern bereits ganz vorne, sagte Hinz. Das reiche jedoch nicht, um die steigende Nachfrage zu befriedigen.

Das Einführen ökologischer Lebensmittel, teilweise aus Übersee, verschlechtere aber die Klimabilanz der Lebensmittel, zudem könnten diese nicht so gut kontrolliert werden. Beratung für den Umstieg sei deshalb für Landwirte angesagt. Das werde unter anderem im Ökoaktionsplan stehen, der derzeit auf den Weg gebracht werde.

Dabei gehe es jedoch keinesfalls um Konfrontation zu konventionellen Landwirten, „denn auch die können nachhaltiger produzieren und tiergerechter arbeiten, auch ohne Öko-Zertifizierung. Wir wollen, dass alle gutes Essen haben“. Ebenfalls unterstützt werden müsse die Direktvermarktung. Hinz gab den Anwesenden hier Recht, die bemängelten, dass Lebensmittel oft zu weite Wege haben. Auch das Lebensmittelhandwerk könne den Kunden ein Qualitätsbewusstsein vermitteln, in Ballungszentren gebe es jedoch kaum noch einen Metzger. In diesem Zusammenhang kritisierte Hinz das Dumping der Discounter. Den Menschen den Glauben zu geben, es gehe immer billiger, das sei falsch.

Fördern wolle die Landesregierung auch eine naturnahe Waldwirtschaft. Es sollten mehr heimische Hölzer angebaut werden. „Wir haben tolle Buchenwälder, aber auch viele Eichen“, betonte Hinz, deshalb sollten auch weniger Nadelgehölze angepflanzt werden. In fünf Forstamtsbereichen solle es bald losgehen. Welche das seien, stünde noch nicht fest, Mittelhessen sei aber sehr wahrscheinlich dabei.

von Heiko Krause

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