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„Porno-Sammler“ muss Strafe zahlen

Urteil „Porno-Sammler“ muss Strafe zahlen

Mit knapp 2.500 Euro muss ein 47-jähriger Mann büßen, weil die Polizei in seinem Besitz 43 kinderpornografische Bilder und Videos gefunden hatte.

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Um Kinderpornodarstellungen auf Computern, Festplatten und CDs ging es am Donnerstag bei einem Strafprozess im Marburger Amtsgericht.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Ehrgeiz, die „größte Pornosammlung der Welt“ zusammenzutragen, wie er selbst sagte, brachte einen Informatiker aus dem Landkreis unversehens auf die Anklagebank des Marburger Amtsgerichts.

Der Angeklagte gab vor Gericht zwar zu, dass er vor Jahren kurzzeitig Kinderpornodateien auf seinem Rechner gehabt habe. Diese habe er aber nach dem Ansehen gleich wieder gelöscht, weil er sie „widerwärtig“ gefunden hatte. Gezielt danach gesucht habe er nicht, getauscht auch nicht. Seine seit 25 Jahren bestehende Leidenschaft für das Sammeln von Pornodarstellungen, die er mit dem Briefmarkensammeln verglich, habe nie für Kinderpornos, Sado-Maso- oder Vergewaltigungsszenen gegolten.

Laut Anklageschrift handelte es sich bei den fraglichen Dateien um harte Pornografie, die Sex zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Kindern, einmal sogar mit einem gefesselten Kind, zeigten. Die bei ihm gefundenen Kinderporno-Bilder und Filme seien wohl zunächst umbemerkt auf seinen damaligen Rechner gekommen, erklärte der Mann. Er habe in den vergangenen Jahren viel aus dem Internet heruntergeladen.

Vor „sechs oder mehr Jahren“ habe er dafür ein automatisches Programm benutzt und dabei auch Dateien auf den Rechner bekommen, die Sex mit Kinder zeigten. Die habe er gelöscht, nachdem er sie aus Neugier angesehen habe. Es könne natürlich sein, dass einige Dateien bei automatischen Datensicherungen unbemerkt und „ungewollt“ erhalten geblieben seien.

Mit dem Urteil über 70 Tagessätze à 35 Euro, das bereits rechtskäftig ist, blieb Richter Dirk-Uwe Schauß unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die 90 Tagessätze, also 3.150 Euro Geldstrafe, gefordert hatte.

Außerdem verfügte das Gericht, dass die Datenträger mit dem verbotenen Material eingezogen werden.

von Michael Agricola

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