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Pflegefachkräfte gezielter einsetzen

Altenhilfe Pflegefachkräfte gezielter einsetzen

Staatsminister Axel Wintermeyer informierte sich auf „Krafts Hof“ des St.-Elisabeth-Verein über die aktuelle Situation in der Altenhilfe.

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Vertreter aus der Politik besuchten „Krafts Hof“ in Sterzhausen, wo sie Hannelore Jacobi und Ingeborg Nölke antrafen. Staatsminister Axel Wintermeyer (6. von rechts) überreichte Ernst Boltner von der Altenhilfe (links daneben) zudem einen Gutschein über 2.500 Euro für einen Pavillon für die Bewohner.

Quelle: Ellen Vollmar

Sterzhausen. In Vertretung des Ministerpräsidenten besuchte der Leiter der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, die Altenbetreuungseinrichtung „Krafts Hof“ in Sterzhausen.

„Mit diesem vorbildlichen Projekt leisten die Mitarbeiter, aber auch die zahlreichen freiwilligen Helfer einen wesentlichen Beitrag, die Lebensumstände der Betroffenen zu verbessern“, lobte Wintermeyer. Wie zukünftige Formen in der Altenhilfe gerade im ländlichen Raum aussehen können, zeige „Krafts Hof“, wo man sich den Auswirkungen des demografischen Wandels stelle und älteren Menschen ermögliche, den Lebensabend in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen und nicht im hohen Alter noch „verpflanzt“ zu werden.

2007 wurde die unter anderem mit Landesmitteln sanierte Hofreite von den Bewohnern bezogen. Heute werden in „Krafts Hof“ 27 pflegebedürftige ältere Menschen in drei Hausgemeinschaften betreut. Sie sind Menschen mit Demenz und/oder Pflegebedarf der Stufen eins bis drei, wobei Demenzkranke und die orientierten älteren Menschen in getrennten Hausgemeinschaften wohnen.

Auch wenn es sich um eine stationäre Einrichtung handelt, unterscheidet sich die Gestaltung grundsätzlich von den „herkömmlichen“ Altenheimen. Die Hausgemeinschaften sind in überschaubare Einheiten geteilt. Das Leben soll für die Pflegebedürftigen so normal wie möglich sein.

Die Räumlichkeiten sind an dem Grundriss für Wohnungen orientiert, so dass der Heimcharakter aufgehoben wird. Im Wohn- und Esszimmer ist eine Küche integriert, in welcher sich die Bewohner gegebenenfalls mit Hilfe der Betreuer Essen eigenständig zubereiten und auch anderen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen, wie sie es auch im Familienleben gewohnt waren.

Diese Räume ermöglichen regelmäßige Begegnungen zwischen den Bewohnern, die für die Lebensqualität enorm wichtig seien. „Wir müssen ein Recht auf soziale Beziehungen ermöglichen“, sagte Geschäftsbereichsleiter der Altenhilfe, Ernst Boltner.

Um zu erproben, wie viele Pflegefachkräfte für solch kleine „Hausgemeinschaften“ notwendig sind und inwieweit das Fachpersonal durch Alltagsbegleiter ersetzt werden kann, ohne dass die Personalverschiebung eine qualitative Verschlechterung der Pflege zur Folge hat, plant der St.-Elisabeth-Verein einen Modellversuch im Marburger Stadtteil Waldtal.

Das Vorhaben, den sogenannten „Dachsbau“ im Waldtal in ein Minipflegeheim umzubauen, in welchem zwölf pflegebedürftige Personen betreut werden sollen, wurde Ende November im Sozialausschuss vorgestellt. Im Rahmen dieses Modellversuchs soll unter anderem untersucht werden, ob nachts weiter obligatorisch – wie es derzeit ist, oder nur nach Bedarf – eine Pflegefachkraft vor Ort sein muss. Boltner erbat für das Vorhaben von Wintermeyer die Unterstützung des Sozialministeriums.

von Ellen Vollmar

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