Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Pfeffer, Salz und eine Prise Blütenzauber

"Blütenhotel Village" Pfeffer, Salz und eine Prise Blütenzauber

Ihr Garten ist ihre Leidenschaft. Das Kochen ihr Beruf. Karin Opper hat jetzt beides kombiniert und serviert ihren Gästen blumiges.

Voriger Artikel
Feuerwehr sieht keine Annäherung
Nächster Artikel
Porsche gerammt, aber zum Glück nur Blechschaden

27 Rosenstöcke wachsen im Garten von Karin Opper. Sie verarbeitet die Rosenblüten in der Küche.

Quelle: Nadine Weigel

Sarnau. Rosen schenkt Horst Opper seiner Frau schon lange nicht mehr. Nicht, weil er nicht wollte. Aber Karin Opper sieht in den Blumen kein Liebesgeste mehr, sondern die Frage nach dem nächsten Mittagessen. Denn Karin Opper kocht mit Rosenblüten – und nicht nur mit denen. Sie verwendet auch Lavendelblüten, Stiefmütterchen und Hopfenblüten in ihrer Küche. Seit zwanzig Jahren betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Töchtern das Village Hotel in Sarnau. Seit diesem Jahr hat sie es umbenannt in „Blütenhotel Village“.

Kräuterlimonade statt Cola

Jedes Gericht auf der Karte enthält Blüten aus ihrem Garten. Für die 57-Jährige bedeutet das ein Spagat zwischen Küche und Blumenbeet. Morgens gießen, schneiden, hätscheln. Abends kochen. „Wir sind so programmiert, dass Lavendel und Rosen in unser Badezimmer gehören.Man kann das aber auch essen“, erklärt Karin Opper. 27 Rosenstöcke sind in ihrem Garten verteilt. Einige in voller Blüte, andere schon verdächtig abgegrast. „Ich trockne die Blüten, damit ich sie das ganze Jahr über verwenden kann,“, erklärt die zweifache Großmutter.

Angefangen hat alles mit einem Blütenkochbuch. Weiter ging es mit den ersten Experimenten in der Küche und der Einsicht: das schmeckt. Ihr Kräuterbeet hat sie erweitert. Ihr Blumenbeet sowieso. „Nur weil ich viel mit Kräutern und Blüten arbeite, bin ich noch lange keine Salbenrührerin. Mich interessiert das nur für die Küche“, erklärt Karin Opper und streichelt ihrem Enkel über die Haare. Danny heißt er – wie er stolz erzählt. 3 3/4 Jahre alt und Omas rechte Hand. „Ich helfe der Omi immer pflanzen“, erklärt er stolz. Nur die Kräuterlimonade, die Oma Karin selbst aus Pfefferminze, Salbei, Limonadenkraut, Zitronenmelisse und Waldmeister braut, die ignoriert er standhaft. „Omi sagt, die kann man auch trinken, wenn man nicht krank ist“, verkündet er – ohne es recht zu glauben. Kann man. Schmeckt auch. Überraschend herb. Überraschend gut.

Interesse statt Irritation

Ein Blick in die Speisekarte verrät: Karin Opper meint es ernst mit ihrer Blütenküche. Hopfenblütenbratwurst, Rosenmarinierte Hähnchenbrust und selbst beim ordinären Schnitzel Wiener Art schafft sie es, ein paar ihrer Rosenblüten unterzuschummeln.Diesmal als Dressing für den Beilagesalat.

„Die meisten Gäste sind nicht irritiert sondern interessiert“, hat Karin Opper beobachtet. Wer sie nach ihrem Garten und der Blütenkochkunst fragt, der fragt nach ihrer Leidenschaft. Und dann beginnt sie zu erzählen. Zu zeigen. Durch den Garten zu führen. „Da hinten stehen Stiefmütterchen. Die sehen süß aus und schmecken auch noch lecker. Und da haben wir die Magnolie. Meine Lieblingsblüte. Daraus kann man Sirup machen.

Es muss nicht immer nur Sekt mit O-Saft sein. Oh. Und hier steht die Kapuzinerkresse. Die kennt man ja. Die passt wunderbar zu Salat. Die schmeckt eher pikant.“ Weiter geht es durch den Garten. Vorbei an Rosensträuchern und Kräuterbeeten. Je weiter der Sommer fortschreitet, desto mehr Blüten haben es schon in Marmeladen, Soßen, Sirup und Keksteig geschafft – desto grüner ist der Garten.

Morgens zur Blütenernte

„Ich habe mich anfangs immer gewundert – aber es sind nicht nur Frauen, die nachfragen. Männer interessieren sich auch für das Thema“, schmunzelt sie. Und manchmal, nur manchmal, sieht man Karin Opper vor dem Sonnenaufgang über die Wiese laufen. Mit Korb und Schere. „Man muss die Rosenblüten sehr früh ernten. Wenn die Sonne scheint, dann ist das nicht so gut. Sie verlieren dann die ätherischen Öle.“ Beim Thema Rosen hebt die Gärtnerin mahnend den Finger. „Wer mit Rosenblüten in der Küche experimentieren will, der sollte jetzt keine Rosen aus dem Blumenladen kaufen, um daraus ein Essigdressing machen. Die sind alle mit Pestiziden behandelt“, mahnt sie. So edel, so fein die Blütenküche ist. Der Weg dorthin kann dornig sein. Schmutzige Hände gehören dazu – und ganz viel Gärtnerleidenschaft.

von Marie Lisa Schulz

Rezept für Rosenplätzchen

  • 250g Mehl,
  • 250g Butter,
  • 250g gemahlene Mandeln,
  • 150g
  • Rosenzucker,
  • 1 Ei,
  • 1 Prise Salz,
  • 1-2 Esslöffel
  • gemahlener Rosenzucker

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten, 30 Minuten kalt stellen. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Den Teig zu einer ca. 3 Zentimeter dicken Rolle formen und Scheiben von einem halben Zentimeter schneiden. Die Scheiben zu Kugeln formen und mit einer Gabel leicht drücken, so dass sich in jeder Scheibe ein Wellenmuster ergibt.
Diese auf ein Backblech geben und bei ca. 160 °C ca. 8 Min. backen. Die Plätzchen leicht abkühlen lassen und im gemahlenen Rosenzucker wenden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr