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Pfarrer bricht auf zu neuen Ufern

Wilhelm Hammann Pfarrer bricht auf zu neuen Ufern

Es ist schon lange in trockenen Tüchern. Nach dem Entschluss, die Aufgabe anzugehen, wurde auch der dafür notwendige Beschluss gefasst. Jetzt ist für Pfarrer Hammann so langsam die Zeit des Abschieds gekommen.

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Pfarrer Dr. Wilhelm Hammann kann jederzeit auch mal an der Orgel aushelfen. Doch das wird wohl weniger der Fall sein, wenn er Dekan in Schlüchtern geworden ist.

Quelle: Götz Schaub

Goßfelden. „Es gibt nie den besten Zeitpunkt“, sagt der 52-jährige Pfarrer Wilhelm Hammann, aber er war und ist sich sicher, gerade auch nach Absprache mit der Familie das Richtige zu tun. Denn seine neue Aufgabe in Schlüchtern als Dekan tätig zu werden, bedingt die Trennung von Ehefrau Bärbel und den vier gemeinsamen Kindern.  – Natürlich nur räumlich und dann auch nur auf Zeit. Pfarrerin Bärbel Hammann bleibt mit den Kindern in Goßfelden, damit zwei ihrer Kinder noch in ihrer angestammten Schule im kommenden Jahr ihr Abitur machen können.   Dann wird sie ihrem Mann nach Schlüchtern folgen.

Dass Bischof Martin Hein Pfarrer Hammann fragte, ob er sich vorstellen könne, Dekan in Schlüchtern zu werden, war wohl kaum der Nähe seines Geburtsortes Hanau geschuldet. Viel mehr bringt Hammann alles mit, was ihm hilft, das Amt gut auszufüllen. Unter anderem war er schon einmal so etwas wie ein Dekan, nämlich in der Vakanzzeit im  hiesigen Kirchenkreis Kirchhain. Darüber hinaus ist Hammann in einigen landeskirchlichen Gremien tätig. Seit Ende  2011 ist er beispielsweise erster Stellvertreter des Synodalvorstands. Damit ist er automatisch auch Mitglied des Rats der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Darüber hinaus ist er stellvertretendes Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschlands (EKD). Und das ist bei Weiten noch nicht alles, doch die Aufzählung weiterer Ämter könnte vielleicht zu viel Lesezeit an dieser Stelle in Anspruch nehmen, also wenden wir uns wieder Hammann direkt zu. Hat er sich um die Stelle beworben? „Nein, es gibt keine Möglichkeit, sich zu bewerben. Man wird ausschließlich vom Bischof gefragt.“ Dann muss es natürlich auch vor Ort „passen“. Und für Hammann passt es in Schlüchtern. Wenn er am 1. Juli Dekan wird, ist er es auf Lebenszeit.

Hammann: Hoffe, ein gut bestelltes Feld zu hinterlassen

„Eine Aufgabe, auf die ich mich auch sehr freue“, sagt der Pfarrer. Bevor er sich aber auf die kommenden Aufgaben konzentriert, möchte er in Goßfelden noch welche zu Ende bringen. Zum einen die jetzigen Konfirmanden auch konfirmieren und seine Mentortätigkeit für eine Vikarin erledigen, die Ende Mai auch offiziell endet.

Tja, und dann ist da noch die Innensanierung der Goßfeldener Kirche. „Damit soll es im Sommer losgehen. Jetzt geht es noch um die vorbereitenden Arbeiten, Ausschreibungen und Vergaben“, erläutert Hammann. Und er weiß auch, dass ihn die letzten dreizehneinhalb Jahre ganz schön geprägt haben. „Ich werde mit viel Dank, aber sicher auch Traurigkeit Goßfelden verlassen. Aber ich hoffe auch, dass ich ein gut bestelltes Feld hinterlasse.“
Dann also beginnt die temporäre räumliche Trennung von der Familie. „Das wird sicher auch eine neue Erfahrung werden“, sagt Hammann, tröstet sich aber damit, dass 150 Kilometer auch fahrbar sind und es schließlich auch noch Skype gibt.

Neue Kirchengemeinde kennenlernen

Dann wird er in Schlüchtern auch ganz sicher viel abgelenkt sein. Es geht darum, die Kirchengemeinden mit ihren Kirchenvorständen kennenzulernen, natürlich auch die kirchlichen Einrichtungen und Gebäude sowie – ganz wichtig – „die vielen Menschen, die sich hauptamtlich, nebenamtlich und ehrenamtlich für die Kirche engagieren“. Hammann hat nicht die Katze im Sack gekauft. Er weiß auch, dass in wenigen Jahren noch ein großer Brocken auf ihn zukommt. Denn es ist angedacht, die Kirchenkreise Schlüchtern und Gelnhausen verschmelzen zu lassen. Da kann er dann auf seine bereits gemachten Erfahrungen in diversen Ämtern zurückgreifen.

Auch wenn er weiß, dass er als Dekan sehr viele repräsentative Aufgaben zu  erfüllen hat, will er sich in dieser Aufgabe für alle Mitarbeiter auch als Dienstleister und Serviceanbieter verstehen. Worauf er sich auch freut, ist die große Besonderheit im Kirchenkreis Schlüchtern, nämlich  die Kirchenmusikalische Fortbildungsstätte im früheren Benediktinerkloster.

von Götz Schaub

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