Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Ortsumgehung ist „alternativlos“

B 252 Ortsumgehung ist „alternativlos“

Tempo 30 in der Nacht gilt nach den ersten Erfahrungen vieler Anwohner nur theoretisch auf dem Schild, aber noch lange nicht praktisch auf der Straße. Deshalb fordern sie die zügige Weiterplanung der Ortsumgehung.

Voriger Artikel
Friedhof soll nicht schmaler werden
Nächster Artikel
„Der Protest muss weitergehen“

Die visuelle Geschwindigkeitsüberwachung in Münchhausen lässt viele Lastwagenfahrer das Tempo anpassen, auch wenn vor ihnen freie Bahn ist. Anwohner berichten allerdings davon, dass sich das nachts oftmals anders verhält.

Quelle: Götz Schaub

Münchhausen. „Was ich so beobachte, wird die Geschwindigkeitsbegrenzung doch ganz gut eingehalten. Ich hoffe, das bleibt auch so. Denn alles was gemacht wird, um den Lärm und die Geschwindigkeit zu reduzieren ist für uns schon ein Gewinn“, sagt Karin Kühnel, Betreiberin der Gaststätte Forellenhof, die auch Gästezimmer anbietet.

Auch Käthe Thumberger will bemerkt haben, dass die Fahrzeuge jetzt langsamer durch Münchhausen fahren. Ganz anders die Wahrnehmung von Jochen Bauer. „Ich wohne jetzt seit 14 Jahren direkt hier an der Straße und nach wie vor wackeln nachts die Gläser in der Vitrine. Es fehlt einfach an Kontrollen.“

Allerdings begrüßt er es, das nachts die Ampel an der Einmündung zur B 236 ausgeschaltet wird. „Lieber soll‘n die mit 80 oder 90 hier durchrauschen, aber wenn sie aufgrund der Ampel stark abbremsen und dann wieder anfahren müssen, ist es kaum auszuhalten.“

 

Die Pkw sind nachts ja gar nicht so das Problem, aber die Lastwagen schon“, sagt Meta Sauer aus Simtshausen. Sie bringt auch Verständnis für die Durchfahrenden auf, denn die neue Beschilderung bedingt ab 22 Uhr vom Ortsschild Simtshausen bis zum Ortsende Todenhausen ein durchgehendes Tempo-30-Gebot. Und das sind mehr als 2,5 Kilometer.

Wie sehr das wohl verschiedene Autofahrer schon jetzt annervt, weiß Ralf Funk zu berichten. Der Ortsvorsteher von Todenhausen wohnt selbst direkt an der Straße und hat schon etliche skurrile Verhaltensweisen zur Kenntnis genommen. „Wer sich tatsächlich an die 30 hält wird direkt in der Ortslage überholt und dabei oftmals auch noch angehupt. Andere fahren mit Hupkonzert durch den Ort.“

Funk bittet hingegen die Autofahrer, insbesondere die Pendler, die die Straße zu dieser Zeit regelmäßig benutzen und nun dort 30 fahren sollen um Verständnis. „Die Maßnahme soll die Anwohner schützen. Wir kämpfen nun seit 40 Jahren um die Ortsumgehung, die weiterhin auch unser Ziel bleibt.“ Deshalb tritt er dafür ein, dass die Planungen und die Umsetzung weiter betrieben werden. „Selbst das Regierungspräsidium hat verlauten lassen, dass man noch nie so nah an der Umsetzung war wie jetzt. Ich möchte nicht erleben müssen, dass alles fertig ist, dann aber die Mitteilung kommt, dass dafür kein Geld mehr da ist.“

von Götz Schaub

Mehr lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr