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Ortsdurchfahrt Cölbe muss umgestaltet werden

Bürgermeister-Direktwahl Cölbe Ortsdurchfahrt Cölbe muss umgestaltet werden

Im zweiten Teil des OP-Interviews zur Bürgermeister-Direktwahl am 2- Dezember nimmt Cölbes Bürgermeister Stellung zu den Entwicklung-möglichkeiten der einzelnen Ortsteile.

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Bürgermeister Volker Carle.

Quelle: Tobias Hirsch

Cölbe. OP: Sie sind ja ein Verfechter der Belebung der Dorfkerne. Was dürfen die Bürger dort von Ihnen erwarten? Volker Carle: Nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt Innen- vor Außenentwicklung. Ich möchte keine schönen Neubaugebiete, die sich dann leider um verlassene Ortskerne ranken. Wenn es uns gelingt, Menschen in die Dorfkerne zu bringen und ihnen dort attraktiven Wohnraum anzubieten, stärkt und sichert dies die Infrastruktur und wir können auf Dauer das Kanal- und Wassernetz bezahlbar halten, weil wir es nicht weiter ausdehnen und im Durchmesser vergrößern müssen. Es kommt aber auch darauf an, Wohnraum im Ortskern barrierefrei um- und auszubauen.

OP: Alle Welt spricht im Zuge des demografischen Wandels auch von einer Überalterung der Gesellschaft. So oder so wird die ärztliche Versorgung auf dem Lande immer mehr zum Thema. Auch in Cölbe? Carle: Da sprechen Sie ein heißes Thema an. Eine Ärztin hatte uns angeboten, in der Mehrzweckhalle in Bürgeln Sprechstunden für die Bürger anzubieten. Das hätte mich persönlich sehr gefreut. Doch die Kassenärztliche Vereinigung hat dazu keine Genehmigung erteilt. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich hoffe sehr, dass sich in dieser Angelegenheit noch etwas ändert.Wir müssen einfach Wege suchen und finden, den Menschen in den Orten Hilfe anzubieten. Es geht doch hier nur um ein Gespräch und eine Erstberatung.

OP: Da klingt es durch, dass Sie auf eine dezentrale Infrastruktur setzen. Carle: Das ist richtig. Jeder Ortsteil wird zunächst durch seine eigenen Angebote attraktiv. Deshalb werde ich mich immer für den Erhalt der Kindergarten- und Schulstandorte einsetzen. Das sind die ersten Argumente für den Zuzug von Familien. Dabei muss man aber auch mal neue Wege gehen, die mitunter auch gemeindeübergreifend sein können. Um den Schulstandort Bürgeln zu sichern, werbe ich auch dafür, eine Kooperation mit Betziesdorf einzugehen.

OP: Noch mal zur Entwicklung der Ortskerne. In Bürgeln konnten Sie sich mit Ihrer Ansicht, auch einen Nahversorger im Ortskern anzusiedeln, nicht durchsetzen.

Carle: Das ist richtig. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die Menschen dort, was einen Nahversorger angeht andere Vorstellungen hatten. Dafür bin ich aber auch Bürgermeister, mich diesem Bürgerwillen zu stellen und nicht dagegen zu arbeiten. Ich habe mir fest vorgenommen, im nächsten Jahr mit dafür zu sorgen, dass die Nahversorgung auch umgesetzt wird. Wir brauchen dazu aber auch ein klares Signal des Investors.

OP: Was möchten Sie in Cölbe angehen? Carle: Der Umbau des Feuerwehrgerätehauses ist ein großes Projekt, das uns dabei hilft, die Wehr einsatzbereit und für die Freiwilligen attraktiv zu halten. Zudem muss die Ortsdurchfahrt umgestaltet werden. Wir müssen dafür sorgen, dass der Verkehr aus der Zimmermannstraße besser abfließen kann. Dazu wäre die Verlegung der Fußgängerampelanlage in Richtung Dorfmitte hilfreich. Was das Verkehrsaufkommen durch den Bau des Seniorenpflegeheims und des Kindergartens rund um das ehemalige Luweco-Gelände angeht, sollten wir erst einmal beobachten wie sich das alles bei voller Belegung entwickelt, um dann sinnvolle Lösungen zu schaffen. Aus der Bevölkerung kam verstärkt der Wunsch nach einem Anwohnerparken auf.

OP: Gibt es von Ihrer Seite noch weitere interessante Ideen, die Sie in einer dritten Amtszeit angehen wollen? Carle: Dafür lässt man sich ja auch wählen. Sicher gibt es noch weitere Ideen. Ich möchte beispielsweise in Schönstadt den Versuch unternehmen, dass Anlieger ihre Straßen auch selbst endausbauen können. Da mag es rechtliche Bedenken geben, aber wir würden den fachgerechten Ausbau von einem Bauingenieur begleiten lassen. Weniger Staat braucht Zutrauen und Vertrauen. Das wäre doch auch bürgerfreundlich, wenn wir mit den Anliegern die Straßen kostengünstig und zweckmäßig ausbauen und sanieren könnten.

OP: Das klingt sehr interessant. Haben Sie sich noch weitere Gedanken über Reddehausen, Bürgeln, Schwarzenborn und natürlich auch Bernsdorf gemacht? Carle: In Reddehausen müssen wir uns Gedanken über das Sportgelände machen, wo momentan kein Spielbetrieb stattfindet. Der Lindenhof braucht einen neuen Pächter mit einem schlüssigen Konzept.

Für Bürgeln steht die Vermarktung des Neubaugebietes „Auf der langen Mauer“ an. Im Rahmen der Rekultivierung der alten Kiesgrube möchten wir auch etwas für den Hochwasserschutz machen.

Schwarzenborn soll noch besser an das Radwegenetz angebunden werden. E-Mobilität über Carsharing könnte das gute ÖPNV-Angebot hier noch sinnvoll ergänzen und vielleicht einen Zweitwagen gänzlich ersetzen.

Bernsdorf braucht dringend eine Verkehrsberuhigung. Hier wird gerade ein alter Hof liebevoll saniert. Sie sehen, selbst in unserem kleinsten Ortsteil wird für eine gute Zukunft investiert.

von Götz Schaub

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