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Ortsbeirat ist gegen Trinkwasserexport

Ortsbeirtassitzung Ortsbeirat ist gegen Trinkwasserexport

Bei der Ortsbeiratssitzung in Mellnau stand der geplante Trinkwasserexport aus dem Burgwald im Mittelpunkt. Die Ortsvorsteherin teilte mit, dass der Schulstandort Mellnau erhalten bleibe.

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Der Ortsbeirat Mellnau um Ortsvorsteherin Margot Diehl (rechts)  tagte im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses.

Quelle: Manfred Schubert

Mellnau. Auch in Mellnau sorgt man sich um das Trinkwasser aus dem Burgwald, dass der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) über die im Bau befindliche Fernwasserleitung Grundwasser aus dem Wasserwerk Wohratal ins Rhein-Main-Gebiet liefern möchte.

Nachdem sich vor einer Woche der Ortsbeirat Wetter ausführlich damit befasst hatte (die OP berichtete), hielt jetzt auf Einladung des Ortsbeirats Mellnau Dr. Anne Archinal, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald (Foto: Schubert), einen weiteren Vortrag zu dem geplanten Trinkwasserexport.

In der Sitzung verdeutlichte sie, dass es keineswegs darum gehe, einen unter Wassermangel leidenden Ballungsraum mit dringend benötigtem Trinkwasser zu versorgen, sondern um eine Kommerzialisierung dieses wertvollen Gutes, das eigentlich allen gehöre.

Wie schon Dr. Hans Otto Wack, bei seinem Vortrag in Wetter, machte sie klar, dass sich Frankfurt sehr gut selbst aus den eigenen Grundwasservorkommen versorgen könne, aber Trinkwasserschutzgebiete geschlossen werden sollen, um sie zu bebauen. Zudem könnte man dort viel Trinkwasser sparen, wenn bei Neubauten zwei Leitungen für Trink- und Nutzwasser angelegt würden. Und schließlich müsse das Leitungsnetz insgesamt saniert werden, in dem jährlich 20 Millionen Kubikmeter verloren gingen, bei 200 Millionen Gesamtverbrauch.

Auswirkungen der Grundwasserentnahme

Angesichts des Klimawandels, immer längerer Trockenperioden und zurückgehender Grundwasserneubildung sei es dringend geboten, sparsam mit sauberem Grundwasser umzugehen und es nicht zu verschwenden. Ein Zuhörer merkte an, wer nichts mit Naturschutz am Hut habe, solle zumindest bedenken, dass im Hessischen Ried durch übermäßige Grundwasserentnahme nicht nur Wälder trocken fielen, sondern auch Häuser bereits Senkungsschäden aufwiesen.

Einstimmig fiel der Beschluss, sich dem Vorgehen des Ortsbeirats Wetter anzuschließen. Der hatte einen Antrag zur nächsten Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wetter zur Unterzeichnung an alle Ortsbeiräte gesendet, mit der Aufforderung, „sich in Form einer Resolution gegen das Liefern von Grundwasser aus dem Wasserwerk Wohratal des Zweckverbandes Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) in das Rhein-Main-Gebiet auszusprechen“.

Weitere Themen der Sitzung: Bei einer Gegenstimme erklärte der Ortsbeirat, dass er die Bemühungen des Elternvereins „Bewusst-Sein“ um die Einrichtung eines Waldkindergartens für Wetter in Mellnau befürworte. Und Ortsvorsteherin Margot Diehl berichtete, dass man dabei sei, mit den Förstern einen Termin Ende Juli für den ersten Teilbegang der Mellnauer Grenze zu vereinbaren. Zum Punkt Hundetoiletten hieß es, dass bisher eine an der Burg angebracht wurde, diese aber so teuer seien, dass jedes Jahr nur eine weitere aufgestellt werden könne.

Pflasterarbeiten an der Kuckuckshütte

Bei der Bedarfsanmeldung von Arbeiten im Ort an die Stadt wurden Pflasterarbeiten an der Kuckuckshütte, Erneuerung von Fenstern, Heizung sowie der Außenfassade, Sanierung des Kühlraums der Friedhofsfassade, die Befestigung der Mauer am Parkplatz unter der Burg, die Randbefestigung des Rennwegs, das Schottern verschiedener Wege und die Erneuerung der Bänke am Bolzplatz genannt.

Zum Sportplatz habe der Bürgermeister vorgeschlagen, dass die Nutzung des Geländes künftig weiter über den Ortsbeirat möglich sein solle. Derzeit wollen noch die Mountainbiker die Downhill-Strecke nutzen, die Trial-Fahrer hätten sich zurückgezogen, weil es derzeit doch noch nicht so viele Elektro-­Trial-Fahrer gebe, aber keine Motorräder mit Verbrennungsmaschinen das Gelände befahren sollen.

Zur Diskussion um eine eventuelle Schließung der Schulstandorte Mellnau und Oberrosphe teilte Diehl mit, der Erste Kreisbeigeordnete Zachow habe ihr versichert, diese sollten erhalten bleiben, auch wenn in Wetter neu gebaut würde.
Unter dem Punkt Verschiedenes wurde darüber gesprochen, dass eine Gruppe engagierter Mellnauer ein Dorflädchen, das den Grundbedarf decken und auch als Treffpunkt dienen soll, einrichten möchten. Als Standort komme laut Diehl der bisher vom Kindergarten genutzte Raum hinter dem Ortsvorsteher-Büro infrage. Zunächst sind zwei bis drei Öffnungstage, vor allem am Wochenende, angedacht. Der Ortsbeirat signalisierte, dieses Vorhaben zu befürworten.

Armin Völk regte an, eine sogenannte „Mitnehmerbank“ einzurichten für Menschen, die nach Wetter mitgenommen werden möchten. Diehl griff den Vorschlag auf, dann brauche man aber auch eine Bank in Wetter, um zurückzufahren.

von Manfred Schubert

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