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Ohne Bürgerengagement geht es nicht

Bürgermeisterwahl Ohne Bürgerengagement geht es nicht

In der nächsten Amtszeit des Münchhäuser Bürgermeisters fallen sehr wichtige Entscheidungen zur Entwicklung der Dörfer an der jetzigen B 252. Daran wollen gerne zwei Personen ihren Anteil an Verantwortung haben.

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Der Ortsbeirat Simtshausen mit Ortsvorsteher Michael Haubrok-Terörde (Dritter von links) und den beiden parteilosen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl, Peter Funk (Zweiter von links) und Ulrich Mengel (Vierter von links).

Quelle: Götz Schaub

Simtshausen. Wer soll Münchhausen ab nächstes Jahr als Bürgermeister vertreten – Amtsinhaber Peter Funk oder dessen Herausforderer Ulrich Mengel? Der Ortsbeirat Simtshausen lud beide Kandidaten zu einer öffentlichen Info-Veranstaltung ein. Für Ortsvorsteher Michael Haubrok-Terörde etwas enttäuschend kamen nur 33 Simtshäuser zur Ortsbeiratssitzung. Die Wortbeiträge der Bürger zeigten dabei auf, dass in Simtshausen eine gewisse Ernüchterung Einzug gehalten hat, was das ehrenamtliche Engagement während der Dorferneuerung angeht.

Das wollte man nicht als Kritik am Bürgermeister verstanden wissen, doch sei es schon etwas zermürbend, wenn sich nur schleppend etwas bewegen lasse. Peter Funk machte deutlich, dass Planung und Anmeldung der Projekte bis zur Bescheidzuteilung Zeit beanspruche. Er betonte aber auch, dass es gerade jetzt schön wäre, wenn sich Bürger finden ließen, die sich bei anstehenden Arbeiten im Bürgerhaus engagieren, um mit dem zur Verfügung stehenden Geld möglichst viele Anschaffungen tätigen zu können, statt damit nur die notwendigen Arbeiten finanzieren zu müssen. Bürger können auch noch Ideen einbringen, was im Bürgerhaus benötigt wird, um es attraktiv zu machen.

Bürger bei Entscheidungen einbeziehen

Haubrok-Terörde informierte darüber, dass neben dem Einbau einer behindertengerechten Toilette ebenso die anderen Toiletten grunderneuert werden sollen. Auch die Erneuerung der Beleuchtung im Saal sei in der konkreten Planung enthalten.

Bürgerbeteiligung in jeglicher Form ist das Thema von Bürgermeister-Kandidat Ulrich Mengel. Er setzt darauf, dass Bürger bei Entscheidungen gehört werden sollen und möchte sie auch motivieren, sich dann entsprechend einzubringen. Gerne auch über einen Zukunftsausschuss, in dem der Bürgermeister, delegierte Gemeindevertreter und ganz normale Bürger miteinander arbeiten. Funk wie Mengel sehen in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf die Gemeinde zukommen. Insbesondere die Ortsumgehung für Simtshausen und Münchhausen, also der Bau der neuen B 252, eröffne für die Gemeinde viele Möglichkeiten und Chancen. Beide Kandidaten wollen alles unternehmen, dass die Gemeinde an der neuen Bundesstraße Gewerbeflächen genehmigt bekommt. Zudem geht es ihnen um eine positive Innenentwicklung der beiden genannten Orte, wenn der Durchgangsverkehr verschwunden ist.

Flurbereinigung ist auf 15 Jahre angelegt

Im Zuge dessen könnten auch einige Probleme, mit denen sich jetzt die Simtshäuser auseinandersetzen, gelöst werden. So beschwerte sich ein Bewohner  der klassifizierten Anliegerstraße „Am Berge“, dass dort ständig Schwerlastverkehr durchfahre, große landwirtschaftliche Maschinen, die die Straße beanspruchen, während die Anlieger aber bei der vorgesehenen Erneuerung der Straße 90 Prozent der Kosten übernehmen sollen. „Dann wird sie gemacht und ist nach zwei Jahren wieder kaputt“, sagte der Mann. Auch wenn das zum Bau der Ortsumgehung dazugehörige Flurbereinigungsverfahren sicherlich 15 Jahre andauern werde, sieht Funk gute Chancen, dass im Zuge jenes Verfahrens die Anbindungen zu den Feldern neu geregelt wird und die Straße „Am Berge“ dann nicht mehr dafür genutzt werden müsse.

Mengel tritt an, weil er „neuen Schwung“ in die Gemeinde bringen will und zeigte auf, wie er die Herausforderungen als Bürgermeister angehen möchte: „Unsere Wohnbevölkerung ist rückläufig, das müssen wir umkehren, wir müssen auf Zuwachs gehen. Ich habe hier viele Menschen gefragt, ob sie sich hier wohlfühlen. Und alle haben mit einem klaren Ja geantwortet. Warum also sollen sich nicht auch andere Menschen hier wohlfühlen können? Wir müssen nur den Wohnraum zur Verfügung stellen und uns richtig vermarkten.“

Er möchte eine Vernetzung aller Stärken, die die Gemeinde zu bieten hat. Dabei setzt er beispielsweise auf die Gründung eines Gewerbevereins und die Erstellung eines Verzeichnisses, aus dem hervorgeht, was man alles an Leistungen direkt aus der Gemeinde beziehen kann. Auch die Vereine sollen sich über Vereinsgemeinschaften stärker gemeinsam aufstellen.

Funk setzt auf Etablierung einer Bürgerhilfe

Woher er die Gewissheit nehme, dass das mit der Bürgerbeteiligung klappt, fragte Ortsbeiratsmitglied Christiane Höcker. Mengel verwies dabei unter anderem auf seine positiven Erfahrungen als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Münchhausen und als Vorsitzender des Grenzgangvereins Münchhausen.

Auch Funk setzt weiter auf freiwilliges Bürgerengagement. „Ohne das Engagement unserer Bürger wäre vieles in den Orten nicht möglich gewesen. Dafür kann man nur dankbar sein.“ Er richtet seinen Fokus derzeit auf die Etablierung einer aktiven Bürgerhilfe, um das Leben auf dem Lande auch dem älteren Teil der Bevölkerung so lange es geht zu ermöglichen.

„Wir brauchen Möglichkeiten, die Orte untereinander besser erreichbar zu machen, etwa über einen Bürgerbus, wie es ihn in der Gemeinde Weimar schon gibt“, sagte Funk. Er kündigte für den 28. September zum Thema Bürgerhilfe eine Info-Veranstaltung an.

von Götz Schaub

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