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Oberrosphe: Gut leben auf dem Dorf

Neuer Verein Oberrosphe: Gut leben auf dem Dorf

Nachbarschaftshilfe und der Betrieb des Dorfgemeinschaftshauses sind die ersten Aufgaben, denen sich der neue Verein „Gut leben auf dem Dorf - hier in Oberrosphe“ widmen will. Er hat aber noch mehr vor.

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Zum Vorstand des neuen Vereins gehören die Vorsitzende Brunhilde Chaloupka (von links), Schriftführer Ulrich Pfeiffer, Erwin Hahn (AG DGH), der stellvertretende Vorsitzende Eric Hammann, Kassiererin Cornelia Hahn, die stellvertretende Schriftführerin Wilma Ruppert-Golin und die stellvertretende Kassiererin Karin Krebs. Im Hintergrund das Dorfgemeinschaftshaus, um das sich der Verein kümmern wird.

Quelle: Manfred Schubert

Oberrosphe. Oberrosphe. Carsharing und Mitfahrvermittlung, Förderung von Mobilität mit Elektrofahrzeugen, Unterstützung pflegender Familienangehöriger und bei der barrierefreien Einrichtung der Wohnung, ein Begegnungscafe, eventuell ein Dorfladen - das sind nur einige der Ideen, die der am Samstag gegründete Verein „Gut leben auf dem Dorf - hier in Oberrosphe“ verwirklichen möchte.

Eine Idee hat die gleichnamige, seit Juli 2012 bestehende Arbeitsgruppe, im vergangenen Jahr bereits erfolgreich umgesetzt: den „Oberrospher Mittagstisch“. Das gemeinsame Mittagessen im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) zieht regelmäßig um die 70 Teilnehmer aus allen Generationen an. Vor der Gründungsversammlung fand es zum zwölften Male statt, sodass anschließend alle frisch gestärkt den neuen Verein aus der Taufe heben konnten.

Über zwei Stunden dauerte es dann, bis die Anwesenden der Vereinssatzung zugestimmt und die ersten 37 Personen durch Unterschrift ihren Beitritt erklärt hatten.

Wer sich bis Anfang Mai noch zum Beitritt entschließt, wird übrigens auch noch als Gründungsmitglied geführt. Der Jahresbeitrag für eine Einzelperson beträgt 36 Euro, der Familienbeitrag 60 Euro.

Zunächst erläuterte Erwin Hahn die Satzung, für die man sich unter anderem Anregungen bei der Bürgerhilfe Ebsdorfergrund geholt hatte, Punkt für Punkt und er und die anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe beantworteten Fragen.

So sollen die über den Verein vermittelten Nachbarschaftshilfen, beispielsweise Rasenmähen, kleine Reparaturen im Haushalt, Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe, entweder finanziell als Minijob mit 8,50 Euro pro Stunde vergütet werden. Wer bestellt, muss zwölf Euro an den Verein zahlen, um Steuern, Verwaltung und so weiter abzudecken. Oder der Helfer entscheidet sich für Zeitgutschriften und erhält pro geleistete Viertelstunde, auch beispielsweise für Arbeiten am DGH, einen Punkt. Auch wenn die Minijobobergrenzen erreicht sind, erfolgt die weitere Vergütung durch Zeitgutschriften. Diese kann man wiederum einsetzen, um selbst Leistungen in Anspruch zu nehmen, sie aber auch vererben oder übertragen.

Das größte Vorhaben, an dessen Umsetzung es jetzt gehen soll, ist die Übernahme und der Betrieb des DGH durch den Verein zum 1. Januar 2016. „Wir haben einen Vertrag ausgearbeitet, der sowohl die Stadt Wetter entlastet, als auch die Modernisierung und die Führung des DGH in Reaktion auf den demografischen Wandel ermöglicht. In den kommenden Wochen werden wir Gespräche mit dem Bürgermeister darüber führen“, erklärte Hahn.

Für die Umgestaltung des DGH im Rahmen der Dorferneuerung gebe es schon Ideen, bis zum Herbst sollen weitere entwickelt werden. Zunächst einmal will der Verein das DGH für zwei Jahre übernehmen. Über diesen Zeitraum sollen die Ortsvereine, die eine Person zur Mitarbeit in der AG DGH abstellen, dieses weiterhin kostenfrei nutzen können. Ob das Konzept funktioniert und der Verein die Trägerschaft auf Dauer stemmen kann, soll sich in dieser Zeit zeigen.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hatte voriges Jahr im Ortsbeirat erläutert, dass beim Oberrospher DGH jährlichen Einnahmen von etwa 2300 Euro Ausgaben von etwa 60000 Euro gegenüber stünden. Mittlerweile, sagte Ortsvorsteher Nils Jansen, schreibe das Land vor, die Gebührenhaushalte müssten kostendeckend sein. Dann bleibe eigentlich nur wie in andere Gemeinden, das DGH zu verkaufen oder 450 Euro Tagesmiete zu verlangen. Dann würde es aber keiner mehr mieten.

Mit einem Verein als Träger, hofft Hahn, ergäben sich bessere Möglichkeiten zu sparen und Abschreibungen vorzunehmen als für die Kommune. Im Laufe des Jahres 2017 wolle man feststellen, ob die Führung des DGH gelinge. Falls nicht, gehe es an die Stadt zurück.

Nach erfolgter Vereinsgründung wurden folgende Personen in den Vorstand gewählt: Vorsitzende: Brunhilde Chaloupka, Stellvertreter: Eric Hammann; Schriftführer: Ulrich Pfeiffer, Stellvertreterin: Wilma Ruppert-Golin; Kassiererin: Cornelia Hahn, Stellvertreterin: Karin Krebs. Verantwortlicher für den Arbeitsbereich DGH: Erwin Hahn; Verantwortlicher für den Arbeitsbereich Nachbarschaftshilfe: Bernd Arlt.

von Manfred Schubert

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