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Noch keine Entscheidung über die Unfallbrücke

Ampelregelung Noch keine Entscheidung über die Unfallbrücke

Zwei Wochen hat es gedauert, bis an der Stelle der zerstörten Fußgängerbrücke in Caldern eine sichere Überquerungsmöglichkeit geschaffen wurde: Seit Dienstag steht dort bis auf Weiteres eine Ampel.

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Die provisorische Ampelanlage reagiert auf Knopfdruck, wenn ein Fußgänger die Straße über­queren will. Ansonsten hat der Autoverkehr weiter freie Fahrt.

Quelle: Michael Agricola

Caldern. Wie geht es weiter mit der zerstörten Fußgängerbrücke in Caldern? Inzwischen gibt es zwar weitgehend Klarheit über die Unfallursache, nicht jedoch, was an dieser Stelle passieren soll.

Bei dem Unfall am Morgen des 20. Juli hatte ein mit Holzstämmen beladener Lkw die Holzbrücke zum Wohngebiet Im Stetefeld eingerissen und etwa 40 bis 50 Meter mitgeschleift, bis er zum Stehen kam (die OP berichtete). Verletzt wurde niemand. Grund für den Unfall ist nach Einschätzung der Polizei offenbar ein am Fahrzeug nicht ordnungsgemäß eingefahrener Ladekran, der nicht unter der Brücke durchgepasst hatte. Offiziell ist die Schadenshöhe noch nicht bekannt, die Polizei geht derzeit von mehr als 120000 Euro aus, davon 20000 Euro am Fahrzeug.

Durch die fehlende Brücke ist für Fußgänger, vor allem für Kinder, das Überqueren der viel befahrenen Landesstraße jetzt zum Problem geworden. Noch am Tag des Unfalls wurde diskutiert, ob zumindest provisorisch eine Fußgängerampel aufgestellt werden könnte. Die Straßenverkehrsbehörde, hier der Landkreis, wollte diese Möglichkeit prüfen.

„Kein Vertrauen mehr“

Doch auch zwei Wochen danach, am Montag, hatte dies noch nicht zu sichtbaren Ergebnissen geführt. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell bedauerte dies am Montag und verwies auf die Straßenverkehrsbehörde. Mit Vertretern des Landkreises, Hessen Mobil und dem Verkehrsdienst der Polizei hatte es am 27. Juli ein Treffen gegeben, bei dem man sich auf die provisorische Ampellösung geeinigt hatte. Der Landkreis wiederum teilte auf Anfrage der OP mit, dass er der Gemeinde „eine verkehrsrechtliche Anweisung“ zur Aufstellung einer Fußgängerampel erteilt habe. Eine Firma aus Heuchelheim stellte die Ampelanlage schließlich am Dienstag auf.

Keine Klarheit gibt es bisher darüber, ob die Brücke, die nun schon zum zweiten Mal auf diese Weise zerstört worden ist, wieder aufgebaut werden muss oder ob es eine andere Lösung geben soll. Denkbar wären ein Überweg für Fußgänger oder eine dauerhaft montierte Ampel. Apell setzt auf eine Alternative zur Brücke und verweist darauf, dass die Benutzer nach zwei derartigen Unfällen kein großes Vertrauen mehr in ein solches Bauwerk hätten.

Die Straßenverkehrsbehörde hatte eine andere Lösung bislang immer abgelehnt und auf die einst im Bebauungsplan für das benachbarte Wohngebiet festgelegte Brücke bestanden. Dass ohne eine Lösung ein sicherer Übergang an der Straße nicht gewährleistet ist, darüber sind sich die Beteiligten einig. Die Frage, wann endgültig darüber entschieden wird, bleibt vorerst offen.

von Michael Agricola

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