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Niederwetter ist raus aus dem Blitzlichtgewitter

Tempo-30-Regelung Niederwetter ist raus aus dem Blitzlichtgewitter

Seit Mitte September ist die Tempo-30-Situation in Niederwetter deutlich einfacher geworden. Die Zahl der geblitzten Autofahrer ist seitdem stark gesunken, pro Tag sind im Schnitt aber noch immer etwa 19 Temposünder dabei.

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Seit in der gesamten Ortsdurchfahrt an der B 252 in Niederwetter dauerhaft Tempo 30 gilt, hat die Blitzersäule weniger zu tun.

Quelle: Tobias Hirsch

Niederwetter. Seit Mitte September gilt in der gesamten Ortsdurchfahrt von Niederwetter auf der Bundesstraße 252 Tag und Nacht Tempo 30. Diese vereinheitlichende Umstellung von verschiedenen Tempo-30-Bereichen – auf nur nachts geltendes Tempolimit folgte in der Ortsmitte eine vielkritisierte, Tag und Nacht gültige Tempobeschränkung auf 30 km/h – wurde in dem Wetteraner Stadtteil auf Anraten des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel getroffen, der sich zuletzt im Sommer mit der vertrackten Verkehrslage in der engen Ortsdurchfahrt beschäftigt hatte.

Mit der Änderung scheint die Quelle des Ärgernisses für Autofahrer weitgehend beseitigt zu sein, die Niederwetter in die Schlagzeilen und in diverse Magazinbeiträge des Fernsehens gebracht hatte. Die Entwicklung der Blitzerzahlen ist eindeutig: Wurden in der Fahrtrichtung Wetter im Oktober 2012 noch  2 535 Tempoüberschreitungen verzeichnet, waren es vor einem Jahr immerhin trotz des anzunehmenden Lerneffektes bei den Kraftfahrern noch 1 440 Fälle.
Im Oktober 2014 – das ist der erste Monat nach der Änderung der Beschilderung, die am 18. und 19. September stattfand, wurden nur noch 425 Fahrzeuge geblitzt.
Auch wenn diese Zahlen nicht zu 100 Prozent vergleichbar sind, weil die Messtage variieren und die Zeiträume, nach denen die Zahlen ausgewertet werden zum Teil auch über Monatsbeginn oder -ende hinaus gesammelt werden: Der Rückgang zeigt eine Normalisierung der Situation.  

Vor zwei Jahren im Monat Oktober 1 412 geblitzte Autofahrer

Gestützt wird das durch die Zahlen, die für die Fahrtrichtung Marburg erfasst wurden: Vor zwei Jahren wurden im Oktober dort 1 412 Autofahrer geblitzt, im Oktober 2013 gab es eine – auch damals schon untypische Erhöhung der Fälle auf 1 993 Fälle. Im zurückliegenden Oktober erwischte es noch 227 Fahrzeugführer, die zu schnell unterwegs waren.
Der Durchschnitt im letzten Quartal des Jahres 2014 liegt, beide Fahrtrichtungen zusammengenommen, bei 18,65 Temposündern pro Tag (1 716 Fälle an 92 Messtagen). Bezogen ist dies auf die von der Stadt Wetter zur Verfügung gestellten Daten vom 15. September bis 17. Dezember 2014.

Freuen wird diese Entwicklung vor allem die Bürger in Niederwetter, denn es zeigt, dass durch den Ort nun deutlich langsamer gefahren wird. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka als Kämmerer plant für das kommende Jahr ungeachtet dessen mit unverändert hohen Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung in Höhe von 900 000 Euro.
Zwar ist ihm der Rückgang der Einnahmen in Niederwetter durchaus bewusst, die Stadt will aber in diesem Jahr die immer wieder in Bürgerversammlungen eingeforderte mobile Überwachung in den Ortsteilen, etwa vor Schulen, Kindergärten und in Wohngebieten ausweiten.

Dazu testet man derzeit auch einen externen Dienstleister, der im Auftrag der Straßenverkehrsbehörde „mobil blitzt“ – und das kann durchaus auch mal in der Ortsdurchfahrt der B 252 in Niederwetter sein, vor oder hinter der Blitzersäule, sagt Bürgermeister Spanka.

von Michael Agricola

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