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Niederasphe kämpft um Geldautomaten

Protest Niederasphe kämpft um Geldautomaten

Der Ortsbeirat will die zuletzt gesammelten Unterschriften gegen den angekündigten Abbau des Geldautomaten in Niederasphe an den Volksbank-Vorstand übergeben.

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Dieter Lölkes (von links), Wolfgang Fett (Stellvertretender Ortsvorsteher), Martin Fett, Stephanie von Lom, Helmut Briel und Ortsvorsteher Roland Wehner mit den 472 Unterschriften gegen den Abbau des Geldautomaten. Die weißen Zettel sind von Unterzeichnern selbst angefertigte Kopien, weil die Originallisten nicht ausreichten.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Niederasphe. Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates im Dorfgemeinschaftshaus stand der angekündigte Abbau des Geldautomaten in der Raiffeisenstraße. Die Volksbank Mittelhessen, berichtete Helmut Briel, wolle ihn sogar noch früher als angekündigt abbauen. Nicht erst zum Jahresende, sondern schon zum 31. Oktober.

Dies wollen der Ortsbeirat und viele Kunden so nicht hinnehmen. Innerhalb der vergangenen drei Wochen bekräftigten 472 Menschen mit ihrer Unterschrift, dass sie für den Erhalt des Geldautomaten sind. „Das zeigt deutlich, dass sie gegen den Abbau dieser Serviceleistung sind“, unterstrich Ortsvorsteher Roland Wehner. Es habe in den vergangenen Wochen viele Unmutsäußerungen aus der Bevölkerung gegeben, manche hätten eigenständig die Listenvorlage kopiert, um weitere Unterschriften sammeln zu können.

Die Volksbank führe betriebswirtschaftliche Gründe ins Feld. Der Geldautomat werde nicht mehr genügend genutzt, so Wehner. Konkrete Zahlen wurden dem Ortsbeirat nach seinen Worten nicht mitgeteilt. In Niederasphe ist man der Ansicht, dass der Automat rege genutzt werde und zwar nicht nur von den 856 Einwohnern. „Auch Menschen aus den Nachbarorten kommen, holen hier Geld und gehen in unsere Geschäfte. Viele junge Leute holen hier Geld, wenn sie die Disco besuchen, aber auch für Oma und Opa“, sagte Wehner.

Zum Einzugsgebiet gehörten Frohnhausen und Oberasphe, auch Warzenbacher würden kommen. Das bestätigen die Unterschriftenlisten, auf denen auch Menschen aus Mellnau, Simtshausen, Treisbach und Eifa unterzeichnet haben. Die Niederaspher fürchten, dass nach Abbau des Automaten die Kunden, die jetzt hier Geld holen und dann im Ort Metzgerei, Lebensmittelgeschäft, Friseur, Hühnerhof oder Landmaschinentechnikbetrieb aufsuchen, nach Wetter, Münchhausen oder Ernsthausen abwandern werden.

Die Volksbank werbe mit Nähe und Regionalität, aber hier soll abgebaut werden, kritisierte Wehner. Den Verweis auf Online-Banking lässt er nicht gelten, es sei noch nicht an der Zeit, dass man ohne allen Service auskommen könne. Man solle auch bedenken, dass es bis 2006 noch eine Filiale mit vier bis fünf Angestellten in Niederasphe gab und wieviel die Volksbank durch deren Schließung bereits eingespart habe.

Der Ortsbeirat hatte die Volksbank eingeladen, einen Vertreter zur Sitzung zu schicken. Einige Stunden vor der Sitzung hatte Helmut Briel mit Regionaldirektorin Waltraud Theis telefoniert. Man könne ihr gerne die Unterschriften zur Weiterleitung an den Vorstand senden, habe sie erklärt, in der Teilnahme an der Sitzung jedoch keinen Sinn gesehen, weil sie ohnehin keine Möglichkeit zu einer anderen Entscheidung über den Automaten habe.

Der Ortsbeirat beschloss, seine Argumente nochmals zusammenzufassen und mit den Unterschriften an den Bankvorstand weiterzugeben.

von Manfred Schubert

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