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Neugier ist größer als alle Bedenken

Rotes-Kreuz-Projekt in Indien Neugier ist größer als alle Bedenken

Caroline Feisel tritt am 1. September einen Jahresaufenthalt in Indien an. Gemeinsam mit einer zweiten Frau unterstützt sie vor Ort ein soziales Projekt im Auftrag des Roten Kreuzes.

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Die 18-jährige Caroline Feisel im Sari, einem traditionellen
indischen Gewand, den ihr Schwester Jessica zum Abschied
geschenkt hat.

Quelle: Sarah Stolle

Oberasphe. „Zweifel an meinem Vorhaben hatte ich bisher keine“, sagt die 18-Jährige Caroline Feisel überzeugt. „Im Flieger werde ich mich dann sicherlich nochmal kurz fragen, was ich hier eigentlich mache“, schmunzelt sie ironisch.

Gemeinsam mit einer zweiten jungen Frau tritt sie am 1. September ihre Reise nach Yelagiri in Tamil-Nadu, einer Provinz in Indien, an.

In dem rund drei Stunden von der Millionen-Stadt Chennai entfernten ländlichen Raum soll sie und ihre Kollegin für ein Jahr im Auftrag des Roten Kreuzes schließlich Aufklärungsarbeit, beispielsweise in Sachen Hygiene, leisten.

„Darüber hinaus zählt es zu unseren Aufgaben, den Unterricht in der örtlichen Schule mit zu gestalten und ein Nachmittagsprogramm für die Schüler zu schaffen“, berichtet Feisel, deren gewünschtes Ziel für ein soziales Projekt ursprünglich Südafrika war. Als das Rote Kreuz sie für ein Projekt in Chennai vorgesehen hatte, zögerte Caroline Feisel - im Gegensatz zu ihren Eltern - keine Sekunde und sagte zu.

„Mein Ziel war es, nach der Schule etwas Soziales zu machen. Mit dem Fokus auf einem später angepeilten Studium der Sozialpädagogik möchte ich zunächst in den sozialen Bereich hineinschnuppern, gleichzeitig die Kontraste zu unserem reichen Land kennenlernen und Gutes tun“, sagt sie. „Ich habe mich nach anfänglichen Bedenken damit abgefunden. Wenn sie es jetzt nicht macht, wann dann?“, sagt Christiane Feisel, die Mutter. Etwas negativer und vor allem ängstlicher eingestellt hingegen ist Peter Feisel, Carolines Vater. „Natürlich hat man große Angst um seine Tochter“, sagt er. „Man hört gerade wieder so viel Negatives über Indien in Sachen Gleichberechtigung in den Medien, da macht man sich schon viele Sorgen.“

Caroline hingegen möchte die Bedenken ihres Vaters aus dem Weg räumen. Auch wenn sie noch nicht genau weiß, was sie erwartet, versucht sie, ihn durch das Erlernte bei den Vorbereitungs-Workshops zu beruhigen: „In Tamil-Nadu ist es anders als in den Medien dargestellt. Sicher ist es noch nicht wie bei uns, aber die Gleichberechtigung ist dort am weitesten fortgeschritten für Indien“, sagt die taffe 18-Jährige.

Skype-Accountgegen Heimweh

Auch davon, dass sie und ihre Kollegin die Ersten sein werden, die in diesem Projekt im Auftrag des Roten Kreuzes vor Ort eingesetzt werden, lässt sie sich nicht einschüchtern. „Wenn wir besonders starkes Heimweh oder anderweitige Probleme haben, gibt es einen Ansprechpartner vor Ort, der uns hilft.

Da das Gebiet zunehmend vom Tourismus erschlossen wird, mache ich mir auch um die medizinische Versorgung keine Gedanken. Ich habe zudem ja noch meine Impfungen und eine große Reise-Apotheke. Wohnen werden wir beim 80-jährigen Schuldirektor. Auch er kennt sich gut aus“, sagt Feisel positiv gestimmt.

Und für das Bedürfnis, ihre Familie im entfernten Deutschland auch mal zu sehen, haben sich alle einen Skype-Account eingerichtet.

von Sarah Stolle

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