Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Neue Teiche für gefährdete Kröten

Naturschutz Neue Teiche für gefährdete Kröten

Mit Geld aus der hessischen Umweltlotterie hat der NABU in Sarnau den Lebensraum für zwei gefährdete Tierarten vergrößert. Kreuzkröte und Geburtshelferkröte können sich dort nun wieder wohlfühlen.

Voriger Artikel
"Am besten war der Zombie-Priester"
Nächster Artikel
Ein Kürbis für viele Gelegenheiten

Joachim Backhaus (rechts), Vorsitzender der Ortsgruppe Lahntal NABU und Vorstandsmitglied Siegfried Kaul schauen sich die Teiche im stillgelegten Sandsteinbruch bei Sarnau, die für die Kröten (kleines Foto) vergrößert wurden.

Quelle: Altmüller/NABU

Sarnau. „Kreuz- und Geburtshelferkröten brauchen ein spezielles Ambiente“, erklärte Joachim Backhaus, Vorsitzender der Ortsgruppe Lahntal des Naturschutzbundes (NABU) im stillgelegten Sandsteinbruch oberhalb von Sarnau. An zwei Tagen hatte dort ein Bagger zwei vorhandene Teiche vergrößert und vier neue gegraben. Nun soll der Regen die Teiche mit Wasser füllen, sodass die Kröten, die im Moment in der Winterstarre sind, ihren neuen Lebensraum schon im nächsten Frühjahr nutzen können. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln, die der NABU in der hessischen Umweltlotterie GENAU gewonnen hatte.

Anfang des Jahres hatte der NABU den Steinbruch erworben, finanziert von der Unteren Naturschutzbehörde. „Der Bestand der beiden stark bedrohten Krötenarten hat sich durch die Verbuschung verringert“, erklärt Backhaus. Daher hat der Bagger sowohl die Teiche als auch den Steilhang von Bewuchs befreit. Die an Land lebenden Tiere bräuchten sonnige, sandige Flächen. Beide Arten seien nachtaktiv. Während sich die Kreuzkröte tagsüber in dreißig Zentimeter tiefe Löcher eingrabe, verstecke sich die Geburtshelferkröte unter Steinen und Wurzeln. „Beide Arten legen ihre Laichschnüre in freien Gewässern ab.“ Teilweise wählten die Tiere dafür die Vertiefungen von Panzerspuren. Weil sie die Wärme liebten, wählten sie flache Gewässer, die sich schnell erwärmen.

Die Geburtshelferkröte weise­ eine Besonderheit auf, denn das Männchen übernehme den Laich, erklärt Backhaus. „Es wickelt sich nach der Paarung die Laichschnüre um die Hinterbeine und trägt sie drei Wochen mit sich herum.“ Dann lege es sie im Wasser ab, wo die Larven nach zwei bis drei Tagen schlüpften.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr