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Neue B252 wird eher kritisch gesehen

Interview zu Kommunalwahl Neue B252 wird eher kritisch gesehen

Fünf Sitze gilt es für die Grünen im Lahntaler Gemeindeparlament zu verteidigen, möglicherweise sogar auszubauen. Wie das funktionieren soll? Dazu vier Fragen an Listensprecherin Barbara Seitz.

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Einen so genannten Solaracker, wie ihn die Gemeinde Cölbe bei Bernsdorf aufgebaut hat, können sich die Grünen auch in Lahntal vorstellen.

Quelle: Tobias Hirsch

Lahntal. OP: Das Unglück von Fuku­shima vor fünf Jahren wirkte schon sehr in die damalige Kommunalwahl hinein. Überall konnten Grüne Listen ordentlich punkten, sicher auch in Lahntal. Glauben Sie, dass Sie den Erwartungen Ihrer Wähler ausreichend gerecht werden konnten, schließlich ging wohl keine grüne Entscheidung ohne die Stimmen der SPD durch?

Barbara Seitz: Die Lahntaler Bürger wissen schon ganz gut, dass in Fragen des Klimaschutzes und der regenerativen Energien die Grünen im Parlament eine treibende Kraft sind. So erfolgte z.B. der Austausch der Straßenbeleuchtung durch LED-Lampen auf unser Betreiben hin.

Da sich die Nutzung von Windkraft auf unserem Gemeindegebiet wohl schwer realisieren lässt, wollen wir andere Wege zur Energiegewinnung versuchen, etwa indem wir die Idee eines Bürger-Solarkraftwerks (Solaracker) anstoßen, und die schon vorhandenen Potenziale der Nutzung von Wasserkraft (Brungershausen, Göttingen) zur Förderung vorschlagen. Dabei darf die Energieeinsparung und die entsprechende Beratung der Bürger nicht vergessen werden.

OP: Grüne Politik hat in der Regel immer so ihre Schwierigkeiten mit dem Neubau von Straßen. Nun wird in Lahntal die neue B252 gebaut. Welche Chancen sehen Sie darin für die Gemeinde-Entwicklung?

Seitz: Die jetzt im Bau befindliche Trasse der B252 wurde von den Lahntaler Grünen damals ausdrücklich abgelehnt, und auch jetzt sehen wir in dieser Straße kaum einen Vorteil für unsere Gemeinde.

Eine geringe Lärmentlastung für die Göttinger Bürger wird eingetauscht gegen eine große Belastung für die Bewohner von Goßfelden und Sarnau, auch bei Nacht - es wird auf diesem Streckenabschnitt viel überregionalen Verkehr und kein Nachtfahrverbot für LKW geben.

Ebenso werden die Sterzhäuser Bürger durch die Mehrbelastung der K84, nach Anschluss an die B252, betroffen sein. Dringend erforderlich wird eine Entlastung der Ortsdurchfahrten Goßfelden und Sterzhausen sein, etwa durch Einschränkung des Lastverkehrs.

Konkret für Goßfelden muss eine Herabstufung der L3381 als Landesstraße zur Kreisstraße erfolgen.

OP: Worin sehen Sie die Schwerpunktarbeit der Grünen in der kommenden Legislaturperiode in Lahntal?

Seitz: Neben der energie- und verkehrspolitischen Arbeit setzen sich die Lahntaler Grünen ganz klar im sozialen Bereich ein. Beispiele hierfür sind der Kulturverein Krafts Hof in Sterzhausen und die Mitarbeit im Begegnungscafé für Flüchtlinge in Goßfelden - die Integration von Neubürgern wird zunehmend wichtig werden. Dies unterstützen wir durch unsere Mitarbeit in mehreren Ortsbeiräten.

Bei der Ausweisung von Gewerbegebieten werden wir einen konstruktiven Beitrag leisten, um standortgerechte Gewerbeansiedlungen zu bekommen.

OP: Im Wahlprogramm der Grünen ist etwas davon zu lesen, die neuen Herausforderungen in der Jugendarbeit anzunehmen? Wollen sie die Jugendpflege neu organisieren oder was verbirgt sich dahinter?

Seitz: Aus unserer Sicht sind neben einer „routinemäßigen“ Betreuung in den Jugendclubs der Gemeinde auch Aktionen (Workshops, Filmabende) notwendig, die die Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund über die Gefahren ideologischer Beeinflussung extremer Gruppen aufklären. Sicherlich sind dafür mehr qualifiziertes Personal und die Zusammenarbeit mit überregionalen Organisationen erforderlich.

Selbstverständlich erwarten wir von einer intakten Jugendpflege auch, dass sie die Verbindung mit den ortsansässigen Vereinen pflegt und ihnen Unterstützung im Umgang mit den Jugendlichen und ihren Problemen anbietet.

von Götz Schaub

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