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Naturnahe Raue Rampe ersetzt alte Schleuse

Münchhausen Naturnahe Raue Rampe ersetzt alte Schleuse

Fern ab des öffentlichen Auges wurde in der Nähe der Heiligenmühle ein Teil der Wetschaft naturnah umgestaltet.

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Peter Funk und Reiner Weide freuen sich über das Projekt an der Wetschaft zwischen Münchausen und Simtshausen.

Quelle: Schaub

Münchhausen. Etwa 100 Meter abseits der B 252 zwischen Simtshausen und Münchhausen schlängelt sich die Wetschaft durch das landwirtschaftlich geprägte Gelände. Und genau dort wurde eine sehr in die Jahre gekommene Wehrschleuse gegen eine sogenannte „Raue Rampe“ ausgetauscht. Rainer Weide, Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Wetter und Geschäftsführer des Wasserverbands Wetschaft wie auch Münchhausens Bürgermeister Peter Funk, der Vorsitzender des Verbandes ist, sind sehr stolz auf das Ergebnis.

Alles fing 2003 an, als der Wasserrechtsinhaber auf den baulich schlechten Zustand der Wehrschleuse aufmerksam machte“, sagt Weide. Eine Eintragung im Wasserbuch von 1920 legte fest, dass die Kommune, also in diesem Fall die Gemeinde Münchhausen unterhaltungspflichtig für die Wasserschleuse ist. Das erste Angebot zur Sanierung der Wehrschleuse bezifferte die Kosten auf 60 000 Euro.

In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Umweltamt Marburg und dem Regierungspräsidium Gießen entstand die Idee, die Schleuse zu entfernen und eine naturnahe Umgestaltung vorzunehmen. Nach diversen Vorarbeiten war es im April 2007 soweit, dass die Genehmigung erteilt und ein Finazierungshilfeantrag auf Förderung einer Gewässerrenaturierung bei Regierungspräsidium beantragt werden konnte.

Im Herbst vergangenen Jahres ging schließlich beim Wasserverband Wetschaft der Bewilligungsbescheid des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz über 85 Prozent der Kosten ein. Das Projekt wurde somit für die Gemeinde billiger, insgesamt aber mit 129.450 Euro doppelt so teuer wie die Sanierung der Schleuse.

Dafür gibt es keine Folgekosten mehr. Besondere Nutznießer des Projekts sind die heimischen Fische, die nun Gelegenheit haben, die Wetschaft stromaufwärts zu besiedeln. Das Gewässer fließt über 150 Meter im neuen Bett zwischen Tausenden von eigens herbeigeschafften Steinen und einigen Holzstämmen. „Die zurückgeschnittenen Weiden schlagen schon wieder aus“, sagt Reiner Weide. In einem Jahr wird vom menschlichen Eingriff nichts mehr zu sehen sein.

von Götz Schaub

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