Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Nahrungsmittel bleiben Hauptzweig

Bioenergie Nahrungsmittel bleiben Hauptzweig

Welche betrieblichen Chancen bieten sich den Landwirten hinsichtlich der Bioenergie? Diese Frage stand im Zentrum der gemeinsamen Versammlung von Ortslandwirten und Gebietsagrarausschuss in Bürgeln.

Voriger Artikel
„Der Protest muss weitergehen“
Nächster Artikel
Vorsitzende übernehmen weitere Ämter

Etwa 150 Teilnehmer verfolgten die landwirtschaftlichen Vorträge in die Mehrzweckhalle in Bürgeln.

Quelle: Manfred Schubert

Bürgeln. Etwa 150 Menschen verfolgten am Samstagmorgen die dreieinhalbstündige Veranstaltung in der Mehrzweckhalle des Cölber Ortsteils Bürgeln. Landrat Robert Fischbach (CDU) bezeichnete die regenerativen Energien als zentrales Zeitthema und verwies auf den 2005 gefassten Beschluss, bis 2040 den Landkreis zu 100 Prozent damit zu versorgen.

Eine zunehmende Rolle spiele die Windkraft. „Vor zehn Jahren dachte ich auch anders darüber, aber mittlerweile ist klar geworden, dass es ohne sie nicht geht, wenn wir das 100-Prozent-Ziel erreichen wollen. Da, wo es passt, sollte man nicht von vornherein gegen Windkraft sein“, forderte Fischbach.

Das Bioenergiedorf Oberrosphe sei als positives Beispiel durch die deutsche Presse gegangen, mittlerweile nähmen sich einige Orte im Landkreis dies zum Vorbild, wodurch Marburg-Biedenkopf hessenweit eine führende Rolle spiele. „Aber wir wollen in Balance bleiben und nicht den ganzen Landkreis mit Energiepflanzen überziehen, die Ernährung bleibt das Hauptstandbein der Landwirte“, mahnte Fischbach. Im Hinterland passiere allerdings noch zu wenig, fast alle Biogasanlagen stünden im Marburger Raum.

Als Hauptredner sprach Klaus Wagner vom Landesbetrieb Landwirtschaft über „Bioenergie – Chancen für die hessischen Landwirte“ sowie über „Biogas – Biomasse – Energiepflanzenanbau“. Wagner, der gelegentlich auch als Mr. Biogas bezeichnet wird, betonte, dass die Nahrungsmittelproduktion der Hauptzweig der Landwirtschaft bleiben werde. Nachholbedarf sah er beim Anteil erneuerbarer Energien, der in Hessen bei acht Prozent liege, bundesweit bei zehn.

Photovoltaik und Windkraft seien unzuverlässig, die speicherbare und spitzenlastfähige Bioenergie biete die Chance, ständig bereitstehende Grundlast-Energie zur Verfügung zu stellen. Fünf Prozent der erneuerbaren Energien würden mittlerweile über Biomasse aus der Landwirtschaft erzeugt – Tendenz steigend. 300.000 Arbeitsplätze seien dadurch bereits in den Regionen geschaffen worden. Inzwischen trage Bioenergie bereits ein Fünftel zum Umsatz der deutschen Landwirtschaft bei.

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr