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Hundemeute jagt der Duftspur hinterher

Frühjahrsjagd des Lupinenhofs Hundemeute jagt der Duftspur hinterher

Sportliches Reiten ohne Wettkampf – bei der Schleppjagd geht es nicht um den Sieg, sondern um den gemeinsamen Ausritt mit Hunden und das Springen über Hindernisse.

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Zahlreiche Zuschauer verfolgten das seltene Schauspiel beim Sportplatz in Wollmar. Die ­Taunusmeute und teilnehmende Reiter versammelten sich vor dem Abritt zur Ansprache von Dr. Peter Hörter und den Jagdsignalen von der „Aeser Bläserwehr“ aus Niederasphe.

Quelle: Manfred Schubert

Wollmar. Ein tierisches Schauspiel bot sich den etwa 70 Zuschauern, die zum Sportplatz gekommen waren. Der Pferde­sportverein (PSV) Lupinenhof Münchhausen-Wollmar feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen und hatte aus diesem Anlass zur Frühjahrsjagd eingeladen.

Jagdherren waren Christoph Freiling und Laura Vogt vom PSV, die auch Mitglieder der „Taunusmeute“ sind. Diese war mit ihren 24 englischen Foxhounds, die trotz des Vereinsnamens in Wetzlar untergebracht sind, angereist. Begleitet wurden sie vom „Master of Hounds“, Brigitte Roggendorf, und sechs weiteren Equipage-Reitern. 20 weitere Reiterinnen und Reiter folgten im Feld der Meute.

Jagdhörner gaben das Signal zum Abritt

Allen voran ritt der Schleppenleger, der einen flüssigen Duftstoff, zum Beispiel Pansenlauge, auf die Strecke tropfen ließ. Er und die Organisatoren der Schleppjagd bemühten sich, die Fluchttaktik des gejagten Wildes möglichst naturnah zu simulieren.

Die achtköpfige „Aeser Bläserwehr“ aus Niederasphe gab mit ihren Jagdhörnern das Signal zum Abritt, zugleich setzte sich ein Tross aus 30 Fahrzeugen, neben Autos auch Trecker und ein Motorrad, in Bewegung, um vor den Hunden und Reitern am Hindernis der ersten Schleppe zu sein. In 100 Sekunden waren die Hunde, gefolgt von den Reitern, an den Zuschauern vorübergejagt. Schnell saßen alle wieder auf den Fahrzeugen auf, um zur nächsten Schleppe der mehr als vierstündigen Jagd, inklusive Pause, zu eilen.

Freude am Reiten steht im Vordergrund

Der stellvertretende PSV-Vorsitzende, Dr. Peter Hörter, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass dies die dritte Schleppjagd in Wollmar nach 1993 und 2015 sei und man anstrebe, diesen Sport zur festen Institution werden zu lassen.
Er betonte, dass es beim Jagdreiten keine Sieger gebe, sondern die Freude am Reiten im Vordergrund stehe, und dass Pferde und Reiter wieder gesund in den Stall zurückkehren.

Auf der insgesamt 20 Kilometer langen Jagdstrecke mit sechs jeweils eineinhalb Kilometer langen Schleppen gab es 14, teils natürliche, Hindernisse von 40 bis 80 Zentimetern Höhe, darunter drei überbaute Gräben. Nicht springende Reiter hatten aber auf der gesamten Strecke die Möglichkeit, diese auch zu umreiten.

  • Am ersten Juni-Wochenende plant der 40 Mitglieder zählende Pferdesportverein Lupinenhof eine kleine Jubiläumsfeier. Derzeit sind 20 aktive Reiter im Verein. Wer selbst eine Schleppjagd erleben möchte, hat am 1. Oktober bei der Landesverbandsschleppjagd von Hessen in Wetter die nächste Gelegenheit dazu. Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens hat der Reitverein Wetschaftstal den Zuschlag erhalten und richtet die Schleppjagd aus. Dabei werden sogar zwei Meuten, neben der Taunusmeute auch die Rheinlandmeute, teilnehmen.

von Manfred Schubert

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