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Mit Bürgerkraft sehr viel geschafft

Bürgermeister Peter Funk Mit Bürgerkraft sehr viel geschafft

Wer wäre wohl heute ­Bürgermeister von Münchhausen, wenn sich Peter Funk seinerzeit bei seiner Berufswahl dafür entschieden hätte, technischer Zeichner zu werden?

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Bürgermeister Peter Funk (Mitte) entspannt auf einem Grenzstein. Die Grenzgänge in Wollmar und Münchhausen sind für Funk fester Bestandteil seines Lebens.

Quelle: Archivfoto

Münchhausen. Es gibt Fragen, die lassen sich nicht mit Bestimmtheit beantworten. Aber vielleicht kommt der eine oder andere Münchhäuser jetzt ins Grübeln. - Nun gut, Peter Funk hatte sich ja anders entschieden, nämlich für den öffentlichen Dienst. In diesem Jahr feierte Funk sein 40. Dienstjubiläum. Fast die Hälfte dieser Zeit war er als Bürgermeister in Münchhausen tätig.

Und nach gewonnener Direktwahl im vergangenen Jahr ist er es immer noch. Seinen Arbeitsplatz hatte er indessen schon vor seiner Zeit als Bürgermeister im Rathaus Münchhausen. Aus der Position eines Verwaltungsmitarbeiters nahm er 1998 das Wagnis in Angriff, als Kandidat bei der ersten Bürgermeister-Direktwahl in der Geschichte der Gemeinde Münchhausen ins Rennen zu gehen. Und das als Parteiloser - wohl aber unterstützt von der CDU. Dabei hatte ihn auch die SPD gefragt, ob er sich vorstellen könne, ihr Mann zu sein. Die CDU war wohl einen Tick schneller gewesen, so bekam er dann von der SPD einen Gegenkandidaten präsentiert.

Der Rest ist bekannt, Funk gewann die Direktwahl und wurde Nachfolger seines langjährigen Chefs Wilfried Carle. Funk erinnert sich noch gerne an die Zeit vor seiner Wahl. 1990 begann er seine Ausbildung für den gehobenen Dienst, was bedeutete, dass er der Gemeinde noch mal längere Zeit fehlte.

Aus dem Mann, der 1977 in Marburg in der Biegenstraße im Finanzamt seine Ausbildung angefangen hatte, war 1993 dann ein Verwaltungswirt geworden.

„Ich hatte ja auch einen guten Start“, sagt Funk. Denn sein Ausbilder 1977 war kein Geringerer als Dieter Rincke, der selbst Bürgermeister wurde, nämlich in Wetter und als solcher sogar noch ein paar Jahre Funk als Nachbar-Bürgermeister erleben durfte. Nach einigen Jahren in Frankfurt kam Funk zum 1. Oktober 1987 zur Gemeinde­ Münchhausen - ins Bauamt. Besonders gut kann er sich da noch an sein kleines schmales Büro erinnern. Die darauffolgende Zeit sei sehr spannend gewesen, sich alles anzueignen, was man so braucht, um der ­Gemeinde eine Stütze zu sein. Unter anderem absolvierte er auch einen Lehrgang zum Standesbeamten.

Funk lernt frühzeitig auch politisches Arbeiten kennen

Funk lernte neben der Verwaltungsarbeit auch die politische Arbeit kennen. In Münchhausen nicht stimmberechtigt als Schriftführer. Zuvor in Hatzfeld, als Mitglied des ­Magistrats. So wusste er, wie der ­Hase läuft, wie schwierig es werden kann, wenn man Entscheidungen treffen muss und nicht alle dafür begeistern kann. So gesehen, hatte er das Rüstzeug zum Bürgermeister und als er es dann schließlich auch wurde, sah er sich auch in „seinem Job“ angekommen.

Es folgten drei Wiederwahlen, zweimal als Alleinkandidat, zuletzt noch einmal gegen einen Herausforderer aus der eigenen Gemeinde. „Es macht nach wie vor Spaß, die Gemeinde zu entwickeln, auch wenn wir ­finanziell nicht auf Rosen ­gebettet sind“, sagt Funk. Seine positive Einstellung, dass trotzdem in der Großgemeinde etwas geht, führt er auf die Mentalität der Bürger zurück, auf die man sich immer verlassen könne, wenn etwas anstehe.

„Was hier in den Dörfern alles in Eigenleistung entstanden und bewältigt wurde, lässt mich als Bürgermeister sehr stolz sein.“ Auch die Bestrebungen, im ­Zuge des Wandels hin zu erneuerbaren Energien, selbst ­tätig zu werden, rechnet Funk seinen Bürgern hoch an. Das Solarfeld in Niederasphe und erst recht das große im Depot Oberasphe machen ihm große Freude. Auch in Sachen Windkraft hofft er noch auf gute Entwicklungen.

Funk weiß, dass sein wertvollstes Kapital tatsächlich die Bürger sind. „Allein die Freiwilligen Feuerwehren. Was würden wir nur tun, wenn wir diese nicht hätten?“, fragt er und mag es sich nicht ausmalen, sie nicht zu haben. Deshalb wurden auch alle Anstrengungen unternommen, den Freiwilligen auch eine gute Ausrüstung, gutes und zeitgemäßes Gerät sowie auch gute Stützpunkte zur Verfügung zu stellen.

Ach und überhaupt. Die vielen Menschen, die nicht lange fragen, sondern einfach anpacken wie jetzt zum wiederholten Mal in Wollmar, wo das Bürgerhaus umfassend erneuert wird. Funk lebt und liebt Münchhausen und ist selbst gar kein gebürtiger Münchhäuser. Er ist noch nicht einmal Hesse! Ja, er kommt tatsächlich aus Westfalen. Aber doch fließt in ihm Münchhäuser Blut - großväterlicherseits.

Eine kleine Gemeinde, aber mit einer guten Infrastruktur

Das hat ausgereicht, seine Liebe für die Gemeinde unauslöschlich zu entfachen. Ganz ehrlich, Funk, seit 1984 Bürger der Gemeinde, hat keine Idee, wo er am liebsten wohnen würde, wenn es die Gemeinde Münchhausen nicht gäbe. Na, wenn das mal nicht ein Liebesbeweis ist.

„Wir sind eine kleine Gemeinde, aber wir haben unsere Möglichkeiten. Wir sind eine Wohngemeinde, mit viel Handwerk, einer guten Infrastruktur, jungen Ärzten und bald noch besseren Anbindungen mit der ­Inbetriebnahme der B-252-Ortsumgehung.“ Sehr positiv bewertet er die beiden Bahnhaltepunkte inklusive Park&Ride-Parkplätzen in Münchhausen und Simtshausen.

Das alles stimmt Funk zuversichtlich, im Rennen um neue Bürger nicht abgehängt zu werden. Insbesondere, wenn die Ortschaften Simtshausen und Münchhausen vom Schwerlastverkehr befreit sind, sieht er viele Entwicklungschancen. „Leerstehende Häuser werden schon jetzt in der Regel schnell wieder von neuen Besitzern bezogen.“

Und wie fühlt er sich an seiner Arbeitsstätte im Rathaus? „Rundum wohl. Ich habe ­motivierte Mitarbeiter an meiner Seite, wir haben ein tolles Arbeitsklima, nicht nur hier im Rathaus, auch in unserem Bauhof. So sollte es auch sein, um etwas zusammen erreichen zu können“, sagt Funk.

von Götz Schaub

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