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"MüWeLa" ist jetzt komplett im Bau

B-252-Orstumgehung "MüWeLa" ist jetzt komplett im Bau

Erde, hochgeworfen von Spaten, wirbelte durch die kalte Oktoberluft - für Foto und Kamera gerne vier Mal hintereinander. Das dauerte keine 30 Sekunden und wird doch zu den Meilensteinen der Regionalgeschichte gehören.

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Die Vertreter aus Politik und Wirtschaft und des mit dem Projekt beauftragten Amts Hessen Mobil hatten beim Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt der B-252-Ortsumgehung an der L 3091 sichtlich viel Spaß. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Münchhausen. Ein Zelt direkt an der L3091 zwischen Obersimtshausen und Niederasphe. Fahnen flattern im Wind. Ein Bagger. Ein Erdhaufen, vor dem zahlreiche Spaten stehen.

So präsentierte sich gestern die Szenerie für einen für die Region bedeutsamen Spatenstich. Und ja, es ging noch einmal um die B-252-Ortsumgehung, die eigentlich an anderer Stelle, nämlich zwischen Wetter und Goßfelden, schon gebaut wird. Nun wird die Straße auch von Norden her in Angriff genommen, sprich gebaut.

Der eine oder andere Gast des Spatenstichs wird sich das wohl öfters laut vorgesagt haben, denn „viele haben schon nicht mehr daran geglaubt, es jemals zu erleben“, führte Münchhausens Bürgermeister Peter Funk aus. Martin Weber, Vizepräsident von Hessen Mobil, konnte das wohl sehr gut nachvollziehen. „Wenn man eine Straße bauen will, brauchen alle Beteiligten einen langen Atem“, befand er. Und vielleicht auch ein paar Menschen, die ein bisschen Druck machen. Denn die „Herbstputzaktionen“ der B-252-Anrainer, die für große Staus sorgten, trugen ganz sicher mit dazu bei, dass es mit den Planungen voranging, waren sich eigentlich alle gestrigen Redner einig.

Die Notwendigkeit der Umgehungsstraße mag daran zu erkennen sein, dass es von Bundesseite eigentlich die Faustregel gibt, dass vor Neu- und Ausbau die Investitionen in den Erhalt stehen, wie Weber weiter darlegte. Hier nun gab es aber kein Vertun, der Neubau musste kommen, und er kommt nun auch. Mit einer Investitionssumme von 110 Millionen Euro gehört er zu den größten Straßenbauprojekten in ganz Deutschland, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Und merkte weiter an: „Wir wollen sichere Mobilität ermöglichen und für die Wirtschaft zuverlässige und wettbewerbsfähige Transportbedingungen schaffen.“

Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, kennt die Problematik an der jetzigen B252 auch aus eigenen Erfahrungen, die bis in seine Studentenzeit zurückreichen. Denn die B252 war praktisch die Verbindungsstrecke zwischen seinem Wohn- und seinem Studienort. „MüWeLa“, so die Abkürzung für die drei Kommunen Münchhausen, Wetter und Lahntal, durch die die B252 im Landkreis Marburg-Biedenkopf führt, dürfe aber nie in Konkurrenz zu anderen Straßenprojekten im Landkreis gesehen werden, etwa zur A49, sagte er.

Dr. Stefan Heck, der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete, sagte, dass ihn das Thema B252 mit Beginn seiner politischen Laufbahn beschäftigt habe und er nun auch sehr froh sei, diesem Spatenstich beiwohnen zu können, der den Streckenbau in seiner Gesamtheit über 17,6 Kilometer in Gang setzt.

Jetzt bleibt nur zu klären, ob die Planungszeiten realistisch sind. Weber äußerte sich „zuversichtlich“, dass 2022 alles fertig sein wird, Teilstücke schon früher. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka war im Gespräch mit dieser Zeitung jedenfalls voll des Lobes über die ausführenden Baufirmen. „Die Arbeiten zwischen Wetter und Goßfelden schreiten gut voran.“

Die Verlängerung der Arbeiten bis Mitte 2018, weil man täglich nicht so viele Lkw auf der Straße schicken möchte (die OP berichtete), hätte aus seiner Sicht nicht sein müssen. Große Hoffnungen für die Entwicklung ihrer Dörfer haben unter anderem Münchhausens Ortsvorsteher Bodo Molodych und Todenhausens Ortsvorsteher Ralf Funk. Mit der Herausnahme des überregionalen Verkehrs werde sich die Lebensqualität automatisch erhöhen.

Münchhausens Bürgermeister Peter Funk freute sich ganz besonders darauf, den Spatenstich mit seinem Amtsvorgänger Wilfried Carle vornehmen zu können, denn schon zu dessen Zeit sei es immer wieder um die B252 Ortsumgehung gegangen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde von Karin Lölkes vom Kreisausschuss vertreten. Sie wohnt in Simtshausen und sprang für Landrätin Kirsten Fründt ein, die ihre Teilnahme kurzfristig absagte.

von Götz Schaub

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