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Mit Kannen und Blech ins Frühjahr

Dorfmuseum Mit Kannen und Blech ins Frühjahr

Seit Wochen und Monaten ist Museumsleiterin Elfriede Hahn mit dem Polieren von kostbaren alten Silberkannen, Löffelchen und Zuckerdosen beschäftigt. Zu Osternerstrahlt Altes in Oberrosphe in neuem Glanz.

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Museumsleiterin Elfriede Hahn präsentiert eine alte silberne Kaffeekanne. In der Ausstellung im Dorfmuseum Oberrosphe sind Haushaltsgegenstände „Von Silber bis Zink“ zu sehen.

Quelle: Thorsten Richter

Oberrosphe. „Das geht prima vorm Fernseher - vor allem, wenn Biathlon läuft“, sagt Elfriede Hahn und schwenkt ihr Silberputztuch. In den vergangenen Wochen hielt sie es fast täglich in der Hand, immer damit beschäftigt, irgendein altes Stück aus dem Bestand des Dorfmuseums für die bevorstehende Sonderausstellung aufzupolieren.

„Von Silber bis Zink“ sind alte und uralte Gebrauchsgegenstände aus dem Bestand des „Alten Forsthofs“ ab Ostern zu sehen - die ganze Saison über, bis zur Adventszeit. Für die Kinder gibt es im Nebenhaus eine Ausstellung von alten Spielsachen. Die Besucher können an den Samstagen und Sonntagen immer von 14 bis 18 Uhr oder an vereinbarten Besichtigungsterminen sehen, was die Menschen früher im Haus und auf dem Hof benutzt haben, um sich den Alltag zu erleichtern oder ihn festlich zu verschönern.

Elfriede Hahn hat die Ausstellungsstücke, wie es in Oberrosphe üblich ist, überall im Museumsgebäude und auch im alten Siedehaus verteilt. Es geht los mit alten emaillierten Kannen und Kaffeebechern, wie sie vor allem für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts üblich waren und gerade eine wahre Renaissance unter Sammlern und Flohmarktbesuchern erleben. Weiter geht es mit noch älteren Stücke im Jugendstil, die wohl vorwiegend aus der Zeit um die Jahrhundertwende stammen: beispielsweise eine schmucke Silberkanne. Zuckerdosen und Tafelgeschirr aus Blech und Zink gesellen sich im munteren Reigen quer durch die Ausstellungsräume hinzu. Eine feine Kaffeetafel mit dem besten Silbergeschirr hat Elfriede Hahn im „Esszimmer“ des Museums aufgebaut - daran sitzen Schaufensterpuppen ganz in oberhessischen Trachten gekleidet. Siedelöffel, Mörser, Kaffeemühlen und ein altes, handgefertigtes Küchensieb: Mit welchen Gegenständen die Menschen früher in ihren Küchen hantierten, lässt sich anhand der Ausstellung gut nachvollziehen.

Im „Klassenzimmer“ des Museums passen verschiedene Spielzeuge und Schulutensilien zum Thema, so eine alte grüne Botanisiertrommel und ein winziger Blechmalkasten.

Dörfliches Leben wie es einmal war - davon vermittelt auch das alte Siedehaus des „Forsthofs“ einen Eindruck - von der Blechgießkanne über die erste motorbetriebene Miele-Waschmaschine bis hin zu Metallhaken für die Hausschlachtung gibt es dort vieles zu sehen.

von Carina Becker

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