Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
"Millionenfalle" und "Haushaltsretter"

Blitzer in Wetter "Millionenfalle" und "Haushaltsretter"

Ob man die Beschilderung nun gut findet oder nicht: Die Radarsäulen in Todenhausen, Wetter und Niederwetter blitzen nur, wenn man zu schnell fährt.

Voriger Artikel
Ein Tritt auf die Strafzettelbremse
Nächster Artikel
Das Christuskind im Stall zu Oberrosphe

Der Ortseingang von Niederwetter aus Richtung Wetter: Hier bleibt es nach den Plänen bei der bisherigen Tempo-30-Regelung mit zwei aufeinanderfolgenden Zonen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Wetter. Was für die einen eine gemeine „Falle“ und ein Ärgernis ist, bringt dem Haushalt der Stadt Wetter allerdings auch den im Haushalt eingeplanten Millionenbetrag ein.

Als Bürgermeister Kai-Uwe Spanka Anfang des Jahres seine Einnahmevorstellungen für das laufende Haushaltsjahr vorstellte, herrschte bei vielen Stadtverordneten noch Skepsis. Spanka hatte zunächst insgesamt 800000 Euro aus den Geschwindigkeitskontrollen an der B252 eingeplant; bei 1,4 Millionen Euro für die gesamte Überwachung des fließenden und ruhenden Verkehrs. Die realen Zahlen geben dem Bürgermeister nun recht.

Und mehr als das: Vom ersten Januar bis zum 23. November nahm die Stadt Wetter nach Spankas Angaben nur an der Bundesstraße 252 schon rund 1,23 Millionen Euro ein. 1,125 Millionen Euro davon sind bereits in der Stadtkasse eingegangen. Dazu kommen offene Posten in Höhe von derzeit 101682 Euro, so Spanka weiter. Bei einem Gesamtvolumen von gut elf Millionen Euro bringt diese Einnahmequelle im Haushalt der Stadt allein ein gutes Zehntel des Etats ein.

Auch wenn die Stadt an der B252 insgesamt sieben Radarsäulen betreibt, davon vier in Wetter und zwei in Todenhausen: die Messanlage in Niederwetter ist ohne Frage die lukrativste. Das zeigt ein Blick auf die Auswertungen vom 1. September bis 31. Oktober dieses Jahres. Von 12733 erfassten Geschwindigkeitsvergehen wurden nach Angaben der Stadt 9458 von der in beide Richtungen blitzenden Säule in Niederwetter ausgelöst - das sind knapp drei Viertel (74,2 Prozent). 5330 geblitzte Verkehrsteilnehmer waren in Richtung Wetter unterwegs, 4128 erwischte es in Richtung Marburg.

Eingestellt wurden von der Stadt im laufenden Jahre 1195 Fälle - nach Spankas Worten vorwiegend wegen nicht verwertbarer Fotos, weil zum Beispiel das Gesicht des Fahrzeugführer verdeckt war oder zwei Autos auf dem Bild erfasst wurden. Nicht einzutreiben seien in vielen Fällen auch Strafzettel von ausländischen Fahrzeugführern oder Mietwagenfahrern gewesen.

Insgesamt hat die Zahl der geblitzten Autofahrer allerdings abgenommen. Der ersten Bilanz nach der Inbetriebnahme der Radarsäule in Niederwetter zufolge waren in vier Wochen 11500 Temposünder fotografiert worden. Im Zeitraum September/Oktober waren es 9458, allerdings in einem doppelt so langen Zeitraum.

von Michael Agricola

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr