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„Mellnau darf nicht abgehängt werden“

Angst um die K 1 nach Simtshausen „Mellnau darf nicht abgehängt werden“

Das Dorf mit der Burg und direktem Zugang zum Burgwald will, soll und muss sich mehr Gehör verschaffen, finden Ortsvorsteherin Margot Diehlund Ortsbeiratsmitglied Andreas Ditze.

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Andreas Ditze und Margot Diehl wollen ihren Ort Mellnau weiter entwickeln.

Quelle: Götz Schaub

Mellnau. „Wir haben unsere Argumente für den Kindergarten vorgebracht und verloren. Die Diskussion ist rum, eine Entscheidung gefallen. Wir werden uns damit arrangieren“, sagt Margot Diehl, Mellnaus Ortsvorsteherin. Damit richtet sich die Konzentration auf den Erhalt der weiteren dörflichen Infrastruktur. Und da brennt es an manchen Ecken.

Zuletzt musste zur Kenntnis genommen werden, dass der TSV Mellnau als Turn- und Sportverein mangels Vorstand keine Zukunft mehr hat. Glücklicherweise gibt es aber noch den sehr rührigen Heimat- und Verkehrsverein, der die Sparten des TSV Mellnau bei sich integrieren will.

Andere Vereine bilden Spielgemeinschaften oder suchen die Zusammenarbeit mit Vereinen aus den Nachbarorten Oberrosphe und Unterrosphe. „Ich denke, es ist den Menschen hier schon deutlich geworden, dass wir uns mit Ober- und Unterrosphe mehr als eine Einheit sehen müssen, nicht zuletzt auch durch die Zusammenlegung der Feuerwehren“, sagt Diehl.

Kein gutes Argument für möglich Neubürger

Dass aber im Zuge des Baus der B-252-Ortsumgehung für Göttingen, Niederwetter, Wetter, Todenhausen, Simtshausen und Münchhausen das Teilstück der Kreisstraße 1 zwischen Mellnau und Simtshausen abgestuft werden soll, ist für Mellnau „eine absolute Katastrophe und nicht hinnehmbar“, so die Ortsvorsteherin.

„Mellnau darf nicht einfach so abgehängt werden.“ Irgendwann sei das Maß voll. Die K1 ist nicht nur der Anschluss an die Einkaufsstadt Wetter und dann Marburg, sondern auch in Richtung Norden der schnelle Draht Richtung Battenberg, Allendorf und Frankenberg, erläutert Diehl. Nicht nur für Mellnau, auch für Oberrosphe und spätestens seit der immer währenden 30er-Zone in Niederwetter auch für Unterrosphe.

„Wer nach Frankenberg will, fährt jetzt nicht über Wetter und wird es auch nicht tun, wenn die neue B 252 da ist“, sagt Andreas Ditze. Und weil dem so ist, verliere Mellnau ein richtig schlagkräftiges Argument für Neubürger, ausgerechnet dort hinzuziehen. Und im schlimmsten Fall könne es dazu führen, dass junge Menschen wegziehen. „Wir dürfen das nicht einfach so mit uns machen lassen, wir müssen jetzt unsere Interessen stark nach außen vertreten“, findet Ditze.

Mellnau sei nicht einfach ein kleines Dörfchen am Rande des Burgwaldes, sondern biete das Zuhause von mehr als 1000 Menschen. Diehl sieht auch den Tourismus in Gefahr. „Die Burg muss gut erreichbar bleiben. Möglichst von zwei Seiten. Wer aus dem Norden kommt, fährt doch nicht von der neuen Straße ab, um über Wetter nach Mellnau zu kommen.“

Geselligkeit spielt im Ort eine große Rolle

Auch wenn es schon die nächsten betrüblichen Nachrichten aus Mellnau gibt, etwa die, dass das Kuckuckslädchen seinen Ausverkauf begonnen hat und wohl zum Monatsende schließen wird, wollen sich Diehl und Ditze nicht entmutigen lassen. „Das letzte Wort ist darüber noch nicht gesprochen.“

Die Mellnauer wissen aber auch wie Geselligkeit geht, wie Dorfgemeinschaft gelebt wird, wie Spannung und Spaß ins Dorf gebracht werden. Zuletzt gab es da das „Softeis-Open-Air-Konzert“, jetzt aktuell steht am Samstag das traditionellen Backhausfest mit erstem Äpplerfest an. Dann Ende des Monats eine Neuauflage des „Schocktobers“, einer großen Halloween-Sause.

Und Mellnau hat auch eine Willkommenskultur. Nicht nur für Neubürger, sondern auch für Flüchtlinge. Und Ditze sieht darin auch schon wieder gute Chancen für die Dorfentwicklung. Die Schule jedenfalls biete für Flüchtlingskinder direkt im Ort einen Lernplatz. Politisch hofft Ditze, dass sich zur Kommunalwahl mehr Mellnauer auf verschiedenen Ebenen engagieren. „Es geht nicht um Kirchturmdenken“, sagt er, aber schon um Interessenswahrung. Und mit Ober- und Unterrosphe zusammen könne noch einiges entwickelt werden, was alle drei Orte starkmache.

von Götz Schaub

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